*** Herzlich willkommen in meiner Theaterklause *** Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Aufenthalt ***
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Österreich

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Die Alpenrepublik wurde zeitweise zu meiner zweiten Heimat....

...und das ist natürlich José zu verdanken. Sicher wäre ich mal nach Österreich gefahren, ist ja ein wunderschönes Land! Aber in diesen 10 Jahren war ich dort eben sehr oft und teilweise nur mit kurzen Unterbrechungen. José hatte dort sehr viele Auftritte, insbesondere in der wunderschönen "Staatsoper", welche ein Juwel in der Opernwelt ist.

Salzburger Festspiele, 2 Liederabende am 10. und 15. August 1989

...damals noch umweht vom Geiste Karajans, der kurz vorher verstorben war. Eine nahezu magische Atmosphäre. Dort erlebte ich einige Aufführungen, auch ohne José, u. a. eine Serenade mit Werken von Mozart und Haydn, aufgeführt in der "Felsenreitschule", was an sich schon für eine wunderschöne Atmosphäre sorgte.  Am nächsten Tag dann "La clemenza di Tito" mit dem unvergessenen Gösta Winberg. Im kleinen Festspielhaus dann "Die Entführung aus dem Serail", ein Liszt-Konzert und noch ein Kirchenkonzert.

Das war damals notwendig, weil man eben nicht so leicht an Karten für José kam, und so buchte ich halt "Pakete" über ein Kulturreisebüro. War mir so egal, Hauptsache, ich konnte José sehen und hören.

José erlebte ich in zwei zauberhaften Liederabenden im großen Haus. In einem Musikgeschäft erfuhren wir dann, dass es ein Interview mit Marcel Prawy geben sollte, das später im ORF gezeigt wurde. Wir durften hin und erlebten das Ganze live. Super, einfach nur klasse. Und eben unerwartet. Weiterhin erlebten wir sämtliche Opernsänger, u. a. José, Placido Domingo, Francisco Araiza in einem Benefiz-Fußballspiel. Eine witzige Angelegenheit.

Sowas vergisst man halt auch nicht, zumal wir vor der Reise damit nicht rechnen konnten. 

 

19. und 20. Dezember 1989, Misa Criolla in Wien

Ende 1989 dann schloß ich das "Carreras-Jahr" mit einer Tournee "Missa Criolla", die durch 9 Städte führte, von denen ich 6 besuchte. In Wien wurde ich auf der Kärtner Straße von Chor-Mitgliedern und Herrn Ramirez angesprochen, die mich wieder erkannten. Ich sitze ja immer in der ersten Reihe. Das war schon ulkig...

  

26. Januar 1990, Wiener Staatsoper - Carmen - Comeback auf der Wiener Opernbühne

Allein die Kartenbeschaffung für "Carmen" war ein Drama in x Akten für sich. Auf normalem Wege hatte man sowieso keine Chance. Damals hatte man ja kein Internet zur Hilfe, und man musste seine schriftlichen Kartenbestellungen an die Staatsoper richten, ohne zu wissen, ob man denn überhaupt berücksichtigt werden konnte. Ich habe das viele, viele Jahre auf mich genommen, wobei ich durch frühe Bestellungen aber auch immer meine Karten bekam. In diesem Fall aber war das völlig zwecklos, man brach unter der Menge von Bestellungen schlicht zusammen. Also wählte ich meinen bewährten anderen Weg: "Opernreisen" hieß das damalige Zauberwort wie schon zuvor bei den Salzburger Festspielen. Man musste zwar tiefer in die Tasche greifen und auch andere Vorstellungen im Paket mit akzeptieren, aber was tut man nicht alles, wenn man etwas so unbedingt erleben möchte ... Ich buchte also ein Arrangement über "Orpheus-Reisen" in München. Im Paket waren dann noch: "Lohengrin" mit Plácido Domingo, Cheryl Studer, Claudio Abbado am Pult und "Dornröschen" als Ballett. Ebenfalls tolle Aufführungen.

