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Oper in Essen

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Oper in der Ruhrmetropole (Saison 2014/2015)

 

29.04.2014

Das neue Programm wird in Kürze veröffentlicht. Aber auf der Webseite des Aalto  fand ich bezüglich der Premieren schon ein paar Informationen:

 

Manon Lescaut - Idomeneo - Rusalka - Le grand Macabre - die schweigsame Frau.

Das klingt doch schon mal sehr interessant. Auch wenn ich Strauss nicht sonderlich viel abgewinnen kann, werde ich mir dieses Werk doch mal ansehen, weil es mir vom Inhalt her gefällt. Rusalka habe ich im MiR nicht angesehen, was mich heute noch ärgert.

Auf die Wiederaufnahmen bin ich echt gespannt. Bald mehr ...

30.04.2014

Gerade sehe ich, dass das neue Programm fertig ist. Ich werde es mir Ende des Monats mitnehmen. Eine super schöne Auswahl:

Wiederaufnahmen:

Nabucco - Così fan tutte - Zauberflöte - Luisa Miller - Entführung aus dem Serail - Traviata - Ariodante - Jenufa - Fledermaus - Werther - Turandot - Walküre - Fidelio - Falstaff.

Klingt spannend, oder? Da werde ich wieder sehr, sehr oft im Aalto sein wie schon die letzten Saisons. Die Auswahl ist einfach klasse und umfangreich! Schade, dass die Straniera nicht gespielt wird, ich denke aber mal, dass man Frau Petersen und Herrn Grassi nicht bekommen hat. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Manche Produktion schlummert lange bis sie wieder hervorgeholt wird. Und die zwei sind begehrt. Dann klappt es sicher in einer nächsten Saison wieder. Es war ja ein großer Erfolg, und man kann sicher sein, dass sie jederzeit wieder so gute Zuschauerzahlen erreichen wird.

06.05.2014:

Wie ich gerade gesehen habe, beginnt man mit einer Wiederaufnahme - Nabucco - am 14.09.2014. Ein schöner Auftakt!

14. September 2014, Nabucco von Giuseppe Verdi - Wiederaufnahme

Nach dem hinreißenden "Maskenball" am Vortag in Dortmund freute ich mich nun ganz riesig auf "Nabucco", der ebenfalls zu meinen Lieblingswerken Verdis gehört. Geschichte und Musik sind einfach nur berührend, und ich kann sie mir immer wieder ansehen und anhören.

Ich hatte diese Produktion vor ein paar Jahren schon gesehen und war, was die Darsteller betrifft, nicht immer glücklich. Die Nabuccos haben mir nie wirklich gefallen, das ging von "geht gar nicht" bis "naja, kann man lassen". Der einzige, der mich  wirklich beeindruckte, war  Michele Kalmandi. Die Abigailles hatten es auch nicht wirklich drauf - die erste sah toll aus, aber mit deren Stimme hätte man mühelos Glas schneiden können, die nächste war weniger attraktiv, sang aber immerhin so, dass man sich das anhören konnte. Und da dies ja große Rollen sind, war es auch nicht immer ein toller ungetrübter Genuss.

Nun hoffte ich darauf, dass heute alles anders sein würde, und genau so war es. Das Ensemble war durchweg auf allen Positionen einsame Spitze! Dazu später mehr.

Man sieht zunächst eine etwas karge Bühnenausstattung: links und rechts alles schwarz, in der Mitte ist ein Konstrukt in schwarz mit herausgehämmerten hebräischen Schriftzeichen, die angeleuchtet werden, davor ein kleines Podest, oben eine eckige Öffnung. Das einfache Volk ist schlicht gekleidet, die Geistlichen typisch wie die orthodoxen Juden, da fehlte nichts bis ins kleinste Detail. Im nächsten Teil wird eine halbrunde Konstruktion aus hellem Holz sichtbar. Darin enthalten ist ein Durchgang und vorne eine Art "Vitrine", in welcher sich die Herrscher-Insignien - dunkelblauer Mantel mit weißem Pelzbesatz und Krone - befinden. Vorne ist eine Art Tresor eingelassen, aus dem Abigaille das Schriftstück ihrer wahren Identität herausholt und vernichtet. Im hinteren Teil des Konstrukts ist der Tempel, links ist eine Wendeltreppe, die nach oben führt. Das Ganze ist drehbar. Das Lager der Hebräer ist mit Stacheldrahtzaun versehen. Bevor Nabucco stürzt, kommt von oben ein goldener Pfeiler herunter. Ich erinnere mich, dass sich früher die Bühne teilte. Das war heute nicht der Fall.

Die Kostüme der Hofgesellschaft sind durchweg schick, mal mehr mal weniger geschmackvoll, Abigaille sieht man zunächst im Kampfanzug und Gewehr, es sind auch immer Soldaten dabei. Später trägt sie einen schwarzen Hosenanzug, Stiefel und weiße Bluse mit Bindeschleife. Das Jackett ist weiß abgesetzt am Revers und den Ärmeln. Und als Herrscherin trägt sie ein rubin rotes Kleid mit Schleppe, schulterfrei, dazu Satinschuhe in gleicher Farbe. Fenena trägt zunächst ein grasgrünes glänzendes Kleid mit einem schwarzen Gürtel, dazu eine Strickjacke im gleichen Farbton wie das Kleid, dunkle Schuhe und Strümpfe, später einen schwarzen wadenlangen Rock und ein hellgrünes langärmeliges T-Shirt. Nabucco erscheint anfangs fein gekleidet in einem dunklen Anzug mit hellem Binder und einem hellblauen Schal, darüber einen Mantel. Als gefallener Frevler trägt er seine dunkle Hose, dazu ein schmutziges zerknittertes Hemd. Am Ende hat er wiederum das Kostüm vom Anfang an.

Allzu modern finde ich die Inszenierung jetzt nicht, teilweise nüchtern, ja, aber diese unendlich hinreißende Musik braucht das auch nicht. So kann man sich voll und ganz darauf konzentrieren.

Hier mal der Inhalt im Detail:

Erster Akt – Jerusalem

Im Tempel des Salomon in Jerusalem

Die Hebräer und Leviten sind in Salomons Tempel versammelt, um das Schicksal der Israeliten zu beklagen, die vor kurzem vom babylonischen König Nabucco besiegt wurden. Dieser marschiert gerade in die Stadt ein. Der Hohepriester Zaccaria ermutigt seine Gefolgsleute, die Hoffnung nicht aufzugeben, da sie in Nabuccos Tochter Fenena eine wertvolle Geisel besitzen. Fenena wird durch Ismaele bewacht, den Neffen des Königs Sedecia von Jerusalem. Ismaele ist in Fenena verliebt, die ihn unter großem persönlichem Risiko befreit hatte, als er Gefangener in Babylon war. Diese Gunst möchte er nun zurückgeben. Die zwei planen fortzulaufen, als Abigaille, von der jeder glaubt, sie sei Nabuccos erstgeborene Tochter, an der Spitze von als Hebräer verkleideten babylonischen Soldaten den Tempel betritt. Abigaille offenbart Ismaele ihre Liebe und bietet an, alle Hebräer freizulassen, wenn er ihre Liebe erwidert. Ismaele will sich nicht erpressen lassen. Währenddessen begehren Hebräer, die von Nabuccos Soldaten gejagt wurden, Zuflucht im Tempel. Nabucco erscheint. Zaccaria droht, Fenena zu töten, wenn Nabucco und seine Leute es wagen, den heiligen Platz zu missachten. Er hebt den Dolch, aber Ismaele schreitet ein und rettet sie vor dem Tod. Zaccaria verdammt den Verräter. Nabucco umarmt seine Tochter und befiehlt, den Tempel niederzubrennen.

Zweiter Akt – Der Frevler

1. Szene – Die königlichen Zimmer im Palast in Babylon

Aus einem von Nabucco geheim gehaltenen Dokument erfährt Abigaille ihre wahre Herkunft. Sie ist nicht Nabuccos Erstgeborene, sondern die Tochter einer Sklavin.

Sie ist entschlossen, sich an Fenena und Nabucco zu rächen, da Nabucco den Thron ihr anvertraut hat, während er die Hebräer bekämpft. Sie will ihre Rivalin töten, den Thron übernehmen und die Nachricht verbreiten, dass Fenena tot sei. Ihr Vorhaben wird durch den Hohepriester des Baal unterstützt.

2. Szene – In einem anderen Flügel des Palastes

Zaccaria ist frei. Er und seine Leute bekehren Babylonier, die zum jüdischen Glauben konvertieren. Der Chor der Leviten verwünscht Ismaele, da er Fenena das Leben gerettet hat. Sie verachten ihn wegen seines Verrates (Fluchtmöglichkeit für Fenena). Zaccaria gebietet dem Chor Einhalt – Ismaele sei kein Verräter, da er das Leben einer Konvertierten gerettet hat.

Abigaille ist dabei, ihren Plan auszuführen, die Macht an sich zu reißen, als Nabucco zurückkehrt. Er ergreift die Krone und erklärt sich selbst zum Gott, den die Leute bis in alle Ewigkeit anbeten sollen. Blitze schlagen neben dem König ein, er verliert den Verstand. Abigaille setzt sich die Krone auf.

Dritter Akt – Die Weissagung

1. Szene – Die hängenden Gärten im königlichen Palast in Babylon

Abigaille, die sich selbst zur Königin ernannt hat, sitzt auf dem Thron im Beisein des Hohepriesters, um die Huldigung der Adligen zu empfangen. Der wahnsinnig gewordene Nabucco erscheint. Abigaille bringt ihn mit List dazu, das Dokument zu unterschreiben, mit dem das Todesurteil der Hebräer, inklusive der konvertierten Fenena, vollstreckt werden kann.

