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Oper im Aalto

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Oper in der Ruhrmetropole (Saison 2016/2017)

 

Die Saison wird wieder richtig klasse! Da kann ich mich schon freuen auf: Norma, Lohengrin, Rigoletto, La Clemenza di Tito, Le Prophète, Hoffmann's Erzählungen, Barbier von Sevilla, Figaros Hochzeit, Zauberflöte, Elektra, Rosenkavalier, Tristan und Isolde, Nabucco, Liebestrank.

Ich werde mir natürlich noch vieles mehr ansehen, und meine Lieblingsstücke, wie immer, mehrfach.

Hier starte ich am 10. September mit der Wiederaufnahme von Hoffmann's Erzählungen.

10. September 2016, Hoffmann’s Erzählungen von Jacques Offenbach – Wiederaufnahme

Endlich ist die Theaterpause vorbei, und ich freute mich sehr auf die heutige Vorstellung, vor allem war ich neugierig auf den neuen Hoffmann-Darsteller. Im Vorfeld hatte ich mich im Internet und bei Youtube ein wenig über ihn informiert und war sehr angetan.

Die Produktion habe ich ja schon x-mal gesehen und auch im Detail darüber berichtet. Daher gehe ich heute nur mal auf die Darsteller ein:

  • Olympia – Elena Sancho-Pereg – Ich würde mal sagen, das war eine der allerbesten Olympias, die ich bislang gesehen habe. Sie sang hinreißend schön und überzeugte auch von der Darstellung her. Außerdem ist sie hübsch anzusehen. Eine sehr gelungene Besetzung
  • Giulietta – Katrin Kapplusch – mir stellten sich schon im Vorfeld die Haare zu Berge – eine ganz, ganz krasse Fehlbesetzung, die Arme kam nicht als eine verführerische Kurtisane herüber, sondern eher als eine alternde Bordellbesitzerin. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich selber unwohl fühlte. Wenn man ihr denn wenigstens ein angemessenes Kostüm erlaubt hätte, dann wäre es nicht so schlimm gewesen. Aber mit dem Fummel, den vorher junge, schlanke Damen trugen (sie kann sich sehen lassen, ja, aber eben nicht in solchen Klamotten), wurde die Gute regelrecht vorgeführt. Auch wenn sie die Arien sehr gut sang, sie überzeugte ganz und gar nicht. Bei insgesamt fünf Vorstellungen hätte man sich meiner Meinung nach ruhig einen passenden Gast leisten sollen. Aber sie war ja schon als Manon Lescaut so krass fehl besetzt. Schade für sie. Wenigstens wurde sie dieses Mal nicht ausgebuht
  • Antonia – Jessica Muirhead – hinreißend wie immer. Diese Stimme ist so wunderschön, da könnte man stundenlang zuhören. Eine perfekte Besetzung
  • Stimme aus dem Grab – Bettina Ranch – hat mir auch sehr gut gefallen, tolle Stimme – Frage: wieso sang nicht sie die Giulietta? Hätte sie mit Frau Kapplusch getauscht, wäre es doch perfekt gewesen, und Frau Kapplusch wäre dieser peinliche Auftritt erspart geblieben
  • Hoffmann – Sébastien Guèze – wow, richtig klasse! Sehr emotional, so wie ich es liebe. Er ist ein hervorragender Darsteller mit einer wunderschönen Stimme ausgestattet. Von ihm würde ich mir sehr gerne noch mehr ansehen. Hoffentlich holt das Aalto ihn künftig noch für andere Rollen. Ich habe diese Oper so oft gesehen und gute „Hoffmänner“ gesehen und weniger gute. Heute stand auf der Bühne sicher einer der allerbesten, die ich bislang erlebt habe, und dazu sicher auch der attraktivste. Sehr, sehr überzeugend. Gerne mehr
  • Lindorf, Coppélius, Doctor Miracle, Dapertutto – Baurzhan Anderzhanov – überzeugend wie immer! Er singt toll, spielt toll, was will man da mehr, ein wunderbarer Darsteller
  • Nathanael,Wolfram – Arman Manukyan – ist auch immer wieder gut als Solist
  • Luther, Spalanzani, Crespel, Schlémil – Karel Martin Ludvik – er ist ja erst seit letzter Saison im Ensemble, und ich hatte noch nicht viel von ihm gesehen, war aber immer angetan. Auch heute wusste er in den verschiedenen Rollen zu überzeugen. Gefiel mir sehr gut
  • Andrés, Cochenille, Frantz, Pitichinaccio – Rainer Maria Röhr – überzeugte natürlich auch wie immer. Ich wünschte ihm mal größere Rollen, denn er singt ausgezeichnet und ist ein toller Darsteller
  •  Die Muse / Niklas – Marie-Belle Sandis – habe mich gefreut diese nette Künstlerin wiederzusehen. Mir gefällt ihre Darstellung immer wieder super gut, und ihre Stimme ist auch sehr, sehr schön. Eine angenehme und tolle Künstlerin
  • Hermann – Mateusz Kabala – überzeugt auch immer wieder als Solist. Eine sichere Bank
  • Musikalische Leitung – Friedrich Haider

Es war auf jeden Fall ein sehr schöner Saisonauftakt mit einem entsprechend mehr als zufriedenen Publikum.

 

16. Oktober 2016, Norma von Vincenzo Bellini

Von dieser Oper kann ich nicht genug bekommen, und ich werde sie einfach nicht leid. Auf die Inszenierung war ich schon sehr gespannt. Nachdem die Presse sich mokierte, das Ganze sei "von gestern", war mir klar, dass es mir bestimmt gefallen würde, was dann auch der Fall war. 

In Essen ist die Inszenierung absolut klassisch. Das Bühnenbild ist sparsam, man kommt mit wenigen Requisiten aus, die Kostüme sind so wie man es sich für diese Oper eben so vorstellt: viel wallender Stoff, weich fließend. Schön und einfach passend, dies alles ist harmonisch fürs Auge.

Der Inhalt dürfte bekannt sein, ich schrieb außerdem letzte Saison im Bereich des "MiR" darüber.