Am Ankunftstag bekamen wir unsere Karten für die anderen beiden Vorstellungen, nicht aber für "Carmen". Wir waren verunsichert und auch sauer. Man murmelte etwas von Schwarzmarkt. Wie wir später erfuhren, waren tatsächlich sehr viele Karten dort gelandet, und die Veranstalter sahen sich gezwungen, "ihre" Karten von dort zurück zu kaufen. Ein Verlustgeschäft, denn von uns bekamen sie die erhöhten Preise ja nicht zurück. Ich gehörte zum Glück zu denen, die am Aufführungstag morgens ihre Karte bekamen. Wenn es auch nicht die bezahlte Preisstufe war, ich war glücklich ÜBERHAUPT eine Karte bekommen zu haben!... Es gab tatsächlich einige Gäste, die keine Karte mehr bekommen konnten, diese mussten dann mit "Cats" vorlieb nehmen, und da half kein Zetern und Drohen. Ich weiß wirklich nicht, was ich getan hätte, wenn mir das passiert wäre. Man war doch gerade wegen José gefahren und nahm schon andere Aufführungen im Paket in Kauf (in meinem Fall ja eine gute Wahl, aber es verteuerte ja alles), aber dann als Ersatz ein Musical???? Unmöglich.

Ich behielt dann meine Tasche unter dem Mantel verborgen, wozu man uns dringend geraten hatte. Es war teilweise erschütternd, was sich da abspielte. Wenn man richtig fies gewesen wäre, man hätte DAS Geschäft seines Lebens machen können. Dort saßen Fans mit verzweifelten Gesichtern vor der Oper mit Pappschildern in der Hand auf der Suche nach einer Karte für die begehrte Vorstellung. Man war bereit, jeden Preis zu bezahlen. Und ich fürchte, die meinten das auch so.

Da war ich natürlich doppelt glücklich und froh, dass ich dieses zauberhafte und für immer unvergessliche Opernerlebnis mit José erleben durfte. Ich gehörte zu den wenigen Glücklichen.

Die Stimmung war von Beginn an unglaublich emotional. Allein für die "Blumenarie" gab es einen zwanzig minütigen Applaus, der José zu Tränen rührte, und ich heulte dann gleich mit. Er war für mich sowieso DER "Don José" schlechthin, Agnes Baltsa war eine herausragende "Carmen". Allein schon wie sie zwei Teller zerschlug und als Kastagnetten benutzte, oder wie sie im letzten Akt mit den Zähnen den Ring vom Finger zieht und "Don José" diesen vor die Füße spuckte, und das mit unglaublicher Verachtung, ja, das hatte schon was! Und wie José sie dann ins Jenseits beförderte und anschließend über der Leiche zusammensackte, o lala, das war hinreißend! Samuel Ramey gab den "Escamillo". Inszenierung: Franco Zeffirelli, am Pult stand kein geringerer als Claudio Abbado.

Es gab am Ende 1 Stunde standing ovations, auch noch als der eiserne Vorhang längst heruntergefahren worden war. 

 

 14. August 1990, Liederabend in der Burgruine Finkenstein

Hier war ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln hingereist und hatte keinen Leihwagen. Hätte auch nicht viel gebracht, denn zur Burgruine musste man laufen. Und es war ein heißer Sommer. In der Burgruine war in der Mitte eine Art Marmorplattform, auf der José stand zusammen mit seinem Pianisten. Eine sehr schöne Atmosphäre. Hier mal sein Programm:

  • Scarlatti         Gia il sole dal Gango
  • Bononcini      Per la gloria d'adorarvi
  • Stradella        Pietà Signore
  • Massenet       Elegie und Ouvre tes yeux bleus
  • Tosti              Apri, Vorrei morire, non t'amo piu, l'ultima canzone
  • Obradors      Del cabello mas sutil
  • de Falla         El paño moruno
  • Ginastera      cancion al arbol del olvido
  • Tata Nacho   Intima
  • Puccini          Sole e amore, terra a mare, Menti all'avviso

Ein tolles Programm, und all diese Stücke sind mir ans Herz gewachsen, vor allem auch, weil José sie zu interpretieren wusste. Es war immer berührend und bezaubernd!

13. Januar 1991, Carmen in der Wiener Staatsoper

...und wieder einmal Wien, wieder die Staatsoper. José als "Don José" und Agnes Baltsa als seine "Carmen"... Herz, was willst Du mehr? Die zwei waren einfach ein traumhaftes Gespann und passten wunderbar zusammen. Für uns Zuschauer war es immer wieder ein Genuss, dazu Zeffirellis schöne Inszenierung.