Nabucco realisiert dies zu spät, protestiert und droht Abigaille, die Details ihrer Geburt offenzulegen. Er sucht nach dem Dokument über ihre Herkunft, aber Abigaille hat es schon und zerreißt es. Sie übergibt den alten König den Wachen und lässt ihn einsperren. Nabucco bittet sie um Verzeihung und verspricht, den Thron abzutreten, wenn Abigaille Fenena verschont. Abigaille lehnt den Vorschlag ab.

2. Szene – An den Ufern des Euphrat

Die Hebräer, zur harten Arbeit verdammt, beklagen ihr „schönes und verlorenes Heimatland“ und rufen den Herrn um Hilfe. Zaccaria ermutigt die Leute mit einer Prophezeiung, dass eine furchtbare Rache Babylon heimsuchen werde.

Vierter Akt – Das zerbrochene Götzenbild

1. Szene – Räume des königlichen Palastes in Babylon

Nabucco, der aus einem tiefen Schlaf voller Alpträume erwacht, hört Fenenas Namen von der Straße; die Gefangenen und Fenena werden zur Hinrichtung geführt. Er kniet nieder, um den Gott der Hebräer um Erbarmen anzuflehen. Der Wahnsinn verlässt ihn. Plötzlich öffnet sich das Tor, und eine Gruppe königstreuer Wachen erscheint. Mit gezogenem Schwert folgen sie ihm, um seine Krone zurückzufordern und Fenena zu befreien.

2. Szene – im königlichen Palastes in Babylon

Fenena wurde mit anderen Hebräern zum Opferaltar gebracht. Der Hohepriester des Baal führt die Opferzeremonie durch, als Nabucco und seine Gefolgsleute eintreten. Er befiehlt, das Götzenbild umzustürzen. Es fällt zu Boden und zersplittert. Die Juden sind befreit, und Nabucco ermahnt seine Leute, sich vor dem Gott der Juden Jehova zu verneigen. Die besiegte Abigaille vergiftet sich. Sterbend bittet sie den Gott der Hebräer um Vergebung. Nabucco preist zusammen mit dem Volk Israels Jehova und die wiedergewonnene Freiheit.

Und nun zur absolut perfekten Besetzung:

  • Nabucco - Heiko Trinsinger - er bot uns eine absolute Sternstunde! So intensiv berührend habe ich ihn eigentlich noch nie erlebt. Ich mag Herrn Trinsinger sowieso sehr und höre seine Stimme immer wieder gern. Sein zunächst herrisches Auftreten kennt man ja zum Beispiel aus Rollen wie die des "Pizarro", aber als gefallener Frevler musste er ja so ganz anders sein. Und das gelang ihm auf der ganzen Linie. Er war so sehr berührend als er von Abigaille niedergemacht wurde, als er um Fenenas Leben bat, als er im Gefängnis saß und langsam wieder zu Verstand kam und am Ende als Geläuterter. Das war absolut hinreißend gesungen und dargestellt. Richtig, richtig klasse!
  • Ismaele - Alexsey Sayapin - sah mit Brille niedlich aus. Diese Rolle gibt ja so viel nicht her, aber er meisterte sie in gewohnt guter und solider Qualität.
  • Zaccaria - Almas Svilpa - hinreißend! Er war wirklich super toll in allen Belangen und ein wunderbarer Gegenpart zu Nabucco. Gefiel mir ausnehmend gut!
  • Abigaille - Katia Pellegrino - geht doch! Endlich mal eine richtig gute Darstellerin dieser Rolle in Essen: gut aussehend mit schönen roten Haaren, guter Figur und ausgestattet mit einer Mordsstimme, die niemals schrill wurde. Wie angenehm im Gegensatz zu den früheren Damen. Und wenn Blicke töten könnten, wäre Nabucco tot umgefallen. Ihre Mimik, ihre Darstellung waren köstlich, es machte Spaß ihr zuzusehen und zuzuhören. Toll!
  • Fenena - Ieva Prudnokovaite - Sie war so wunderbar zart und berührend, was ihrer schmalen Figur ja sehr zupass kam. Sie sang phantastisch und stellte Fenena wundervoll dar. Sehr, sehr gut und eben sehr berührend.
  • Oberpriester des Baal - Tijl Faveyts - Sah mit dem hellen Make-Up, dem Krönchen und dem auffälligen roten Überwurf mit Goldverblendungen richtig verändert aus. Habe ich erst gar nicht erkannt. Auch er füllte diese Rolle gewohnt wunderbar aus!
  • Abdallo - Arman Manukyan - ausgezeichnet wie immer, wenn er als Solist auftritt!
  • Anna - Liliana Sofia Ferreira de Sousa - niedlich und berührend mit schöner Stimme ausgestattet.
  • Musikalische Leitung - Giuliano Carella
  • Inszenierung - Andreas Baesler
  • Bühne - Harald Thor
  • Kostüme - Alfred Mayerhofer
  • licht - Manfred Kirst
  • Choreinstudierung - Alexander Eberle
  • Dramaturgie - Andreas Wendholz, Nils Szczepanski
  • Szenische Leitung der Wiederaufnahme - Manuel Schmitt
  • Statisterie des Aalto-Theaters
  • Opern- und Extrachor des Aalto-Theaters
  • Essener Philharmoniker

Das Publikum war am Ende total begeistert und spendete frenetischen Applaus, die Bravo-Rufe nahmen kein Ende. Das übertrug sich auch auf die Bühne. Die Künstler freuten sich sichtlich und waren am Ende auch mal richtig heiter und übermütig.

Ein mehr als gelungener Saisonauftakt! Ich freue mich schon auf die nächsten zwei Vorstellungen, die ich Mai besuchen werde.

04. Oktober 2014, Manon Lescaut von Giacomo Puccini - Premiere

Als sich der Vorhang öffnete, dachte ich "ja, interessantes Bühnenbild", und dann die wirklich tollen und bezaubernden, phantasievollen Kostüme. Auch das Puccini "selber" auf der Bühne stand, fand ich eine gute Idee. Ich interpretierte das Ganze für mich so, dass er offenbar das Stück auf der Bühne entwickelte. Eigentlich interessant.

Dann aber war ich im Laufe der Vorstellung sehr froh, die Oper überhaupt so gut zu kennen, denn - es gab keinen Handlungsstrang (!). Stattdessen poppten immer wieder Szenen auf, die einem bekannt waren, aber dann wurde man wiederum zwischen den Jahrhunderten hin- und hergeschickt, es war für mich nur Stückwerk, kein homogenes Werk. Damit waren viele Zuschauer überfordert. Nun gut, ich genoss die wunderbare Musik, die wirklich super schönen Kostüme und die durchaus interessante Ausstattung - eine Freiheitsstatue, die immer mal wieder auseinandergepflückt und wieder zusammen gesetzt wurde, die große Hand mit der Fackel, der Kopf mit der Krone, welcher ein Innenleben hatte: mal sprangen von einem halbrunden Sofa die Madregalen, dann wieder erkannte ich eine Art Schrankkoffer, und man sah riesig groß die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten mit dem Datum: 4. Juli 1776. Aus dieser sprangen dann Figuren des Rokoko, entsprechend toll bekleidet.  In dem anderen Jahrhundert waren die Akteure auch entsprechend schön kostümiert.

Was mich aber störte war, dass viel zu viel Action auf der Bühne war, die von der Musik ablenkte. Es standen große Holzkonstrukte auf der Bühne, auf welcher die Akteure herumzuklettern hatten, und diese Teile wurden ständig hin- und hergeschoben. Sehr störend und unnötig.

Puccinis wundervoller Musik tat das jetzt keinen Abbruch, und die Darsteller waren wirklich sehr, sehr gut, und sie fügten sich in diese seltsame Inszenierung mit Bravour. Einzig, das muss ich aber leider sagen, Frau Kapplusch - ich mag sie wirklich sehr, sehr gerne und ich schätze sie sehr - war an diesem Abend in einer Rolle, die mir für sie nicht passend erschien.  Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sie eine reifere Dame ist, die leider die Kriterien für die Darstellung eines jungen Mädchens nicht (mehr) erfüllt. Das ist überhaupt gar nicht negativ oder böse gemeint, aber ich nahm ihr die Rolle einfach nicht ab.  Sie war auch die einzige von den Darstellern, die Buhs einstecken musste. Das nun fand ich nicht angemessen und sehr gemein, das tut man einfach nicht. Ich finde, das sagte ich schon, Buhrufe immer stillos, respektlos und primitiv. So etwas gehört in kein Opernhaus und in kein Theater.

Es hätte ein schönerer Opernabend sein können. Schade eigentlich. So laute Buhs für die Regie habe ich in Essen wirklich noch nicht gehört. Eigentlich wollte ich noch meinen Mann und meine Mutter mitnehmen, aber das lasse ich, die kämen mit dieser Inszenierung trotz der schönen Optik nicht klar. Und ich belasse es für mich auch bei dem einen Mal, was unter anderen Umständen bestimmt nicht der Fall gewesen wäre.

Trotzdem hier mal der Inhalt (Quelle: Wikipedia)

 

 1. Aufzug

Auf dem Platz vor der Pariser Post in Amiens wartet eine Menschenmenge auf die Postkutsche aus Arras. Die fröhliche Menge verspottet den Studenten Des Grieux als in Liebesdingen unbedarft, dieser bringt daraufhin ein Ständchen. Mit der Postkutsche treffen Manon Lescaut, ihr Bruder, der sie auf Geheiß des Vaters in ein Kloster bringen soll, und der Steuerpächter Geronte de Ravoir ein. Des Grieux verliebt sich auf den ersten Blick in sie, spricht sie an und erfährt von ihrer geplanten Zukunft. Er überredet sie, sich abends noch einmal mit ihm zu treffen. Geronte de Ravoir hat jedoch auch ein Auge auf Manon geworfen und bereits den Wirt mit Geld dazu bewogen, eine Kutsche bereitzustellen. Edmondo, ein mit Des Grieux befreundeter Student, hat den Handel belauscht und berichtet Des Grieux davon. Dieser kann auf dem abendlichen Treffen Manon überzeugen, mit ihm zu fliehen. Beide verschwinden in der von Geronte gemieteten Kutsche, während Geronte und der betrunkene Lescaut von der Menge verhöhnt werden.