Die Besetzung war wirklich Champions League:

  • Pollione - Gianluca Terranova - ein super Darsteller, ganz starke, schöne und ausdrucksstarke Stimme, intensiver und überaus überzeugender Darsteller. Idealbesetzung
  • Oroveso - Insung Sim - ausgezeichnet, schöne und starke Stimme, darstellerisch sehr stark
  • Norma - Katia Pellegrino - nach der tollen Abigaile-Darstellung überzeugte sie mich auch heute als Norma. Wirklich ganz toll gesungen und intensiv, sehr, sehr überzeugend in der Darstellung. Klasse. Idealbesetzung
  • Adalgisa - Bettina Ranch - tolle, tolle Stimme und super Darstellung, überzeugend in allen Belangen, super Besetzung
  • Clotilda - Liliana de Sousa - kleine Rolle, super gesungen und dargestellt
  • Flavio - Albrecht Kludszuweit - super wie immer, würde ihm wirklich mal eine größere Rolle gönnen
  • die beiden Kinder - Rania Azizi, Edgar Fehring
  • Musikalische Leitung - Giacomo Sagripanti
  • Inzenierung - Tobias Hoheisel, Imogen Kogge
  • Bühne und Kostüme - Tobias Hoheisel
  • Licht - Wolfgang Göbbel
  • Choreinstudierung - Jens Bingert
  • Dramaturgie - Christian Schröder

SO sollte eine Norma sein und nicht anders. Das Stück verträgt keine moderne Fassung. Diese Inszenierung ist was für Opernfans, die gut auf unnötige Nackte und Brutalität auskommen. Da bin ich doch gerne "rückständig und von gestern"...Zu Recht super besucht! Dieser Opernabend ließ nun wirklich überhaupt keine Wünsche offen. Gerne, gerne mehr davon! Ich bin schon bald wieder in einer Vorstellung, weitere Karten liegen auch schon bereit. das muss ich ausnutzen, wer weiß wann Norma mal wieder gespielt wird und dann auch noch so wunderbar inszeniert ist.

06. November 2016, Figaros Hochzeit von Wolfgang Amadeus Mozart

Heute also wieder einmal der Figaro - geht immer. Über die Produktion habe ich schon so oft geschrieben, daher nur kurz über die Partien, die (für mich) neu besetzt waren:

Die Gräfin wurde heute - absolut klasse und anrührend - von Jessica Muirhead gesungen, Cherubino von Liliana de Sousa, die dankenswerterweise für die erkrankte Karin Strobos sehr kurzfristig eingesprungen ist. Hut ab: sie studierte die Partie in sehr kurzer Zeit ein, sang hinreißend schön und überzeugte auch darstellerisch. Schön, dass sie dadurch mal eine größere Partie singen durfte. Karel Martin Ludvik gab einen tollen Antonio und Elbenita Kajtazi eine niedliche Barbarina. Also mal keine Chormitglieder wie sonst überlicherweise.  

Die anderen Partien waren besetzt wie beim letzten Mal, und die Darsteller waren wirklich klasse und überzeugend wie gewohnt.

Ich hatte wieder einmal einen wunderschönen und unterhaltsamen Opernabend.

13. November 2016, Norma von Vincenzo Bellini

Heute also erneut eine meiner absoluten Lieblingsopern. Ich habe aber noch mehr Vorstellungen gebucht. Die Besetzung war bis auf den Pollione gleich wie beim letzten Mal, und es war ausverkauft.

Jeffrey Dowd sang den Pollione. Fast musste man den armen Kerl bedauern: neben den überaus starken Damen verblasste er doch arg. Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass er im Belcanto nicht (mehr) zu Hause ist. In den Höhen bemerkte ich Schwächen, er stemmte und "knödelte" die Töne heraus, nur in den tieferen Lagen klang es noch gut. Seine Darstellung war sehr eindimensional. Gut, die Regie verlangt hier auch nicht zuviel, dennoch agierte Gianluca Terranova sehr viel lebendiger. Aber das wusste ich ja vorher. Da muss man dann leider sagen: Champions Leage gegen zweite Bundesliga. Das ist nicht böse gemeint, nur eine unüberhörbare Tatsache. Ich mag Herrn Dowd sehr gerne, aber in dieser Rolle ist er einfach stimmlich inzwischen etwas überfordert. Aber es war natürlich trotzdem ein hinreißender und wunderbarer Opernabend, der mich wieder einmal entschweben ließ.

 

30. Dezember 2016, Lohengrin von Richard Wagner

Lohengrin habe ich bislang nur einmal in meinem Leben gesehen, und zwar im Januar 1990 in er Wiener Staatsoper mit Placido Domingo und Cheryl Studer unter dem Dirigat von Claudio Abbado. Sehr klassisch damals. Und ich war sehr angetan von der Musik, zumal ich Wagner damals wenig abgewinnen konnte. Jedoch im „Paket“ mit den Karten für Carmen mit José Carreras nahm ich das in Kauf und bereute es nicht.

Nun also Lohengrin in Essen. Die Inszenierung war völlig anders, klar, aber sehr spannend. Man sah viele hohe Treppen und enge Wände, alles in Weiß, passende Kostüme der Neuzeit angepasst, nichts was mich gestört hätte.

Die Handlung dieser romantischen Oper ist märchenhaft:

Vorgeschichte:

Der Herzog von Brabant ist verstorben und hat Graf Telramund die Vormundschaft seiner unmündigen Kinder Gottfried und Elsa übergeben. Dieser willigt gerne ein, kann er doch damit rechnen Elsa als Frau zu gewinnen und damit die Herrschaft über Brabant. Leider hat er die Rechnung ohne Elsa gemacht, die weist ihn zurück, was Telramund natürlich sehr verärgert. Also heiratet er Ortrud, die ebenfalls eine Königstochter ist und den Thron als Frau nicht besteigen kann.

1. Akt

König Heinrich der Vogler besucht Brabant, um Verbündete für einen Feldzug gegen Ungarn zu finden, außerdem möchte er bei der Gelegenheit mal wieder sein Reich inspizieren. Leider ist das Volk ratlos und verunsichert nach dem Tod des Herzogs.