Ich konnte von Glück sprechen, dass ich diese erste Vorstellung von 3 hatte, die anderen mussten leider wegen einer Halsentzündung Josés ausfallen.

12. Juni 1993, La Bohème, Wiener Staatsoper

Es war natürlich ein Genuß, José in einer seiner Paraderollen, dazu in dieser herrlichen Zeffirelli-Inszenierung zu sehen. Leider war seine "Mimi" ein "Fass", der man nicht so recht die Schwindsucht abnehmen wollte. Leberverfettung, sorry für diese Respektlosigkeit, wäre angebrachter gewesen. Ich fand sie ganz furchtbar und farblos. Sie war eines José überhaupt nicht würdig. Kurt Rydl hingegen war super. Das sängerische Niveau war, mit Verlaub, nicht besonders gut. Da habe ich bei uns in der Provinz wirklich bessere Abende erleben dürfen, zu einem Bruchteil des Eintrittspreises. Ganz ehrlich, hätte nicht José auf der Bühne gestanden und alles wettgemacht, ich wäre beizeiten geflohen.

Aber wegen ihm war es dann doch ein schöner Abend!

 02. März 1994, Samson und Dalila, Wiener Staatsoper

Nun also diese schöne Oper in Wien. Die Inszenierung von Götz Friedrich war eine andere als damals in Perelada, und Agnes Baltsa war eine um Klassen bessere "Dalila" als Frau Lipovsek. Allein schon von der Optik her, und außerdem war sie auch einfach die bessere Darstellerin. Was soll ich sagen? Wie immer ein super Opernabend!

24. April 1994, Bajazzo, Wiener Staatsoper (und Cavalleria Rusticana - ohne José)

Auf diese Aufführung freute ich mich auch wieder sehr. Ich hatte José in der Rolle des "Canio" ja noch nicht gesehen. Und ich muss sagen: es gefiel mir sehr. Wenn es darum geht, seine Partnerinnen ins Jenseits zu befördern, war José immer besonders gut cool  Seine Nedda war in dieser Aufführung Nancy Gustafson, die mir auch sehr gefiel. Was mich nur sehr traurig stimmte, war die Selbstdemontage von Piero Cappuccilli. Das hatte dieser große Sänger doch nun wirklich nicht nötig. Was einem José gelungen war, nach langer Krankeit wieder auf der Bühne zu stehen, gelang ihm nicht. Er war ja auch gute 20 Jahre älter. Und das Publikum reagierte sehr unsensibel auf sein Unvermögen. Einerseits brachte er seinen Part sängerisch nicht mehr wirklich, und dazu hatte er motorische Schwierigkeiten. Sie buhten ihn gnadenlos aus. Ich fand das so gemein! Egal, man hätte da durchaus etwas sensibler sein dürfen. Silvio wurde gesungen von Boje Skovhus.

Ansonsten war es ein ganz toller Operngenuss. Ich mag die beiden Kurzopern sehr. Die Inszenierungen war jeweils von Jean-Pierre Ponnelle, also wunderschön!

 

 

08. Oktober 1994, Liederabend, Oper Graz

Auch hier, in diesem schönen Ambiente schenkte uns José mit seinem Stamm-Pianisten, Lorenzo Bavaj einen wunderschönen Liederabend.

18. Dezember 1994 - Gobelinsaal der Wiener Staatsoper

Kurz vor Weihnachten bot sich mir ein ganz besonderes Schmankerl: anlässlich des 10-jährigen Club-Jubiläums des Wiener Carreras-Fan-Clubs fand zugunsten der Carreras-Foundation ein kleiner Festakt statt. Ein sehr festlicher Moment im Beisein von "unserem" José, der die ganze Zeit bei uns geblieben war. Nach dem offiziellen Teil hatten wir noch Gelegenheit, uns mit ihm zu unterhalten.

19. Dezember 1994, Fedora, Wiener Staatsoper

Das war natürlich eine hervorragende Gelegenheit, beides miteinander zu verbinden: die Gala mit einem Opernabend. Agnes Baltsa war erneut die "Fedora", und auch diese Wiener Inszenierung gefiel mir ausgesprochen gut. Es war eine Inszenierung von Jonathan Miller, am Pult stand Fabio Luisi. Schön klassisch mit passenden Kostümen.