2. Aufzug

Nachdem Manon kurze Zeit mit dem mittellosen Des Grieux in Paris gelebt hat, hat ihr Bruder sie zu Geronte gebracht. Dieser hat sie mit Geschenken überhäuft und lässt ihre Schönheit von seinen Freunden bewundern. Eine kleine Tanzdarbietung folgt. Als die Gesellschaft gegangen ist und Manon sich anschickt, ihnen zu folgen, tritt Des Grieux ein, den Lescaut geholt hat, und Manon wirft sich in seine Arme. In diesem Moment kehrt jedoch Geronte zurück, erkennt die Situation und eilt unter Drohungen davon. Lescaut und Des Grieux drängen zur Flucht, Manon aber kann nicht von ihrem Schmuck lassen und beginnt, ihn einzupacken. Schließlich ist das Haus bereits von Soldaten umstellt, die Geronte geholt hat, und eine Flucht unmöglich. Manon wird verhaftet.

3. Aufzug

Manon ist zur Verbannung in die amerikanische Strafkolonie verurteilt worden. Obwohl sämtliche Versuche Des Grieuxs und Lescauts fehlgeschlagen sind, unternehmen sie einen letzten Versuch, sie zu befreien. Der Streich misslingt jedoch. Manon wird auf das Schiff geführt, das sie nach Amerika bringen soll. Der verzweifelte Des Grieux kann schließlich den Kapitän überreden, ihn mitzunehmen.

4. Aufzug

Nachdem Des Grieux fälschlicherweise glaubt, im Duell einen Nebenbuhler getötet zu haben (was in Abbé Prévosts Roman, nicht aber in der Oper geschildert wird), fliehen beide und befinden sich nun in der Wüste. Manon wird immer schwächer und schickt Des Grieux, Wasser zu holen. Er kommt jedoch mit leeren Händen zurück. Manon beteuert – schon vollständig entkräftet – ihre ewige Liebe zu Des Grieux und stirbt in seinen Armen.

Nachstehend die Darsteller und ihre Rollen:

  • Manon Lescaut - Katrin Kapplusch
  • Lescaut, ihr Bruder - Heiko Trinsinger
  • Renato des Grieux - Gaston Rivero
  • Geronte di Ravoir - Tijl Faveyts
  • Edmondo/Tanzmeister/Laternenanzünder - Abdellah Lasri
  • Wirt/Sergeant/Kommandant - Baurzhan Anderzhanov
  • Madrigalistin - Michaela Selinger
  • Madrigalistinnen - Christina Hackelöer, Kyung-Nan Kong, Michaela Sehrbrock, Yonghui Seong, Julia Wietler
  • Puccini - Mathias Kopetzki
  • Musikalische Leitung - Giacomo Sagripanti
  • Inszenierung - Stefan Herheim
  • Bühne- Heike Scheele
  • Licht - Fabio Antoci

Ich habe den Abend dennoch zu genießen gewusst.

11. Oktober 2014, Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart  

Ich weiß jetzt auch nicht, was ich bislang gegen dieses Werk haben konnte. Bisher habe ich immer einen Bogen darum gemacht. Jedenfalls bin ich froh, mir die Oper nun endlich mal angesehen zu haben.

Die Inszenierung gefiel mir schon mal sehr, es benötigt ja nicht viele Requisiten, wenn alles harmonisch angeordnet ist, fügt es sich zu einem runden Bild. Der Bühnenboden ist ein Schachbrett, auf dem die Figuren, von Alfonso dirigiert, hin und hergeschoben werden. Seitlich sind Plateaus mit Szenen in schwarz-weiß zu sehen, dann sieht man ein paar Metallstühle, im nächsten Bild führt eine Bodenklappe nach unten, es ist die Wohnung der beiden Schwestern. Eine farbige Wand beinhaltet die Kleiderschränke der zwei Damen, dafür wurde jeweils eine Art Schiebetür nach oben geschoben, eine Schwingtür in rot ziert die Fotos der zwei, auf denen dann später die Bilder der zwei Bräutigame geklebt werden, im zweiten Aufzug dann sieht man Figurinen aus Pappmaché in ganz schicken roten Rokokokleidern. Dahinter sind Damen aus dem Chor versteckt, die den an sich kopflosen Figuren ihre Köpfe leihen. Die Bühne senkt sich vor dem zweiten Aufzug, und eine Treppe führt nach unten ins Ankleidezimmer der Damen, wo man einen großen Spiegel sieht, der auf einer kleinen Kommode mit Schubladen steht.

Die Kostüme waren ebenfalls sehr passend: zunächst tragen die Herren Uniformen, es sind ja Soldaten, die Damen hübsche Sommerkleider, später sind sie, als die Verlobten vermeintlich in den Krieg ziehen müssen, in schwarz und zum Maskenball in rotem Rokoko-Stil gekleidet, ebenso die vermeintlichen Fremden, die sich zunächst in Nadelstreifen in schwarz weiß vorstellen mit Ohrring im Ohr (sehr dandyhaft), dann auch im Rokoko-Stil in rot, am Ende dann wieder in Uniform. Alfonso ist die ganze Zeit über schick im Anzug mit Weste, Mantel und Hut, alles in Beigetönen, zu sehen.

Das war schon mal alles sehr schön anzusehen.

Die Musik gefiel mir ebenfalls ausgesprochen gut, es gibt wunderschöne Arien, Duette und Quartette.

Hier mal der Inhalt, den die meisten sicher kennen:

Erster Akt

Die Oper spielt im Neapel des 18. Jahrhunderts. Die jungen Offiziere Ferrando und Guglielmo rühmen sich, dass die beiden aus Ferrara stammenden Schwestern Dorabella und Fiordiligi, die sie über alles lieben, ihnen niemals untreu werden könnten. Don Alfonso, ein zynischer Mann von Welt, hat aber seine eigenen einschlägigen Erfahrungen und bietet darum Ferrando und Guglielmo ob ihrer Überzeugung eine Wette an. Beide gehen siegessicher darauf ein.

Währenddessen schwärmen sich die Frauen im Garten des Hauses gegenseitig von der unzerbrechlichen Liebe ihrer Partner vor, bis Don Alfonso scheinbar völlig aufgelöst hinzu kommt und ihnen mitteilt, dass Ferrando und Guglielmo auf Geheiß des Königs in den Krieg ziehen müssen. In der folgenden Abschiedsszene besteigen die Männer, nun in Kriegsmontur, schließlich ein Schiff, besetzt von als Soldaten verkleideten Dorfbewohnern. Despina, das Hausmädchen und rechte Hand von Alfonso, versucht, Dorabella und Fiordiligi mit weisen Ratschlägen und Ansichten über Männertreue – insbesondere bei Soldaten – auf andere Gedanken zu bringen. Schon wenig später kehren Ferrando und Guglielmo, verkleidet als fremdländische Adlige, ins Haus zurück, wo sie auch sogleich beginnen, die Braut des jeweils anderen zu umschwärmen. Heftig zurückgewiesen, täuschen die beiden exotischen Gestalten ihren Selbstmord durch Gift vor und werden vom eilig herbeigerufenen Doktor (in Wirklichkeit die verkleidete Despina) in „geheilt“. Die weitere, mitleidige Fürsorge wird in die Hände von Fiordiligi und Dorabella gelegt. Als die vermeintlichen Selbstmörder erwachen, fordern sie erneut einen Kuss und werden wieder abgewiesen.

Zweiter Akt

Despina erklärt den Schwestern, dass man Liebe und Treue nicht so wichtig nehmen darf. Doch die Herzen der beiden Mädchen sind schon längst erweicht für die Fremden. In romantischer Atmosphäre „fällt“ zunächst Dorabella. Fiordiligi aber folgt noch ihren Gefühlen und beschließt, ihrem Guglielmo in den Krieg nachzuziehen. Sie wird aufgehalten von Ferrando. Er droht, sich zu töten, falls sie ihn nicht erhöre. Da gesteht sie ihm ihre Liebe. Eine Doppelhochzeit wird vorbereitet. Nachdem die Frauen den Ehevertrag unterschrieben haben, erklingt hinter der Bühne der Militärmarsch, der die „Heimkehr“ der Soldaten verkündet. Die verkleideten Ehegatten verlassen heimlich das Zimmer und kommen wieder, nun als Guglielmo und Ferrando. Voller zwiespältiger Freude werden die Männer in die Arme genommen. Don Alfonso spielt den angeblich Heimgekehrten den soeben besiegelten Ehevertrag zu, es kommt zu einer großen Eifersuchtsszene. Die beiden Frauen gestehen zerknirscht ihre Untreue, Ferrando und Guglielmo jedoch, die die Wette mit Alfonso verloren haben, decken ihrerseits den unfairen Schwindel auf. Alfonso befiehlt den vier jungen Menschen, einander zu umarmen und zu schweigen. Despina ist verwirrt und beschämt, dass Don Alfonso sie benutzt hat, tröstet sich aber damit, dass sie es mit vielen anderen genau so macht. Am Ende steht ein Loblied: Glücklich sei der Mensch, der alles nur von der besten Seite nimmt und trotz der Wechselfälle des Lebens, über die er lacht, die Ruhe bewahrt.
 