Elsa kommt von einem Waldspaziergang, den sie mit ihrem Bruder Gottfried unternommen hatte, allein zurück. Sie kann sein Verschwinden nicht erklären, und so klagt Telramund sie des Mordes an ihrem Bruder an. Unverständlicherweise verteidigt sie sich aber nicht, und so ordnet König Heinrich ein Gottesgericht an, da seiner Meinung nach ein menschliches Gericht kein gerechtes Urteil fällen kann. Elsa berichtet nun von einem Traum, in dem ihr ein  edler Ritter erscheint, den sie um Hilfe bittet. Als Gegenleistung versprach sie ihm ihre Hand und damit die Herrschaft über Brabant. Die Schilderung löst Unverständnis und Spott aus. So etwas kann man ja wohl nicht allen Ernstes glauben. Elsa muss auch eine Weile warten, dann aber kommt er, der edle Ritter Lohengrin. Begleitet wird er von einem Schwan (hier war es ein kleiner Knabe mit einer fast durchgehenden stummen Rolle). Das Volk und ihre Ankläger staunen. Lohengrin verspricht für Elsa einzustehen, aber er warnt sie auch, ihn niemals nach seiner Herkunft und seinem Namen zu befragen. Sie möge ihm einfach nur vertrauen. Das tut Elsa. Im sogenannten Gotteskampf siegt er über Telramund, und damit ist Elsas Unschuld bewiesen.  Er könnte Telramund töten, lässt ihm aber sein Leben. Nun wird er vom Volk wie ein Held gefeiert, der Hochzeit mit Elsa steht nun nichts mehr im Wege.

2. Akt

Von den Feierlichkeiten nach dem Kampf sind Telramund und Ortrud ausgeschlossen. Telramund trauert nicht nur um seine verlorene Ehre, er ist auch sauer auf seine Frau, die ihn zur Falschaussage bewogen hatte. Sie ist aber eine Kämpfernatur und will die Identität des Fremden herausfinden, ihr Mann soll ruhig Gewalt ausüben, während sie Zweifel in Elsa wecken will. „Wie kannst Du jemanden heiraten, dessen Herkunft und Namen Du nicht einmal kennst“.  Elsa und Ortud treffen aufeinander. Ortrud versteht es bestens in Elsa Mitleid zu erwecken, und diese verspricht, sich für sie und Telramund bei ihrem Gatten einzusetzen. Ihr kommen erste leichte Zweifel. Telramund klagt nun den Fremden öffentlich des faulen Zaubers an und verlangt, dass dieser endlich seinen Namen sagen solle. Dieser tut es nicht und weist darauf hin, dass diese Frage nur Elsa ihm stellen dürfe. Elsa jedoch bleibt stark und widersteht der Frage, womit sie ihre Liebe hoch über alle Zweifel stellt. Die Hochzeit wird nun feierlich gefeiert.

3. Akt

Im Brautgemach sind die zwei Verliebten nun endlich allein. Nachdem sie nun verheiratet sind, empfindet es Elsa zunehmend als Zumutung nicht zu wissen, wer denn ihr Mann nun wirklich ist. Sie versucht es mit Schmeicheln und Verführungskünsten ihm seinen Namen zu entlocken. Lohengrin wird nun immer zorniger, es kommt zu einem heftigen Streit, in dem er sie erneut warnt, die verhängnisvolle Frage nicht zu stellen. Vergeblich. Elsa stellt die Frage und zerstört damit alles. Telramund, der alles im Versteck mit angehört hat, stürmt mit einer Waffe ins Brautgemach und wird von Lohengrin überwältigt und getötet. Nun ist wirklich alles verloren. Er sagt zu Elsa, dass er nun vor versammeltem Volk seine Identität preisgeben wird. Er berichtet von einer geheimen Bruderschaft und der heiligen Gralswelt. Sein Vater ist der Gralskönig Parzifal, er dessen Sohn Lohengrin. Da er nun erkannt ist, muss er Brabant für immer verlassen. Elsa hätte nur ein Jahr durchhalten müssen, dann wäre ihr Bruder, der in einen Schwan verwandelt worden war, erlöst worden und hätte die Herrschaft antreten können. Nun aber muss er „noch nicht ganz gereift“ erlöst werden. Lohengrin übergibt dem deutlich behinderten Kind die Herrschaft und verlässt Brabant. Elsa und Ortrud haben alles verloren, das Volk schaut in eine mehr als unsichere Zukunft, denn wie soll dieses „halbfertige“ Menschlein zu einem wahren Herrscher heranreifen? Eher unwahrscheinlich.

Diese Musik ist unsagbar schön und gewaltig, sie rührt einen z Tränen auch aufgrund des so tragischen Endes. Ein wahrer Genuss.

Die Besetzung war einfach hinreißend:

  • Heinrich der Vogler – Almas Svilpa – großartig besetzt, er gab den König sehr, sehr      überzeugend, stimmlich wie darstellerisch.
  • Lohengrin – Daniel Johansson -  kaum zu glauben, dass er hier sein Rollendebüt hatte. Ich hatte eher den Eindruck, als hätte er die Rolle schon x-mal gesungen. Klasse, einfach nur ganz große klasse. Optisch ein Hingucker, dazu eine hinreißend schöne Stimme und eine unglaubliche Bühnenpräsenz. Ich war mehr als beeindruckt.
  • Elsa von Brabant – Jessica Muirhead – was sie anfasst, es gelingt einfach. Eine super starke Besetzung. Diese Sängerin weiß einfach immer zu überzeugen. Sehr, sehr stark, beeindruckend und überzeugend.
  • Friedrich von Telramund – Heiko Trinsinger – wieder einmal eine überaus starke und sehr überzeugende Leistung, darstellerisch wie gesanglich. Klasse Besetzung.
  • Ortrud – Katrin Kapplusch – sie gab dieses bösartige Biest wirklich hinreißend und sehr überzeugend. Allein diese Mimik war einmalig und klasse. Ich nahm ihr die Rolle wirklich ab, sie gefiel mir stimmlich wie darstellerisch ausnehmend gut.
  • Der Heerrufer des Königs – Martijn Cornet – wieder einmal klasse besetzt. Ich höre und sehe ihn einfach zu gerne. Er kann auch jede Rolle spielen, er überzeugt mich einfach immer. Klasse.
  • Vier brabantische Edle – Michael Kunze, Arman Manukyan, Stoyan Milkov, Sven Westfeld
  • Vier Edelknaben – Uta Schwarzkopf, Michaela Sehrbrock, Helga Wachter, Sabrina Wehlte
  • Der Schwan – Yashar Cantürk / Aron Gergely / Elias Gumbinger
  • Musikalische Leitung – Tomáš Netopil
  • Inszenierung – Tatjana Gürbaca
  • Bühnenbild - Marc Weeger
  • Kostüme – Silke Willrett
  • Licht – Stefan Bolliger
  • Choreinstudierung – Jens Bingert

Diese hinreißende Oper sollte man ruhig öfters aufführen. Es war ein himmlischer Genuss, und ich werde natürlich noch eine weitere Vorstellung besuchen und hoffe, es gibt eine Wiederaufnahme in der nächsten Saison.