Wien im Advent ist natürlich auch immer wieder etwas Besonderes, und so fuhr ich beglückt wieder heimwärts.

 

 05. September 1995, Hérodiade, Staatsoper Wien

Ich liebe dieses Werk, und auch dieses wird praktisch nie aufgeführt. Ich frage mich nur, warum das so ist. José ist ein absolut traumhafter Jean, man muss das einfach mal erlebt haben! Dazu diese berührende Musik von Massenet. Dolora Zajick gab dieses mal die Herodias, Juan Pons den Herodes, Eliane Coelho die Salome und Ferruccio Furlanetto den Phanuel. Die Inszenierung war ungewöhnlich modern, (von Richard Bletschacher und Hermann Nitsch), was nicht jedem gefiel. Ich fand das jetzt auch nicht soooo toll, aber es störte mich auch nicht weiter.

16. Dezember 1995, Jérusalem, Staatsoper Wien

 02. Juni 1996, Jérusalem, Staatsoper Wien

Jérusalem ist bekanntlich ein Remake von "I Lombardi" und unterscheidet sich kaum von der ursprünglichen Oper, außer dass französisch gesungen wird. Auch wieder ein ungemein schönes Werk, das zu selten aufgeführt wird. Das ist so schade, denn die Musik ist anrührend. José war wunderbar wie immer. Wenigstens bringen die großen Häuser mal solche Werke auf die Bühne. Die kleinen trauen sich nicht, weil sie glauben, dass die Zuschauer dann wegbleiben. Das ist nicht richtig so, ich denke eher, dass das Publikum durchaus experimentierfreudig ist, wenn es gut gemacht wird. Ich denke nur an "L'assedio di Calais" von Donnizetti. Das "MiR" in Gelsenkirchen traute sich, und das Publikum war restlos begeistert und zeigte dies durch ausverkaufte Vorstellungen.

Die Inszenierung war von Robert Carson, Dirigent war Zubin Mehta.

 

 02. November 1996, Fanclubtreffen im Ana Grand Hotel

An diesem Treffen nahm José die ganze Zeit teil, und wir verbrachten sehr angenehme Stunden miteinander. Auch hier konnte ich erneut zwei Veranstaltungen miteinander verbinden...

03. November 1996, Stiffelio, Staatsoper Wien

Es handelte sich um eine Koproduktion zwischen London, Mailand und Wien, so dass wir hier die gleiche Inszenierung geboten bekamen, nur mit anderen Partnern für José … Mara Zampieri und Renato Bruson. Natürlich war auch dies wieder ein hervorragendes Opernerlebnis, und ich bin froh, dass ich das erleben durfte. Ich habe Stiffelio ansonsten nie wieder auf Spielplänen gesehen.

Wien ist ein wahres Dorado für Opernfans. Und man kann dort ausgezeichnet Fotos einkaufen, insbesondere im "Arcadia", wo wir Dauergast waren und viele, viele Schillinge gelassen  haben. Hier kam man an Aufnahmen, die man selber nie hätte machen können, nämlich zum Beispiel Szenenfotos oder auch Privataufnahmen von José. Wir Zuschauer durften ja immer erst zum Schluss am Vorhang fotografieren und bei Konzerten ab den Zugaben. Also muss ich mich an den vielen, vielen Fotos alleine erfreuen smiley , denn eine Veröffentlichung, so schön es wäre, ist aus Copyright-Gründen nicht möglich. Schade.

Auch fanden wir bei unserer Jagd auf Fotos noch andere Läden, einmal einen versteckten kleinen Kramladen im Souterrain, der auch wahre Schätze für uns bereit hielt.

Immer wieder auch schrieb ich an Fotografen, die mir stets gerne geholfen haben. Ich bekam per Post oder Fax eine Liste der Fotos und konnte dann, teilweise sogar auf Rechnung, manchmal mit Vorkasse, bestellen. Einige waren sogar erstaunt, angeschrieben zu werden. Sie nahmen das kleine Nebengeschäft aber dann auch gerne mal an. Und was hat man nicht auch Jagd auf Videoaufnahmen gemacht. Es war so egal wie die Qualität war, Hauptsache war doch, dass man wieder eine Perle ergattert hatte und der Sammlung hinzufügen konnte. Und über die neuen Bildschirme sehen die alten Kopien man gar nicht so übel aus.

 

 


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