Und das war die heutige Besetzung: 
  • Fiordiligi - Sharon Kempton - ein Gast aus Australien, ausgestattet mit einer unglaublich schönen Stimme. Sie sang die schwierige Partie absolut mit Bravour und zeigte auch ein großes schauspielerisches Talent. Eine tolle Besetzung!
  • Dorabella - Karin Strobos - auch sie gefiel mir wieder super gut, stimmlich wie darstellerisch
  • Guglielmo - Martijn Cornet - ein wunderbarer Bariton, den ich immer wieder gerne sehe und höre
  • Ferrando - Michael Smallwood - ein war einmal mehr richtig süß und berührend. Schön, dass ich ihn mal wieder sehen konnte. Auch ein toller Künstler, den ich sehr gerne mag!
  • Despina, Zofe - Christina Clark - eine Paraderolle für diese tolle Künstlerin. Sie sang wie immer klasse und stellte die Despina zum Schreien komisch dar. Super!
  • Don Alfonso, alter Philosoph - Baurzhan Anderzhanov - auch für ihn war es erneut eine Paraderolle, die man ihm voll abnahm. Ein toller Künstler, den ich auch total gerne mag!
  • Musikalische Leitung - Yannis Pouspourikas
  • Inszenierung - Johannes Schaaf
  • Ausstattung - Kathrin-Susan Brose
  • Licht - Manfred Kirst
  • Choreinstudierung - Alexander Eberle
  • Dramaturgie - Wolfgang Willaschek
Es war ein richtig schöner und unterhaltsamer Opernabend!
 
15. November 2014, Die Fledermaus von Johann Strauss  
 
Diese Operette zählt zu den wenigen, die ich wirklich mag, und die Essener Inszenierung ist auch ausgesprochen gut gemacht, da bekommt man Lust mitzufeiern. Es ist eine bunte und schöne Produktion (schauen sie sich einfach dazu mal die Fotos auf der Webseite des Aalto an), denn eine Beschreibung in detaillierter Form würde hier fast den Rahmen sprengen. Auch die Besetzung war richtig, richtig klasse:
 
  • Gabriel von Eisenstein, Privatier - Rainer Maria Röhr
  • Rosalinde, seine Frau - Inga-Britt Andersson
  • Dr. Falke, sein Freund - Martijn Cornet
  • Adele, sein Dienstmädchen - Julia Amos
  • Dr. Blind, sein Anwalt - Albrecht Kludszuweit
  • Alfred, ein Tenor - Abdellah Lasri
  • Prinz Orlofsky - Michaela Selinger
  • Ida, Adeles Schwester - Yara Hassan
  • Frank, Gefängnisdirektor - Michael Haag
  • Frosch, Gefängniswärter - Tom Zahner
  • Ivan, Diener Orlofskys - Matthias Koziorowski
  • König Champagner - Nwarin Gad
Weiterhin Theatergeister, Personal Orlofskys, DJ, Gäste
 
Hier war jede Position absolut perfekt besetzt, und das Publikum wusste dies auch sehr zu schätzen.
 
Hier mal der Inhalt für diejenigen, die ihn eventuell doch nicht kennen:

Erster Akt

Gabriel von Eisenstein muss eine Arreststrafe wegen Beleidigung einer Amtsperson antreten. Da befolgt er gerne den Rat seines Freundes Dr. Falke, sich in der Nacht noch beim Prinzen Orlofsky zu amüsieren. In Wirklichkeit hat Dr. Falke vor, sich für einen früheren Streich Eisensteins zu revanchieren (die Operette hat den vollen Namen „Die Rache einer Fledermaus“). Rosalinde von Eisenstein lässt ihren Gemahl gern ziehen, als der vermeintlich ins Gefängnis aufbricht. Auch dem Kammermädchen Adele, das vorgibt, eine kranke Tante besuchen zu wollen, gibt sie frei.

Als alle weg sind, kommt Alfred, um sich mit Rosalinde zu vergnügen. Leider wird das Techtelmechtel vom Gefängnisdirektor Frank gestört, der Eisenstein abholen will: Da bleibt Alfred aus Rücksicht auf Rosalinde nichts übrig, als deren Gemahl zu spielen und sich ins Gefängnis abführen zu lassen.

Zweiter Akt

Im Gartensalon bei dem jungen Prinzen Orlofsky verspricht Dr. Falke dem Prinzen, dass er heute noch viel zu lachen haben werde. Eisenstein tritt als „Marquis Renard“ bei ihm auf, Adele wird als die junge Künstlerin Olga vorgestellt. Eisensteins Verdacht, sie sei sein Stubenmädel, weist sie zurück. Gefängnisdirektor Frank wird als „Chevalier Chagrin“ in die Gesellschaft eingeführt, und selbst die als ungarische Gräfin verkleidete Rosalinde erscheint – Dr. Falke hat sie kommen lassen mit dem Hinweis, ihr Ehemann sei dort. Es gelingt ihr, dem von ihr faszinierten Eisenstein (der sie nicht erkennt) seine Taschenuhr zu entwenden, die sie benötigt, um ihrem Gemahl (den sie natürlich erkannt hat) später seine Untreue zu beweisen.

Vom Champagner angeheitert, erzählt Eisenstein vor allen Gästen, wie er einst Dr. Falke blamierte, als er ihn in seinem Fledermauskostüm (sie waren auf einem Maskenball) dem Spott der Marktfrauen und Gassenbuben aussetzte.

Dritter Akt

In der Morgenfrühe will der schwer bezechte Frank seinen Dienst als Gefängnisdirektor antreten. Der noch schwerer betrunkene Zellenschließer Frosch soll berichten, was inzwischen vorgefallen ist, und nutzt diesen Bericht zu einer mehr oder minder improvisierten Persiflage aktueller örtlicher Ereignisse.  Da zeigt sich, dass Adele (mit ihrer Schwester Ida) Frank gefolgt ist. Adele gibt zu, wer sie wirklich ist, und bittet den vermeintlichen Chevalier, sie für die Bühne ausbilden zu lassen. Jetzt erscheint auch Eisenstein, der seine Strafe antreten will und nun von Frosch erfährt, dass er, Eisenstein, doch schon gestern eingeliefert worden sei. Es stellt sich aber heraus, dass sein Doppelgänger kein anderer ist als Alfred; und als auch noch Rosalinde auftaucht, durchschaut Eisenstein das Verhältnis zwischen Alfred und seiner Frau, wird jedoch kleinlaut, als Rosalinde ihm die Uhr vorweist, die sie ihm in Gestalt der „ungarischen Gräfin“ bei Orlofskys Fest abgenommen hat.

Schließlich trifft die ganze Festgesellschaft mit Prinz Orlofsky und Dr. Falke ein. Jetzt wird klar: Die gesamte Inszenierung war die gelungene „Rache der Fledermaus“ Falke. Der köstlich amüsierte Prinz verspricht Adele, sie als Mäzen zu fördern.

Ich habe den Abend so genossen, dass ich mir das Stück ein weiteres Mal anschauen werde. 

 

29. November 2014, Idomeneo von Wolfgang Amadeus Mozart - Premiere

Diese Oper habe ich schon ewig lange nicht mehr gesehen. Für Mozart ist das durchaus "harte Kost". Die Inszenierung war relativ nüchtern und schlicht, man sah viel Holz, Holzplanken, aufgrissene Planken, und ich interpetierte das für mich so, dass es wohl ein vom Sturm zerstörter Schiffsrumpf sein sollte, dahinter war die Bühne etwas tiefer gelegt und stellte den Strand mit Strandgut dar. Der Horizont wurde zwischendurch gezeigt, und wenn sich der Himmel verdunkelte, wurde ein Vorhang heruntergelassen. Das war fast schon alles, zwischendurch sah man noch Holzhocker. Die Kostüme waren ebenfalls sehr schlicht: die Trojaner waren zunächst in einer Art olivgrün zu sehen, die Griechen in blau. Man trug Baumwollkleidung, weit geschnitten, weite Hosen und Hemden darüber, oder auch weite lange Röcke und als Kopfbedeckungen Kappen und Stirnbänder aus Tüchern. Sah jetzt nicht besonders schön aus, passte aber sehr harmonisch zur Inszenierung, die im übrigen einhellig ohne ein einziges Buh angenommen wurde. Also, fürs Auge war es nichts, kein Zweifel, aber es war wenigstens gut gemacht. Einzig Idomeneo trug zeitweise ein prächtiges Gewand in gold.

Die Darsteller waren hinreißend gut und bekamen entsprechend viel Applaus:

  • Idomeneo, König von Kreta - Eric Cutler, wow, was für ein Darsteller: eine überaus starke Bühnenpräsenz, gut aussehend, tolle Stimme und eine extrem intensive Darstellung, das war klasse!
  • Idamante, sein Sohn - Michela Selinger, sie überzeugte einmal mehr ebenfalls durch ihr starke Bühnenpräsenz, ihre äußerst intensive Darstellung und ihre wunderschöne Stimme. Auch feinste Sahne!
  • Elektra, griechische Prinzessin, Simona Šaturová, heute konnte man mal sämtliche Facetten dieser tollen Künstlerin erleben, einmal wie sie sich freute mit Idamante weggehen zu können, wunderbar wie sie sich der Sachen der Rivalin entledigte, indem sie sie ins Meer versenkte, dann wiederum ungewöhnlich hasserfüllt am Ende als sie erkennen muss, dass sie Rivalin gesiegt hat. Auch eine extrem intensive Darstellung, eine tolle Künstlerin mit einer ebenso tollen Stimme und Ausstrahlung. Klasse!
  • Ilia, trojanische Prinzessin - Julia Kleiter, diese junge Dame kannte ich bislang nicht. Sie gefiel mir auch ausgesprochen gut, sie war eine wunderbare Ilia, darstellerisch wie von der Stimme her. Sie sang wunderbar. Auch super toll!
  • Arbace, Vertrauter des Königs - Michael Smallwood, mal ganz ungewöhmlich mit Glatze und Brille. Er stellte diese Rolle sehr, sehr glaubwürdig dar, und er sang seine Partie wirklich super gut!
  • Der Oberpriester des Poseidon - Albrecht Kludszuweit, eine kleine, feine Partie, in der er, wie man es ja von ihm gewohnt ist, zu überzeugen wusste!
  • Die Stimme des Orakels - Baurzhan Anderzhanov, eine unsichtbare, sehr kleine Rolle, aber ich höre ihn ja sowieso immer wieder gerne!
  • Kreterinnen und Kreter undTrojaner
  • Neptun - Michael Breitkreuz
  • Musikalische Leitung - Tomáš Netopil
  • Inszenierung - Francisco Negrin
  • Ausstattung - Tobias Hoheisel
  • Video - Christian Sierau
  • Choreinstudierung - Alexander Eberle
  • Dramaturgie - Alexander- Meier-Dörzenbach