 

28. Januar 2017, Der Rosenkavalier von Richard Strauss - Wiederaufnahme

Auf die Vorstellung habe ich mich besonders gefreut, da Karl-Heinz Lehner den Ochs nun auch in Essen singt. Eine sehr gute Wahl! 

​Das Stück beginnt hier im Museum, die Hauptprotagonisten stehen in Vitrinen, Ochs ist der Museumsleiter. Man sieht Touristen aus aller Welt, die alles und jeden fotografieren. Sinn der Sache: Ochs lebt in seiner Welt und erträumt das Ganze, am Ende sind alle Rollen besetzt, und er übernimtm halt den Ochs... Die Chormitglieder sehen sämtlich aus wie Stoffpuppwn und bewegen sich auch so. Eine durchaus schöne Idee.

Die Inszenierung war wirklich sehr, sehr schön, es gab sehr passende Kostüme, ein rundes Bild, dazu hinreißende Darsteller.

Hier mal kurz dder Inhalt:

Die Feldmarschallin hat sich ob der ständigen Abwesenheit ihres Gatten einen jungen Liebhaber zugelegt, den Grafen Octavian, einem Cousin von ihr. In das morgentliche Idyll platzt polternd Baron Ochs auf Lerchenau, ein Vetter der Fürstin. Seine vorab geschickte Post hat sie nicht gelesen, weshalb sein Besuch sie nun überrascht. Er braucht ihren "Segen", um heiraten zu können. Er ist mal wieder pleite. Herr von Faninal, reicher Geldadel, möchte gerne in den Adelsstand erhoben werden. Lässt sich doch wunderbar miteinander verbinden: Ochs bekommt das einzige Töcterlein, Sophie, als Ehefrau. Die Fürstin soll dann bitte den Rosenkavalier ins Haus der Angebeteten schicken. In der Zwischenzeit ist Octavian in die Rolle der Mariandl, einem etwas törichten Stubenmädels geschlüpft. Klar, dass Ochs sie gleich anbaggert...

Nachdem die Fürstin ihe morgentliche Audienz beendet hat und auch Ochs fort ist, wird sie sehr nachdenklich und sagt Octavian, dass er sie sicher bald für eine andere Frau, jünger und schöbner als sie, verläassen wird. Sie werde ihm keine Steine in den Weg legen. Octavian ist entsetzt und will das gar nicht hören. Die Fürstin schickt ihn aber fort.

Octavian trifft im Hause der von Faninals ein und überreicht die silberne Rose. Und dabei verlieben sich die zwei sofort ineinander. Als Sophie Ochs kennenlernt, ist sie entsetzt und weigert sich diesen Grobian mit den überaus miesen Manieren zu ehelichen. Ihr Vateer tobt und fürchtet um seinen Ruf. Zwei Intriganten, Valzacchi und Annina, bekommen mit, dass sich Octavian und Sophie ineinander verliebt haben, und sie haben nichts Besseres zu tun als Ochs zu informieren. Dieser sieht das erst einmal nicht so eng. Aber es kommt zu einem Streit zwischen Octavian und Ochs, wobei dieser verletzt wird. Von Faninal bittet Octavian zu gehen. Dieser kann Valzacchi und Annina für seine Dienste gewinnen, denn er zahlt besser als Ochs. Man heckt einen Plan aus, wie man Ochs blamieren und die Hochzeit verhindern kann.

Octavian lässt über Annina einen Brief an Ochs zustellen mit dem Inhalt, dass ein gewisses Stubenmägel - Mariandl - ihn zu einem Stelldichein bittet. Natürlich nimmt der alte Schwerenöter die Einladung an. In dem heruntergekommenen Gasthaus wird alles für die Farce vorbereitet. In das Treffen der beiden wird immer wieder gestört, Annina gibt sich als seine Frau und ihn als Vater seiner Kinderaus. Ochs ruft die Polizei, die wiederum verhört ihn und will feststellen, ob er mit einer Minderjährigen ein Stelldichein hat,Ochs gibt sie frech als seine Verlobte Sophie aus, das wiederum bekommt Herr von Faninal mit und ist einer Ohnmacht nahe ob dieser unmöglichen Situation. Kurzum, es bricht ein heilloses Chaos aus. Die Fürstin erscheint am Ende un dmacht ihrem Vetter klar, er möge besser gehen, um nicht ganz das Gesicht zu wahren. Er tut dies widerwillig. Der Fürstin wird klar, dass sie Octavian tatsächlich an die jüngere Sophie verloren hat und gibt ihn, wie versprochen, enn auch schweren Herzens frei. Octavian und Sophie werden ein Paar.

Und dies war die wirklich klasse Besetzung:

  • Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg - Michaela Kaune - wunderbar anrührend mit einer wunderschönen klaren Stimme, auch darstellerisch toll
  • Baron Ochs auf Lerchenau - Karl-Heinz Lehner - natürlich die perfekte Besetzung, das wusste ich aus der Dortmunder Aufführung. Klasse, einfach nur klasse. Er bekam auch riesig Applaus
  • Octavian - Karin Strobos - klasse, wie immer! Mit ihrer schönen Stimme veredelt sie jede Rolle, außerdemüberzeugte sie auch darstellerisch
  • Herr von Faninal - Heiko Trinsinger - sehr, sehr überzeugend, wie er versuchte "adlig" zu wirken, um dem echten Adel in nichts nachzustehen. Köstlich, und natürlich wie immer stark und klasse gesungen
  • Sophie, seine Tochter - Elizabeth Cragg - gefiel mir stimmlich sehr, die Rolle ist nicht ohne. Was mir aber auffiel: sie hatte offenbar nur einen (leicht verkniffenen) Gesichtsausdruck zur Verfügung. Nervösität? Sonst fand ich sie aber gut
  • Jungfer Marianne Leitmetzerin - Francisca Davos - ausgezeichnet
  • Valzacchi - Rainer Maria Röhr - klasse, auch wie immer
  • Annina - Marie-Helen Joël - selbstverständlich ausgezeichnet wie man es von ihr gewohnt ist
  • Ein Polizeikommissar - Baurzhan Anderzhanov - klasse, kennt man ja auch nicht anders von ihm
  • Haushofmeister bei der Feldmarschallin - Mario Tardivo
  • Hausjofmeister bei Faninal - Joo Youp Lee
  • Ein Notar - Karel Martin Ludvik
  • Ein Wirt - Albrecht Kludszuweit
  • Ein Sänger - Abdellah Lasri
  • Eine Modistin - Elbenita Kajtazi
  • Ein Tierhändler - Sang Yung Lee
  • Ein Hausknecht - Karl-Ludwig Wissmann
  • Musikalische Leitung - Tomáš Netopil
  •  Inszenierung - Anselm Weber
  • Bühne - Thomas Dreißigacker
  • Kostüme - Bettina J. Walter
  • Licht - Olaf Freese
  • Choreinstudierung - Jens Bingert
  • Kinderchoreinstudierung - Patrick Jaskolka
  • Dramaturgie - Bettina Bartz
  • Szenische Leitung der Wiederaufnahme - Frédéric Buhr

​Ein toller Abend, der mit viel Applaus und Bravo-Rufen bedacht wurde. Ich habe die Vorstellung sehr, sehr genossen.

19. Februar 2017, Rigoletto von Giuseppe Verdi

Die heutige Inszenierung hatte mich aufgrund sehr vieler negativer Stimmen im Vorfeld erst recht neugierig gemacht. Nun, ich fand sie sehr spannend gemacht:

Der Herzog erscheint mir wie eine Größe aus der demi-monde, aber sehr despotisch, seine "Untertanen" müssen sich ihm auf den Knien nähern. Er wirkt kalt, gefühllos, alles beherrschend, geschäftsmäßig gekleidet. Nachdem er Gilda in T-Shirt und Jeans verführt hat, schickt er sie weg, wieder geschäftsmäßig gekleidet, schließt die Tür. Die Höflinge, allen voran die Damen, wirken leicht verlottert. Sein Hoffnarr ist in diesem Fall ein Clown, es werden in manchen Szenen von mehreren Protagonisten Clowns-Masken getragen. Bei Rigoletto zu Hause geht es gut bürgerlich zu, Gilda ist ein braves kleines Mädchen, Giovanna eine ältliche Gouvernante, die aus lauter Verzweiflung auch mal ein Schlücken aus dem Flachmann zu sich nimmt. Man merkt ihr ihr schlechtes Gewissen Rigoletto gegenüber an, soll sie doch auf Gilda aufpassen. Aber sie hält auch zu der Kleinen und lässt einen jungen Mann zu ihr, einen vermeintlichen Studenten, anständig und ihr zugetan. Sparafucile ist ein Spiegelbild Rigolettos mit einer Maske wie der Joker, ansonsten fast identisch. Was auch unterscheidet die zwei auch groß? Nicht viel: der eine verletzt und tötet mit spitzer Zunge, der andere mit einem Dolch. 

Ab dem zweiten Akt spielt sich vieles auf Bühnen ab, Gilda ist praktisch Zuschauerin und muss so mit ansehen, wie der Herzog wirklich ist. Nichts ist es mit dem braven Studenten. Die Bühne ist dann nicht mehr spartanisch, sondern mit pink-lila glitzernden schönen Vorhängen versehen. Rigoletto öffnet und schließt diese, ebenso Sparafucile. Es gibt darüber hinaus viele bunte Luftballons. Am Ende hat Rigoletto eine Erscheinung seiner getöteten Tochter, die zu ihm spricht, während er ihren Leichnam in Händen hält. Sie verschwindet im Dunkel der Bühne und lässt den verzweifelten Vater allein zurück.

Und hier nun die Besetzung:

  • Der Herzog von Mantua - Hyojong Kim - war sehr kurzfristig für den eigentlich vorgesehenen Tenor  Milen Bozhkov eingesprungen. Er kam von der Oper in Bremen. Eine überaus klasse Stimme und ein toller Darsteller. Man merkte das Einspringen zu keiner Zeit. Ein wahrer Glücksfall!
  • Rigoletto - Luca Grassi - gefiel mir ausgezeichnet. Ich mag den Sänger sowieso sehr gerne. Er sang klasse und war auch ein sehr glaubwürdiger Darsteller
  • Gilda - Cristina Pasaroiu - eine wirklich wunderbare Darstellerin der Gilda mit einer wunderschönen Stimme ausgestattet, gute Besetzung
  • Graf von Monterone - Baurzhan Anderzhanov - er versteht es in jeder Rolle zu überzeugen, und sei sie noch so klein. Klasse, wie immer
  • Graf von Ceprano - Mateusz Kabala - nicht nur ein toller Chorsänger, er überzeugt auch stets als Solist
  • Seine Gemahlin - Liliana de Sousa - die Rolle ist ja nur klein, aber sie sang wie immer sehr, sehr schön
  • Marullo - Georgios Iatrou - kleine Rolle, aber großartige Darstellung, klasse gesungen
  • Borsa, Höfling - Rainer Maria Röhr - er weiß auch stets zu überzeugen und singt immer super
  • Sparafucile - Tijl Faveyts - erste Sahne, wie immer, eine super Besetzung der Rolle
  • Maddalena - Bettina Ranch - sang wie immer sehr, sehr schön
  • Giovanna - Marie-Helen Joël - man erkannte sie kaum wieder. Ihre Darstellung gefiel mir ausgezeichnet, leider hatte sie ja wenig zu singen
  • Ein Page der Herzogin - Liliana de Sousa
  • Ein Gerichtsdiener - Swen Westfeld
  • Opernchor des Aalto-Theaters
  • Statisterie des Aalto-Theaters
  • Essener Philharmoniker
  • Musikalische Leitung - Matteo Beltrami
  • Inszenierung - Frank Hilbrich
  • Bühnenbild - Volker Thiele
  • Kostüme - Gabriele Rupprecht
  • Licht - Manfred Kirst
  • Choreinstudierung - Patrick Jaskolka
  • Dramaturgie - Markus Tatzig

Mir hat der Abend absolut gefallen, und ich werde mir sehr gerne weitere Vorstellungen ansehen. Es gab da nichts, was ich zu bemängeln gehabt hätte. Mal eine etwas andere Deutung, aber völlig in Ordnung.