Nachstehend der Inhalt dieser doch recht schwierigen Mozart.Oper, die gewiss nicht jeder kennt:

1. Akt

Ilia, als kriegsgefangene Trojanerin nach Kreta verschleppt, sehnt sich nach ihrer verlorenen Heimat und fühlt gleichzeitig Liebe zu ihrem Kriegsfeind, dem kretischen Prinzen Idamante. Dieser verkündet glücklich die Rückkehr seines Vaters Idomeneo und schenkt aus Freude darüber den Trojanern die Freiheit. Da erscheint Arbace mit der Nachricht, die Flotte des Königs sei in Seenot und Idomeneo gestorben. Idamante eilt bestürzt davon, um am Strand alleine zu sein. Zurück bleibt äußerst wütend Elektra, die den Prinzen auch liebt und verhindern will, dass er Ilia heiratet. Jetzt trauert sie nicht um den totgeglaubten Idomeneo, sondern um ihre eigene Zukunft.

Am Meer tobt ein heftiger Sturm, der das Schiff von Idomeneo am Anlegen hindert. Um den Meeresgott Poseidon zu besänftigen, verspricht der König, ihm das erste Lebewesen zu opfern, das er am Strand trifft. Daraufhin begegnet Idomeneo am Strand seinem Sohn Idamante. Es folgt eine Szene zwischen Vater und Sohn am Strand: Idamante ist hochbeglückt, als er seinen vermeintlich toten Vater lebend wiedersieht. Idomeneo ist entsetzt über das tragische Zusammentreffen und lässt Idamante eilig zurück. Dieser bleibt tief betroffen über die schroffe Zurückweisung zurück.

2. Akt

Idomeneo wird von Arbace geraten, seinen Sohn, der von allem nichts weiß, weit weg zu schicken, um ihn nicht opfern zu müssen. Zwar erkennt der König Ilias Liebe zu Idamante, dennoch schickt er diesen als Begleiter von Elektra auf das Schiff, das sie nach Hause führen soll, damit er dort von Poseidons Zorn verschont bleibt.

Kurz vor Ablegen der Schiffe braust ein neuer Sturm auf, der die gesamte Flotte vernichtet, und ein schreckliches Ungeheuer entsteigt dem Meer. Der Meeresgott fordert seinen Tribut, und vergebens bietet sich ihm Idomeneo als Opfer dar, um seinen Sohn zu schonen.

3. Akt

Idamante verabschiedet sich von Ilia, da er in den Kampf gegen das Monster ziehen will, und die beiden gestehen sich endlich offen ihre Liebe. In ihrer Umarmung werden sie vom König und von Elektra ertappt, die erneut den Prinzen auffordern, Kreta zu verlassen.

Vor dem Königspalast schildert der Oberpriester dem König die Schreckenstaten des Ungeheuers und bedrängt ihn, dem Volk nun endlich den Namen des Opfers zu verkünden. Idomeneo gibt nach und nennt den Namen seines Sohnes. Zuvor hat das aufgebrachte Volk Arbace, der um Gnade für den König und den Prinzen bittet, getötet.

Im Poseidontempel wird die Opferung vorbereitet: Idamante, der soeben das Ungeheuer besiegt hat, soll von seinem eigenen Vater getötet werden. Im letzten Moment will sich Ilia vor die Klinge werfen, um das Leben des Geliebten zu retten. In diesem Augenblick ertönt die Stimme des Orakels, das verkündet, Poseidons Zorn werde besänftigt, wenn Idomeneo die Krone an Idamante abgebe und Ilia Königin werde. Elektra ist am Boden zerstört und will sich umbringen, wird aber vom Oberpriester daran gehindert. In ihrem grenzenlosen Zorn tötet sie Idomeneo.

Ich muss sagen, mir hat die Oper wirklich sehr gefallen, nach so langer Zeit hatte ich kaum noch eine Erinnerung daran. Natürlich schaue ich sie mir erneut an.

20. Dezember  2014, Idomeneo von Wolfgang Amadeus Mozart

Habe mir die nochmals angesehen, denn so schnell wird sie sicher nicht mehr aufgeführt. Die Besetzung war fast wie bei der Premiere, nur sang heute Rainer Maria Röhr den Oberpriester des Poseidon, und seine Darstellung gefiel mir auch wieder ausnehmend gut! Ich mag diese Oper sehr, auch wenn sie so unglaublich traurig ist und zu Tränen rührt. Kein typischer Mozart, vielleicht auch deswegen nicht gut besucht. Schade! 

22. Dezember 2014, Die Fledermaus von Johann Strauss  

Kurz vor den Feiertagen habe ich mir diese schöne Operette nochmals angesehen. Es war ausverkauft, und das unter der Woche. Davon träumen andere Häuser, die nicht mal am Wochenende solche Zuschauerzahlen verzeichnen können. Auch wenn ich wirklich  nicht so DER Operettenfan bin, die Fledermaus geht einfach immer. Die Besetzung war so wie am 15. November. Ich bin beschwingt und gut gelaunt heim gefahren. Ein toller und unterhaltsamer Abend!

27. Dezember 2014, Werther von Jules Massenet

Diese schöne und rührende, traurige Oper kann ich mir immer wieder ansehen. Ich war froh, dass es die Wetterlage zugelassen hatte, dass ich mit dem Wagen fahren konnte. Ist ja doch bequemer. Es war auch recht gut besucht, was bei früheren Vorstellungen leider nicht immer der Fall war. Uns wurde wieder ein berührend schöner und hinreißender Opernabend geboten. Wunderbar zum Jahresausklang.

 

04. Januar 2015, Luisa Miller von Giuseppe Verdi

Luisa Miller habe ich vor längerer Zeit einige Male hier gesehen und freute mich auf die Wiederaufnahme, zu der ich meinen Mann und meine Mutter mitnahm. Beide waren hin und weg, genau wie ich selbstredend.

Die Inszenierung gefiel mir sehr: zunächst sieht man Luisas Schlafzimmer, das in einen dieser "Container" aufgebaut worden war; dieser wurde bei Bedarf nach links verschoben und verschwand in den Kulissen. Dann war der Blick frei auf die große weite Bühne, die weitestgehend ohne Requisiten auskam, man sah lediglich ein paar Stühle und einen Schreibtisch, vorne Kerzen, hinten irgendwann einen Pferdekadaver, links eine hohe Treppe. Die Herzogin kam in einer Kutsche, gezogen von vier echten Pferden, was ich schon beeindruckend fand. Auf der großen Bühne war das ja auch möglich. Auch die Kostüme passten hervorragend ins Bild. Die Herzogin war natürlich ganz besonders edel gekleidet. Alles ergab ein schönes rundes Bild.

Der Inhalt:

Erster Akt: „Liebe“

1. Bild: Die Dorfbewohner bringen Luisa ein Geburtstagsständchen. Sie ist in Rodolfo verliebt, den sie unter den Gratulanten entdeckt. Ihr Vater misstraut ihm. Beim Kirchgang fordert Wurm von Miller die Hand der Tochter. Als er abgewiesen wird, verrät er, dass Rodolfo der Sohn des Grafen Walter ist.

2. Bild: Graf Walter missbilligt die Heiratspläne seines Sohnes mit einem Bauernmädchen. Er will ihn mit Herzogin Federica di Ostheim vermählen. Als Rodolfo dieser gegenüber offen seine Liebe zu Luisa gesteht, erweckt er ihre Eifersucht.

3. Bild: Miller enthüllt seiner Tochter die wahre Identität ihres Geliebten und die Pläne des Grafen. Rodolfo kommt hinzu und schwört Luisa ewige Treue. Ihm folgt Graf Walter, er beschimpft Luisa als Dirne. Darauf greift Miller ihn an und wird von der Leibwache des Grafen gefangen genommen. Rodolfo droht seinem Vater, zu enthüllen, wie der Graf zu Besitz und Titel kam.

Zweiter Akt: „Intrige“

1. Bild: Wurm sucht Luisa auf: Um ihren Vater zu retten, soll sie in einem Brief und gegenüber Federica persönlich ihre Liebe zu Wurm „gestehen“. Sie willigt verzweifelt ein.

2. Bild: Wurm berichtet dem Grafen über die geglückte Erpressung. Beide sind jedoch weiterhin besorgt, Rodolfo könnte bekannt machen, dass sein Vater Besitz und Titel dem mit Wurm begangenen Mord an seinem Vetter verdankt. Luisa wird hereingeführt und macht Federica gegenüber das erpresste Geständnis.

3. Bild: Rodolfo hat den Brief Luisas erhalten und ist verzweifelt. Er fordert Wurm zum Duell, dem sich dieser durch einen Schuss in die Luft entzieht. Wachen kommen herbei, ebenso der Graf. Zum Schein stimmt dieser der Heirat Rodolfos mit Luisa zu. Als Rodolfo ihm von Luisas Brief berichtet, rät ihm sein Vater, sich an ihr zu rächen und Federica zu heiraten.