30. März 2017, Rigoletto von Giuseppe Verdi

Habe mir erneut diese Oper angesehen. Den Borsa sang Albrecht Kludszuweit, und das, wie immer, super. Ansonsten war die Besetzung unverändert. Das Publikum war äußerst zufrieden, und ich habe den Abend, wie immer, sehr genossen.

01. April 2017, Lohengrin von Richard Wagner

Hier musste auch unbedingt eine weitere Vorstellung sein. Die heutige Ortrud war Alexandra Petersamer. Ich muss sagen, sie gefiel mir von der Stimme her sehr viel besser als Frau Kapplusch. Darstellerisch tun sich die beiden Damen nichts, aber gesanglich war die heutige Ortrud doch um Längen besser. Es war erneut ein absolut hinreißender und berührender Opernabend. Toll wäre eine Wiederaufnahme in der nächsten Saison!

23. April 2017, Le Prophète von Giacomo Meyerbeer

Ich muss zugeben, diese Oper kannte ich bislang nicht einmal dem Namen nach. Ich kenne lediglich L"'Africaine", und die gefiel mir damals im MiR sehr. Vorher hatte ich mich ausgiebig mit dem Inhalt befasst. Schon als die ersten Töne erklangen, wusste ich, dass ich mir sofort abends eine weitere Karte kaufen würde. Diese Oper muss ich einfach erneut sehen und hören. Die Musik ist unendlich schön und berührend. Der Inhalt ist gar nicht so kompliziert:

​Es geht im Kern also um einen Propheten, und es ist eigentlich sofort klar, es ist ein falscher Prophet. Eine Gruppe Wiedertäufer braucht dringend eine Leitfigur, um die eigenen Ziele der Machtübernahme zu erreichen. Bei ihrer Suche treffen sie in einem Wirtshaus auf den Sohn der Inhaberin, auf Jean. Sie sehen ihn, schauen schnell im Internet nach und entdecken eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Heiligenfigur. Passt. Die Leitfigur ist also gefunden. Der junge Mann erzählt dann auch noch von einem seltsamen Traum, aus dem hervorgeht, dass er ein Erwählter sei. Noch besser für die Suchenden. Noch aber sträubt der sich einerseits aus Liebe zu seiner Mutter, die eine zentrale Rolle in seinem Leben spielt, andererseits wartet er auf die Ankunft seiner Braut Berthe, die von seiner Mutter abgeholt werden soll. Die beiden wissen offenbar nicht, dass Berthe eine Leibeigene ist und von ihrem "Besitzer" aus reiner Willkür nicht freigegeben wird. Ohne seine Erlaubnis keine Hochzeit. Jean schickt die Gruppe erst einmal weg. Als er dann von seiner Mutter die traurige Nachricht erfährt, will er sich den Leuten anschließen. Berthe hat es geschafft sich zu befreien und trifft bei Jean ein, dieser ist erleichtert. Dann aber taucht der Graf auf und fordert die Herausgabe Berthes, andernfalls würde er Jeans Mutter vor dessen Augen töten. Schweren Herzens opfert Jean Berthe. Seine Mutter Fidès ist sehr gerührt angesichts so viel Sohnesliebe. Als sie erschöpft einschläft, verlässt Jean sie aber dennoch und folgt den Wiedertäufern als dessen Leitfigur (er ält sich aber wirklich für berufen), denn er will sie an dem Grafen unbedingt rächen. Man hat also unterschiedliche Ziele: die einen wollen die Macht ergreifen, er will Rache.

​Es gibt dann einen Zeitsprung. Jean erkennt, welche Spur der Verwüstung seine Leute hinterlassen haben und möchte so nicht weitermachen. Kommt denen auch ganz gut entgegen, die wollen ihn eh wieder loswerden. Als Jean jedoch erfährt, dass Berthe nach einem missglückten Selbstmordversuch als freier Mensch in Münster lebt, will er weiter kämpfen. Berthe und Fidès treffen sich. Beide sind in einem schlimmen Zustand, Fidès lebt als Bettlerin, weil sie nach dem vermeintlichen Tod ihres Sohnes ihr altes Leben aufgegeben hat. Sie erzählt Berthe dass der Prophet Jean habe umbringen lassen (was ja nicht stimmt). Daraufhin schwört Berthe Rache. Sie will ins Schloss eindringen. Dort lagert Sprengstoff, damit will sie alle Übeltäter mit einem Schlag töten.

​Jean wird als Prophet vom Volk gefeiert, ihm gefällt diese Position durchaus und lebt das auch glaubwürdig. Ihm wird aber auch klar gemacht, dass er keine Verbindung mehr zu früher haben darf, also auch nicht zu Mutter oder anderen Verwandten. Als nun Fidès in dem Propheten ihren Sohn erkennt, dringt sie zu ihm vor. Er aber muss sie verleugnen, da er ja nicht von einer normalen Frau geboren worden sein kann. Er stellt alles so dar, dass sie geistig verwirrt ist und schafft es tatsächlich, dass sie öffentlich zugibt gelogen zu haben. Prompt wird er als Wunderheiler gepriesen.

​Aber Jean plagen heftige Gewissensbisse ob des Verrats an seiner Mutter. Er geht zu ihr ins Gefängnis. Fidès ist zunächst bitter enttäuscht von ihrem Sohn, aber es findet eine Aussprache statt. Auf ihr Drängen will er der Macht entsagen. Inzwischen ist Berthe eingetroffen und ist dabei ihre Vorbereitungen für die Sprengung vorzunehmen. Dabei trifft sie auf Fidès und Jean, den sie aber noch nicht als den Propheten erkennt. Als ihr jedoch klar wird, dass er es wirklich ist, wendet sie sich von ihm ab. Alles Zureden von Fidès ist fruchtlos. Berthe bringt sich selber um. In der Zwischenzeit räumen die Anführer der Wiedertäufer den Tresor und wollen mit dem Geld und den Schätzen das Weite suchen - ohne Jean. Dieser ist nun aber ob des Selbstmords Berthes so voller Hass, dass er nun seinerseits das Schloss in die Luft sprengt und alle mit sich in den Tod reißt. So ist er im Tod wieder mit Fidès und Berthe vereint.

​Hoch dramatisch das Ganze und untermalt von unendlich schöner Musik. Ein Opernabend zum Träumen und Genießen. Es war runderhum ein herrlicher Abend. Hier noch die Besetzung:

  • Jean de Leyde - John Osborn - tolle anrührende und schöne Stimme, starke Darstellung, perfekte Besetzung
  • Fidès - Marianne Cornetti - eine sehr, sehr beeindruckende Leistung. Sie verfügt über eine hinreißend schöne Stimme und sang die schwierige Partie scheinbar mühelos. Auch darstellerisch war sie absolut überzeugend. Auch absolut perfekt besetzt
  • Berthe - Lynette Tapia - sie gefiel mir auch sehr, sehr gut. Wunderschöne Stimme und starke Darstellung. Perfekte Besetzung dieser ebenfalls schwierigen Partie
  • Jonas, Wiedertäufer - Albrecht Kludszuweit - super gesungen und klasse dargestellt
  • Mathisen, Wiedertäufer - Pierre Doyen - sehr überzeugend dargestellt, klasse gesungen
  • Zacharie, Wiedertäufer - Tijl Faveyts auf der Bühne, Avtandil Kaspeli Gesang (Herr Faveyts hatte eine Kehlkopfentzündung). Beide waren jeweils absolut überzeugend und hinreißend
  • ​Graf von Obertal - Karel Martin Ludvik - klasse wie er diesen arroganten und fiesen Kerl darstellte (sich die Schuhe am Tischtuch abzuputzen ist nicht wirklich fein...), das war echt überzeugend, gesungen hat er natürlich auch toll wie immer
  • ​Zwei Ballerinen - Sofia Pintzou, Marie Van Cauwenbergh - super die zwei. Das unterstrich die Dekadenz des Grafen noch deutlicher
  • ​Zwei Bauern (1. Akt)  - Michael Kunze, Swen Westfeld
  • Ein Soldat (2. Akt) - Ernesto Binondo
  • ​Zwei Bauern (2. Akt) - Swen Westfeld, Arman Manuyan
  • Zwei Wiedertäufer (3. Akt) - Mario Tardivo, Andreas Baronner
  • ​Vier Bürger (4. Akt) - Joo Youp Lee, Markus Seesing, Mateusz Kabala, Michael Haag
  • ​Ein Wiedertäufer (4. Akt) - Harald Wittkop
  • ​Zwei Kinder (4. Akt) - Laura Gergely, Matty Zinner (Mitglieder des Aalto-Kinderchors)
  • Zwei Offiziere (5. Akt) - Edgar Fehring, Matty Zinner (Mitglieder des Aalto-Kinderchors)
  • ​Opernchor, Extrachor und Kinderchor des Aalto-Theaters
  • Kinderstatisterie des Aalto-Theaters
  • ​Essener Philharmoniker
  • Studierende der Folkwang Universität der Künste
  • ​Bühnenmusik Klarinette - Johannes Schittler
  • Saxophon-Solo - Kristof Dömötör
  • ​Musikalische Leitung - Giuliano Carella
  • Inszenierung - Vincent Boussard
  • ​Bühne - Vincent Lemaire
  • ​Kostüme - Vincent Boussard
  • Mitarbeit Kostüme - Elisabeth de Sauverzac
  • ​Licht - Guido Levi
  • Choreinstudierung - Jens Bingert
  • ​Einstudierung Kinderchor - Patrick Jaskolka
  • Dramaturgie - Christian Schröder

​Wer große, dramatische Oper liebt, ist hier goldrichtig aufgehoben. Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Vorstellung.

07. Mai 2017, Nabucco von Giuseppe Verdi

Nabucco kannich auch nie widerstehen. Kommende Saison wird diese Oper in gleich zwei Häusern aufgeführt (Dortmund und Gelsenkirchen). Da dies aber völlig unterschiedliche Produktionen sein dürften, werde ich mir natülich in beiden Häusern diese tolle Oper ansehen.

Es war wieder ein höchst berührender Abend. Bettina Ranch gab eine sehr berührende Fenena, Jeffrey Dowd ​einen ebenfalls berührenden Ismaele. Alle anderen Rollen war so wie beim letzten Mal besetzt.

​Es war hinreißend wie immer!

14. Mai 2017, Le Prophète von Giacomo Meyerbeer

Am Ende hätte ich am liebsten die Wiederholungstaste gedrückt und mir die 4 Stunden gleich nochmals anzuhören. Was für eine unglaublich tolle und anrührende Musik und daz so ein Spitzenensemble. Schade, eine Wiederaufnahme gibt es leider nicht. Wer weiß, wann dieses tolle Werk mal wieder auf dem Spielplan erscheinen wird. Ich habe es erneut mehr als genossen. Sehr gerne mehr von solchen Opern.

 

21. Mai 2017, L'elisir d'amore von Gaetano Donizetti

Die Produktion kenne ich ja schon lange, aber heute war ich auf einige Neubsetzungen sehr gespannt:

​Adina - Elbenita Kajtazi - super tolle Stimme, wunderbare Ausstrahlung, und sie überzeugte mich auch darstellerisch. Wirklich tolle Besetzung

​Nemorino - Dmitry Ivanchey - super schöne Stimme, tolle Ausstrahlung und sehr überzeugende Darstellung. Beide sind eine echte Bereicherung für das bestehende Ensemble. Freue mich da auf weitere Opern

​Belcore - Ivan Thirion - gefiel mir auch hervorragend, schöne Stimme

​Dulcamara - Baurzhan Anderszhanov- klasse, wirklich klasse wie immer, er sang ja schon vorher diese Partie

Gianetta - Christina Clark - umwerfend wie immer

​Der Besuch hat sich mal wieder sehr gelohnt. Bin gespannt, wie die Inszenierung in Gelsenkirchen ausfallen wird.

24. Juni 2017, La Clemenza di Tito von Wolfgang Amadeus Mozart

Diese Oper hatte ich nur einmal im Leben gesehen: 1989 in Salzburg. Es wurde also Zeit sich dieses schöne Werk erneut anzusehen. 

Das Ganze spielt an einem Flughafen. Der Sinn erschließt sich mir nicht, aber sei's drum: es ist wenigstens ein schönes Bühnenbild. Die Kostüme: Business, es fehlt auch nicht an eifrigen Stewardessen als Bodenpersonal. Das ist schon okay. 