Dritter Akt: „Gift"

Letztes Bild: Luisa schreibt einen Brief, in dem sie Rodolfo die Intrigen Wurms aufdeckt. Dann will sie sich das Leben nehmen. Ihr Vater kommt zurück und kann sie davon abhalten. Gemeinsam wollen sie am nächsten Morgen in eine neue Zukunft aufbrechen. Als Luisa zur Nacht betet, kommt Rodolfo heimlich herein; er gießt unbemerkt Gift in einen Becher. Beide trinken. Im Angesicht des Todes enthüllt sie Rodolfo die Wahrheit. Walter und Wurm kommen hinzu, um Rodolfo zur Trauung mit Federica zu holen. Im Sterben ersticht Rodolfo Wurm und verwünscht seinen Vater.

Zur Besetzung:

  • Der Graf von Walter - Selcuk Hakan Tirasoglu - Ein wunderbarer Künstler mit einer tollen Stimme, dazu ein hinreißender Darsteller. Niemals zuvor habe ich einen derart fiesen und gefühlskalten Grafen von Walter erlebt. SO einen Vater wünscht sich gewiss niemand. Super!
  • Rudolfo - Gaston Rivero - gefiel mir viel besser als als des Grieux. Diese Rolle passte super zu ihm, und er brachte sie hervorragend herüber
  • Federica - Ieva Prudnikovaite - wunderbar und berührend wie immer
  • Wurm - Almas Svilpa - Er spielte diesen grenzdebilen Widerling einfach nur hinreißend und super überzeugend. Dem wollte man nachts auch nicht unbedingt begegnen...
  • Miller - Gerald Quinn - auch ein sehr guter und überzeugender Darsteller
  • Luisa - Sandra Janušaité - äußerst berührend, super!
  • Laura - Marie-Helen Joël - wunderbar wie immer
  • Bauer - René Aguilar - wie immer sehr gut, wenn er Solopartien übernimmt.
  • Musikalische Leitung - Friedrich Haider
  • Inszenierung - Dietrich W. Hilsdorf
  • Bühne - Dieter Richter
  • Kostüme - Renate Schmitzer
  • Dramaturgie - Norbert Grote
  • Choreinstudierung - Alexander Eberle

Ich mag diese überaus dramatische Oper sehr, die durch Verdis hinreißende Musik zu einem vollendeten Genuss wird.

23. Januar 2015, Luisa Miller von Giuseppe Verdi

Auch die letzte Vorstellung dieser Saison musste ich mir unbedingt auch noch ansehen. Wer weiß, wann diese schöne Oper mal wieder auf dem Spielplan erscheint. Es war natürlich wieder ein hinreißend schöner Opernabend! So etwas möchte ich gerne viel öfter zu sehen und zu hören bekommen.

31. Januar 2015, Die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart

Nach der höchst interessanten Deutung dieser Oper in Dortmund in der vergangenen Saison war ich nun gespannt auf die heutige Version. Dass sie modern und anders sein würde, sagten mir schon die Fotos, die ich mir auf der Webseite des Theaters angesehen hatte.

Die Inszenierung war ganz nett, aber für mich eher nichtssagend: ganz in weiß, man sieht zunächst, wie eine Party vorbereitet wird mit Girlanden, Buffet etc., später schiebt sich ein Teil der Bühne nach hinten und gibt den Blick frei auf eine größere Fläche. Alles verschachtelt. Naja, hat mich nicht berührt, aber auch nicht gestört. Nichtssagend eben.

Die Kostüme waren gewollt jeweils zweifarbig, normale Straßenkleidung. Auch nicht wirklich prickelnd, ebenfalls für mich eher nichtssagend, nicht unbedingt was fürs Auge. Die Geburtstagsgäste waren mehr oder weniger geschmackvoll gewandet.

Was ich aber richtig klasse fand, war die Deutung der Regie; diese Deutung hatte mit dem ursprünglichen Inhalt nichts zu tun, außer dass man zwei Dreiecksverhältnisse beschrieb. Ich erlaube mir von daher, den Inhalt aus dem Programmheft des Aalto zu zitieren:

1. Aufzug

Osmin bereitet, von enttäuschter Liebe singend, die Überraschungsparty für Bassa Selims 40. Geburtstag vor. Belmonte hofft hier seine geliebte Konstanze zu finden, mit der er schon lange zusammen ist. Er hat gehört,  dass sie sich für Bassa interessiert. Doch Osmin will ihn wieder loswerden und rauswerfen. Als Bassa zusammen mit Konstanze eintrifft, wird er von seinen Freunden und seiner Familie mit einem Geburtstagsständchen überrascht. Beide hatten gehofft, endlich einmal für sich zu sein, aber ihre Intimität ist gestört. Bassa kann Konstanze nicht beruhigen. Von ihr allein gelassen, gibt er seinen Gedanken freien Lauf. Belmonte kann sich mit Hilfe seines Freundes Pedrillo gegen den Widerstand von Osmin nun Zutritt in das Innere des Hauses verschaffen.

2. Aufzug

Pedrillo sucht seine Geliebte Blonde, doch die flirtet mit Osmin. Derart provoziert fängt dieser an mit ihr zu streiten, was beiden zunehmend gefällt. Konstanze schwankt zwischen der Liebe zu Belmonte und Bassa. Auch Bassa kann daran nichts ändern: sie fühlt sich erotisch von ihm angezogen, hegt aber immer noch Gefühle für Belmonte. Pedrillo trifft endlich Blonde, die er in Belmontes und seine "Flucht"-Pläne einweihen will. Doch die hat anderes im Sinn. Sie verschwindet sogleich wieder, um Konstanze Bescheid zu geben. Der verzweifelte Pedrillo versucht sich selber Mut zu machen. Belmonte weiß einen Ausweg: gemeinsam drehen sie dem bereits betrunkenen Osmin Schlaftabletten als Party-Droge an, die er sogleich nimmt. Belmonte träumt von Konstanze. Als diese wirklich eintritt und ihn entdeckt, ist sie zunächst erschrocken. Auch Pedrillo hat Blonde endlich einmal ganz für sich. Beide Paare schwanken zwischen romantischen Gefühlen, Zweifeln und Eifersucht.

3. Aufzug

Pedrillo singt in orientalischen Bildern von der Sehnsucht aller, durch die Liebe erlöst zu werden. Osmin, der wieder erwacht, sieht die beiden Paare und fühlt sich von Blonde hintergegangen. Wütend wünscht er allen den Tod. Konstanze und Belmonte führen ein Gespräch über ihre Liebe und den Tod. Es folgt eine Konfrontation mit Bassa. Beide Männer sind bereit, Konstanze freizugeben, aber diese bleibt weiterhin unentschlossen.

Soweit der Inhalt aus der Sicht der Regisseurin Jetske Mijnssen.

Mir hat dieses Regiekonzept sehr gut gefallen. Am Ende gibt es kein Happy End. Blonde bleibt bei Osmin, und die allein gelassene Konstanze nimmt ihren Koffer und geht.... in Richtung Ausgang - zurück zu Belmonte? Das bleibt der Phantasie des Zuschauers überlassen.

Wer an der ursprünglichen Version interessiert ist: http://www.juttas-theaterklause.de/archiv-ab-2011/archiv-ab-2011/oper-in-dortmund(2).html 17.05.2014

So kann man diese Oper wirklich auch aufführen.

Und das war die heutige Besetzung:

  • Bassa Selimj - Maik Solbach - er hatte von der Regisseurin einige Dialoge geschrieben bekommen, so dass es eben keine stumme Rolle war, wie es auch schon letztens in Dortmund der Fall war. Mir gefiel er ausgesprochen gut, sehr ausdrucksstark und total sympathisch. Ich freue mich auf seinen Auftritt bei den Ruhrfestspielen, wo ich ihn in "die Flucht nach Ägypten" sehen werde. Eine ausgezeichnete Besetzung.
  • Konstanze - Simona Šaturová -  Eine wunderbare Künstlerin, die ich einfach immer wieder gerne sehe: tolle Stimme, unglaubliche Bühnenpräsenz, sehr intensive Darstellung
  • Blonde - Christina Clark  - sie spielte die Blonde in dieser Inszenierung als raffinierte "Katze, die man am besten nur mit Handschuhen anfasst". Damit trieb sie den armen Pedrillo wirklich in die Verzweiflung. Klasse gesungen und super dargestellt
  • Belmonte - Michael Smallwood - wie immer äußerst berührend, sang super gut und gab den Belmonte sehr sympathisch. Hat mir wieder sehr gefallen
  • Pedrillo - E. Mark Murphy - auch immer wieder ein Hingucker, es macht riesig Spaß ihn zu sehen und zu hören. Ein toller Künstler
  • Osmin - Tijl Faveyts - super klasse! Gab den leicht vertrottelten Diener mit Bravour und großer Stimme. Ein wahres Klangerlebnis.
  • Musiklaische Leitung - Jonathan Cohen
  • Inszenierung - Jetske Mijnssen
  • Bühne - Sanne Danz
  • Kostüme - Arien de Vries
  • Choreinstudierung - Alexander Eberle
  • Licht - René Dreher
  • Dramaturgie - Nils Szczepanski
  • Szenische Leitung der Wiederaufnahme - Frédéric Buhr

Ich habe diesen Opernabend einmal mehr sehr, sehr genossen!

07. Februar 2015, Werther von Jules Massenet

Auch die vorerst letzte Aufführung dieser hinreißenden Oper konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen. Und es war wieder ein betörend schöner Abend. Abdellah Lasri bekam einmal mehr - und das zu Recht - den meisten Applaus. Natürlich war der Rest des Ensembles ebenso klasse, aber er eben noch den Touch besser.

Ich hoffe, dass wir nicht zu lange auf eine Wiederaufnahme warten müssen.

21. Februar 2015, Die Walküre von Richard Wagner - Wiederaufnahme

Diese Oper hatte ich irgendwann 2009/2010 gesehen, also bevor es diese Webseite gab. Daher kann es auch noch keinen Bericht geben.

Mir gefällt die Walküre von der Musik her am besten, und von den vier Inszenierungen ist mir diese hier auch am liebsten.

Die Bühne ist immer gleich, es wechselt nur mal die Farbe des Tischtuchs von weiß auf schwarz. Man sieht auf der weit angelegten Bühne links ein altmodisches Sofa in rot, daneben eine Tür, weiter auf der Seite eine größere Öffnung mit einer Treppe nach oben, hinten eine weite Fläche, durch eine große Türöffnung gesehen, rechts oben wieder eine Tür, leicht mittig eine breite Treppe, rechts einen Baum mit dem Schwert, ganz rechts einen altmodischen Herd mit einem Feuer. Auf der linken Seite ist dann noch eine große Tafel mit Gläsern, Flaschen und zeitweilig vielen Kerzenleuchtern, dazu rot gepolsterte alte Stühle. Das alles sah richtig schön harmonisch aus, ich hatte den Wunsch mit dabei sein zu dürfen. Sehr gelungen. Die Kostüme passten sich dem an: Sieglinde trug ein langes weißes Kleid, darüber einen roten Mantel; sie war zunächst barfuß und trug später schwarze Schuhe mit T-Spange. Die Herren waren weitestgehend in dunkle Farben gekleidet, über Hose und Hemd lange Mäntel. Sehr schick auch Fricka in einem asymmetrischen kornblauen langen Kleid, die Ärmel waren aus silbriger Spitze, darüber trug sie zeitweilig einen langen Mantel. Die Walküren waren ebenfalls sehr fein gekleidet: in langen roten Taftkleidern mit dunkel silbernen Accessoires. Das alles ergab ein wunderschönes rundes Bild.

Sehr gut gelöst fand ich auch die letzte Szene, in der Wotan einen Feuerring um den Felsen, auf dem die verbannte Brünnhilde in einen Tiefschlaf versetzt wurde, bis der "richtige" Mann um sie freien wird: hinten, an der Treppe und an der Seite sah man Feuer lodern, was auch sehr schön aussah.

Und hier der Inhalt:  (Quelle: Wikipedia)

Erster Aufzug

Im ersten Aufzug der Walküre sucht Siegmund unter dem Namen Wehwalt bei Sieglinde, der Gattin Hundings, Obdach. Siegmund und Sieglinde sind Zwillinge, von Wotan gezeugt, den sie nur unter dem Namen Wälse kennen. Da Sieglinde schon früh geraubt und Hunding zur Ehe gegeben wurde („…ein Weib, das ungefragt Schächer ihm schenkten zur Frau“), erkennen die Zwillingsgeschwister einander zunächst nicht.

Heimgekehrt erfragt Hunding die Herkunft des Gastes und stellt fest, dass Siegmund ausgerechnet jenem verhassten „wilden Geschlecht” angehört, das er soeben – erfolglos – gejagt hat, um „Sühne zu nehmen für Sippenblut”, nur um nun des „flücht’gen Frevlers Spur im eignen Haus zu erspähn”. Zwar zwingt ihn das Gastrecht, Siegmund für die Nacht zu beherbergen, doch bestimmt er, dass am anderen Morgen der Zweikampf zwischen ihm und Siegmund entscheiden solle.

Hunding legt sich schlafen (Sieglinde: „ich würzt ihm betäubenden Trank“). Sieglinde schleicht sich zu Siegmund und erzählt ihm von dem Schwert im Stamm der mitten im Saal stehenden Esche, das von einem mysteriösen Fremden eines Tages dort hineingestoßen worden war und nur demjenigen bestimmt sei, der es herauszuziehen vermöchte, was bisher jedoch noch niemandem gelungen ist. Siegmund nennt das Schwert Notung, da er es sich in der größten Not gewinnt, und zieht es voll Begeisterung aus dem Stamm. Die Geschwister erkennen sich, sie glühen in Liebe zueinander. In der inzestuösen Vereinigung der Geschwister („so blühe denn Wälsungenblut“) wird Siegfried gezeugt.

Zweiter Aufzug

Der zweite Aufzug versetzt uns in göttliche Sphären. Zwischen Wotan und ricka, Wotans Frau, entspinnt sich ein heftiger Streit.

Wotans Plan, den er am Ende des Rheingolds gefasst hatte, war inzwischen weiter umgesetzt worden. Im Kampf gefallene Helden werden von den neun Walküren, Wotans Töchtern, auf die von den Riesen errichtete Burg Walhall gebracht, um Wotans Armee zu bilden und den befürchteten Angriff Alberichs auf die Herrschaft der Götter abzuwehren. Zudem will Wotan verhindern, dass Alberich wieder in den Besitz des Ringes gelangte („dann wäre Walhall verloren“). Er selbst darf aber gegen Fafner, der Goldschatz und Ring in Gestalt eines Drachen hütet, nicht antreten („mit dem ich vertrug, den darf ich nicht treffen“); so wünscht er sich einen unabhängigen Helden, der den Ring für ihn zurückgewinnen könnte. In dieser Rolle sieht er  Siegmund. Lieblingstochter Brünnhilde soll diesem im bevorstehenden Kampf mit Hunding beistehen und zum Sieg verhelfen.

Fricka verlangt nun jedoch von Wotan, im Zweikampf für Hunding einzutreten, weil Hunding Opfer eines Ehebruchs – noch dazu eines inzestuösen – geworden sei. Wotan, der Wahrer der göttlichen Ordnung, so argumentiert sie, könne diesen Ehebruch nicht ungestraft lassen. Wotan versucht sich herauszuwinden, indem er darauf verweist, dass Siegmund als freier Mann selber in der Lage sein müsse, die Situation zu bewältigen, aber Fricka durchschaut ihn – er, Wotan, habe Siegmund in diese Notsituation überhaupt erst gebracht und ihm auch das Schwert, das ihn retten soll, zugespielt. Fricka fordert und erhält am Ende den Eid Wotans, Siegmund im Kampf zu fällen (Fricka: „Der Wälsung fällt meiner Ehre!“).

Als Brünnhilde kurz darauf zu Wotan zurückkehrt und ihn zutiefst erschüttert vorfindet, gelingt es ihr, Wotan zum Reden zu bringen (Wotan: „… mit mir nur rat ich, red ich zu dir”). Er offenbart ihr die Vorgeschichte des Ringes, dass ihn die Erdgöttin Erda warnte, er jedoch die Warnung in den Wind schlug, und was ihm jetzt daraus erwuchs („In eigner Fessel fing ich mich, ich Unfreiester aller!”).

Als Brünnhilde schließlich von Wotan den Auftrag erhält, das Kampfeslos zu Gunsten Hundings zu wenden, ist sie niedergeschlagen. Sie erscheint Siegmund in der vierten Szene des zweiten Aufzugs, der sogenannten Todesverkündung. Tief gerührt stellt sie fest, dass Siegmund nur an Sieglinde hängt und nichts von den Wonnen Walhalls, dem Traum aller Helden, wissen will. Sie beschließt, sich Wotans Befehl zu widersetzen und Siegmund zu helfen. Erzürnt greift Wotan selbst in das Kampfesgeschehen ein. Siegmund fällt, da Wotans Speer sein Schwert zerschlägt. Grimmig beauftragt Wotan Hunding, Fricka den Verlauf des Kampfes zu schildern, und tötet ihn durch einen „verächtlichen Handwink“. Dann nimmt er die Verfolgung Brünnhildes auf, die mit der verzweifelten Sieglinde auf der Flucht zum Walkürenfelsen ist

Hunding tötet Siegmund.

Dritter Aufzug

Auf dem Walkürenfelsen treffen sich alle Töchter Wotans, die Walküren, um gemeinsam mit den im Kampf gefallenen Helden, die sie gesammelt haben, nach Walhall zu ziehen. Das wohl bekannteste Musikstück aus dem Ring des Nibelungen, der Ritt der Walküren, erklingt als Vorspiel und Anfang dieser Szene.

Wotan verfolgt die rebellische Brünnhilde, um sie für ihren Ungehorsam zu bestrafen. Brünnhilde gelingt es noch, Sieglinde den Weg zur Flucht zu weisen, wobei sie der lebensmüden Frau auch verkündet, dass sie einen Sohn gebären wird („den hehrsten Helden der Welt hegst du, o Weib, im schirmenden Schoß!“). Das Schwert Siegmunds, das bei dem Zweikampf zerbrach, gibt sie ihr für diesen Sohn als väterliches Erbteil mit. In überschwänglichem Jubel über das verheißene Liebespfand, das in ihr heranwächst, flieht Sieglinde.

Brünnhilde dagegen stellt sich dem Zorn Wotans, der ihr die härteste Strafe verkündet: dass sie fortan nicht mehr als göttliche Walküre existieren wird. Zum Menschen degradiert, als „Weib“, soll sie dem erstbesten Manne folgen, der sie aus dem „wehrlosen Schlaf” weckt, in den Wotan sie versetzen wird, und fortan das öde Leben einer Hausfrau führen („… dem herrischen Manne gehorcht sie fortan, am Herde sitzt sie und spinnt, aller Spottenden Ziel und Spiel”). Brünnhilde weist Wotan darauf hin, dass seine Weisung an sie, da er Siegmund ja liebe, immer war, ihn zu schützen, und dass seine widersprüchliche Rücknahme dieser Weisung lediglich darauf beruhe, dass Fricka ihn mit ihren Argumenten sich selbst entfremdet habe. Sie wagt den Vorschlag, dass Wotan ein Feuer um den Berg legen möge, auf den er sie schlafend verbannen will, um ihr die Schmach zu ersparen, womöglich „dem feigsten Manne zur leichten Beute” zu werden. Sie erreicht die Zusage Wotans, dass nur ein Held (wobei sie an den künftigen Sohn Sieglindes denkt), der furchtlos das Feuer durchbrechen kann, sie erwecken werde. Wotan nimmt bewegt Abschied von seiner Lieblingstochter, sieht ihr zum letzten Mal in die Augen und küsst die Gottheit von ihr. Dann befiehlt er Loge, den Fels mit Feuer zu umgeben, und bestimmt: „Wer meines Speeres Spitze fürchtet, durchschreite das Feuer nie!“

Ich liebe diese Oper besonders, und es gibt so viele schöne Stellen, an denen ich gerne die "Repeat-Taste" drücken möchte.