Die Handlung ist eigentlich ganz einfach: 

Titus hat als römischer Kaiser den Thron bestiegen und damit seinen Vorgänger Vitellius entmachtet, sehr zum Leidwesen von dessen Tochter Vitellia, hat doch auch sie an Macht verloren. Titus gilt als gütiger und mildtätiger Kaiser, ist beim Volk sehr beliebt. Vitellia kann das nicht akzeptieren, zumal er nicht sie zur Gattin gewählt hat, sondern Königin Berenike an seiner Seite als Geliebte hat. Das geht ja gar nicht, zumal die auch noch "Ausländerin" ist. Das Volk akzeptiert diese aber auch nicht. Die explosive und exzentrische Vitellia sinnt auf Rache und fordert ihren Geliebten Sestos auf Titus zu beseitigen. Für Sesto eine heikle Situation, ist er doch der beste Freund Titus. Dummerweise ist er aber der Dame völlig hörig. In ihr Gespräch platzt Annio, ein Freund Sestos, der in dessen Schwester Servilla verliebt ist. Er möge doch bitte beim Kasier vorsprechen und ihn bitten die Ehe zwischen ihm und Servilla zu stiften. Dabei erwähnt er auch, dass Titus sich von Berenike getrennt habe und nun nach einer neuen Braut Ausschau halte. Da Vitellia sich Höffnung macht, bittet sie Sesto das Attentat noch nicht auszuführen.

Titus eröffnet Sesto, dass er eine einheimische Braut nehmen will, nämlich Servilla. Er ist überrascht, dass Sesto sich darüber nicht zu freuen scheint. Annio ist entsetzt, Sesto weiß nun, dass er um das Attentat wohl nicht herumkommt, wenn er Vitellia nicht verlieren will. Eine für ihn unerträgliche Situation. Als Annio Servilla von Titus Heiratswünschen berichtet, beruhigt sie ihn und sagt, dass sie da keinesfalls zustimmen wird. Sie geht zum Kaiser und erklärt ihm mutig, dass sie ihn vielleicht ehelichen müsse, ihr Herz aber Annio gehöre. Der Kaiser ist begeistert von so viel Mut und Offenheit ihm gegenüber und gibt sie gerne frei.

Publio, Titus Vertrauter, bittet zusammen mit Annio Vitellia zu Titus, er will sie heiraten. Vitellia ist einerseits erfreut, andererseits auch entsetzt, sieht sich in einem schlimmen Konflikt: sie muss Sesto aufhalten. Das gelingt leider nicht, das Attentat wird ausgeführt. Zum Glück kommt nicht Titus ums Leben, sondern Sesto hat fälschlicherweise seinen Komplizen Lentulus schwer verletzt. Nun sieht man ihn am Boden zerstört, er will fliehen. Inzwischen ist der Attentäter gefasst, er gesteht und gibt an von Sesto angestiftet worden zu sein. Titus ist verständlicherweise entsetzt von seinem besten Freund verraten worden zu sein. Er stellt ihn zur Rede und hofft eine Erklärung zu bekommen. Sesto aber schweigt und schützt Vitellia. Vitellia ihrerseits hatte vorher von Sesto verlangt zu fliehen und ihren Namen nur ja herauszuhalten. Sie denkt einfach nur an sich. 

Servilla und Annio bitten sie sich beim Kaiser für Sesto einzusetzen, da sie doch nun seine Fra uwerde und sicher Einfluss nehmen könne. Als die beiden fort sind, quälen sie schlimme Gewissensbisse. Sie hat von Publio erfahren, dass Sesto sie wirklich geschützt und geschwiegen hat. Nun soll dieser hingerichtet werden. Ihr Gewissen lässt das dann doch nicht zu. Als der Kaiser Sesto begnadigt, tritt sie hervor und gibt zu die Drahtzieherin zu sein. Auch das entsetzt Titus natürlich. Aber schlussendlich wird er seinem Ruf gerecht und verzeiht allen. Dann verlässt er die Szene zusammen mit Vitellia.

Die Musik ist absolut hinreißend schön, am Ende hätte ich am liebsten die Repeat-Taste gedrückt. Und das Ensemble war absolut klasse:

Tito - Dmitry Ivanchey - sehr, sehr gut, tolle Ausstrahlung, schöne Stimme und eine wunderbare Bühnenpräsenz. Ein toller und würdiger Titus

Vitellia - Jessica Muirhead - super gesungen, ein richtig schön fiese und intrigante Gegngerin von Titus, gefiel mir sehr gut

Sesto - Bettina Ranch - dank der tollen Maske hatte ich sie kaum erkannt. Für ihre hinreißende Stimme habe ich wirklich inzwischen eine Schwäche entwickelt. Sie war absolut herausragend und bekam zu Recht dann doch den meisten Applaus 

Servilla - Christina Clark - ganz wunderbar und anrührend. Klasse gesungen und dargestellt

Annio - Liliana de Sousa - auch hervorragend gesungen und gespielt. Gefiel mir sehr gut

Publio - Baurzhan Anderzhanov - wunderbar wie immer. und das in jeder Hinsicht

Musikalische Leitung - Tomáš Netopil

Inszenierung und Raumkonzept - Frédéric Buhr

Bühne - Thorsten Macht

Kostüme - Regina Weilhart

Licht - Bernd Hagemeyer

Choreinstudierung - Jens Bingert

Dramaturgie - Christian Schröder

Es war ein hinreißender Opernabend, den ich auf jeden Fall wiederholen werde.

02. Juli 2017, La Clemenza di Tito von Wolfgang Amadeus Mozart

 

Heute habe ich mir diese wunderschöne Oper erneut angesehen. Schade, dass es keine Wiederaufnahme geben wird. Vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt wieder. das wäre schön. Ich habe diesen Abend erneut sehr genossen.

08. Juli 2017, Norma von Vincenzo Bellini

Von Norma bekomme ich nie genug. Heute war ich in Begleitung, die ebenfalls restlos begeistert war. Ist eben eine schöne Inszenierung mit einem super starken Ensemble. Die letzte Vorstellung schaue ich mir gerne auch noch an.

15. Juli 2017, Norma von Vincenzo Bellini

 

Auch die letzte Vorstellung begeistere mich wieder total und ließ mich schwebend nach Hause fahren. Zum Glück gibt es ja eine Wiederaufnahme, die ich auf jeden Fall auch besuchen werde, und das nicht nur einmal.

Und damit ist meine Saison im Aalto beendet. Es war wieder eine schöne Zeit, und ich freue mich auf die nächste Saison.

Bis zum 04. November 2017 mit "Rigoletto" 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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