Dies war die Besetzung der Wiederaufnahme:

  • Wotan - Egils Silins
  • Fricka - Ursula Hesse von den Steinen
  • Siegmund - Jeffrey Dowd
  • Sieglinde - Katrin Kapplusch
  • Hunding - Tijl Faveyts
  • Brünnhilde - Rebecca Teem
  • Helmwige - Lisette Bolle
  • Gerhilde - Sandra Janušaité
  • Ortlinde - An de Ridder
  • Waltraute - Marie-Helen Joël
  • Siegrune - Liliana de Sousa
  • Rotweiße - Ieva Prudnikovaite
  • Grimgerde - Marion Thienel
  • Schwertleite - Bettina Ranch
  • Musiklaische Leitung - Tomáš Netopil
  • Insdzenierung - Dietrich W. Hilsdorf
  • Bühne - Dieter Richter
  • Kostüme - Renate Schmitzer
  • Licht - Jürgen Nase
  • Dramaturgie - Norbert Abels, Ina Wragge
  • Szenische Leitung der Wiederaufnahme - Carolin Steffen-Maaß

Es war eine wirklich tolle Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle. Herrn Silins hatte ich ja schon mal in der Rolle des Wotan erlebt. Das Publikum (es war ausverkauft) war restlos begeistert, und der Applaus fiel entsprechend aus. Leider nur meinten einige "Besserwisser" mal wieder einen Sänger ausbuhen zu müssen. Dieses Mal traf es Jeffrey Dowd. Das war wirklich unangemessen, und was ich davon halte, ist bekannt. Ich hasse so ein Fußballplatzbenehmen.

Es war jedenfalls ein traumhafter Opernabend, der keine Wünsche offen ließ.

19. April 2015, Die schweigsame Frau von Richard Strauss

Heute gab es eine äußerst komische Oper, die ich bislang gar nicht kannte. Man hatte das Ganze aufgezogen à la "Fluch der Karibik" mit einem sehr passenden Bühnenbild und tollen Kostümen gleichen Stils. Allerdings: eine Haushälteirn, die ausschaut wie eine brasilianische Sambatänzerin, das ist schon schräg.  Es war ganz klar was fürs Auge, der Inhalt amüsant:

Der alte Kapitän Sir Morosus lebt auf einem Eiland irgendwo im weiten Meer. Seit einer Explosion hat er große Probleme mit dem Gehör. Er kann keinerlei Lärm ertragen, nur den, den er selber verursacht. Entsprechend menschenscheu ist er geworden. Er duldet nur seíne schwatzhafte Haushälterin und seinen Barbier. Dieser schlägt ihm eines Tages vor, seiner Einsamkeit dadurch ein Ende zu bereiten, indem er eine schweigsame Frau heirate. Morosus bezweifelt, dass das möglich sei. Dann taucht sein totgeglaubter Neffe Henry auf; er ist sehr froh ihn zu sehen und vererbt ihm sofort sein Vermögen, glaubt er doch in ihm einen erfolgreichen Seefahrer vorzufinden. Weit gefehlt, Henry hat eine Operntruppe mitgebracht, die zu seiner Frau Aminta gehört. Für Morosus Lärmmacher, unmögliche Personen, sofort enterbt er Henry wieder. Er fordert daraufhin seinen Barbier auf, schnellstens für eine Braut zu sorgen, der er dann später alles vererben könne. Ein schwieriges Unterfangen.

Als Henry der entgangenen Erbschaft nachtrauert, beruhigt ihn der Barbier und heckt einen Streich aus: Henry solle die schweigsame Frau besorgen, die aber natürlich nach der Eheschließung (die durch falsche Beamte selbstverständlich gar nicht echt ist) keinesfalls schweigsam und sittsam sein wird...

Kurzerhand stellt man nun Morosus drei Kandidatinnen vor: eine völlig überdreht, kölsch sprechende Carmen, eine antike Kriegerin und ein braves, schüchternes Mädchen. Natürlich entscheidet sich Morosus für letztere, nicht wissend, dass es Henrys Gattin ist. Die Ehe wird "geschlossen", Leute aus der Truppe geben Beamte und Notare ab. Dann nach der Eheschließung lässt die "brave" Braut die Maske fallen und wird überaus zänkisch und zetert den ganzen Tag lautstark herum. Darüber hinaus sind ständig lärmende Gäste im Haus, ein Opernsänger trällert laut und vernehmlich Arien, Handwerker gestalten laut lärmend das Haus um etc. Morosus ist ihrer schnell überdrüssig, und er will sie los werden. Er ruft nach den Scheidungsrichtern, die gerne, natürlich wieder aus der Truppe, bereit stehen. Da taucht Henry als "rettender Engel" auf und verspricht dafür zu sorgen, dass der gute Onkel dieses keifende Etwas wieder los wird. Damit gewinnt er die Liebe seines Onkels wieder. Aminta bekommt langsam Mitleid mit dem alten Herrn, hat sie ihn doch inzwischen lieb gewonnen. Aber das Spiel muss durchgezogen werden.

Es werden nun "Zeugen" aufgerufen, die bezeugen können, dass sich die Braut so verhalten hat, dass eine Scheidung gerechtfertigt ist, sie soll eine voreheliche Beziehung gehabt haben, also nicht mehr unschuldig gewesen sein. Als Zeuge erscheint unter anderem der verkleidete Henry. Um die Posse auf den Höhepunkt zu treiben, sagen die "Richter" er müsse leider mit seiner Frau verheiratet bleiben, denn Unschuld sei ja nicht Gegenstand des Ehevertrages gewesen. Das ist  nun wirklich zuviel für den geplagten und total genervten Morosus. Daraufhin bekommt auch Henry Mitleid mit seinem Onkel und beendet die Posse. Morosus ist total erleichtert, vor allem auch wegen der Tatsache, gar nicht verheiratet zu sein.

Henry wird erneut als Erbe eingesetzt, die angeheiratete Nichte in den Arm genommen, und die Operntruppe darf bleiben.  Man wird sicher künftig rücksichtsvoller miteinander umgehen.

Zur Besetzung:

  • Sir Morosus - Franz Hawlata - wow, was für eine perfekte Besetzung! Tolle Stimme und super überzeugende Darstellung, richtig, richtig klasse.
  • Seine Haushälterin - Marie-Helen Joël - hinreißend komisch und überdreht
  • Barbier - Martijn Cornet - zum Totlachen komisch, mit schräger Frisur, gelbem Anzug und Zahnlücke. Er spielte diesen schwulen Figaro super überzeugend und sang wie immer hinreißend. Dieser Künstler ist auch unglaublich wandelbar. Kann eben einfach alles. Eine absolut perfekte Besetzung dieser für einen Opernsänger  doch sehr dankbaren Partie
  • Henry - Michael Smallwood - klasse wie immer, vor allem als Pirat, sehr witzig
  • Arminta/Timidia - Julia Bauer - ganz, ganz große klasse, darstellerisch und vom Gesang her. Sie verfügt über eine überaus bezaubernde Stimme. Tolle Besetzung 
  • Isotta - Christina Clark - irrsinnig komisch als Amy Winehouse-Verschnitt, man glaubte die verstorbene Künstlerin persönlich auf der Bühne zu sehen, und als antike Kriegsheldin. Klasse
  • Carlotta - Liliana de Sousa - auch irrsinnig komisch  unter anderem als kölsch plappernde Carmen. Echt super
  • Morbio - Karel Martin Ludvik - sehr gut
  • Vanuzzi - Tijl Faveyts - ausgezeichnet wie immer
  • Farfallo - Pavel Kudinov - sehr gut
  • Musikalische Leitung - Martyn Brabbins
  • Inszenierung - Guy Joosten
  • Ausstattung - Johannes Leiacker
  • Choreographie - Mateo Marziano Graziano
  • Licht - Manfred Voss
  • Choreinstudierung - Alexander Eberle
  • Dramaturgie - Alexander Meier-Dörzenbach

Es passte alles perfekt zusammen: das super tolle Bühnenbild, wo wirklich nichts fehlte, die phantasievollen Kostüme und diese wirklich schöne, beschwingte Musik. Ich merke schon: Richard Strauss gefällt mir von Oper zu Oper besser, und ich bin sehr gespannt auf weitere Opern von ihm. Ich habe den Abend total genossen.

03. Mai 2015, La Traviata von Giuseppe Verdi - Wiederaufnahme

Diese Oper habe ich in dieser Inszenierung ja schon des öfteren mit wechselnder Besetzung gesehen. Siehe dazu vergangene Saison.

Neu im Ensemble war heute Angela Nisi, die die Violetta sang. Ihre Musetta vergangene Saison war schon nicht DER Bringer, da sie für so eine Partie viel zu kindlich wirkt. Musetta ist aber kein Kindchen, sondern eine femme fatale. Und das bringt die gute Dame leider nicht mit. Sorry. Sie ist an sich eine optisch hübsch anzusehende junge Dame, die mit ihrer zarten Statur auch eigentlich eine geeignete Violetta sein könnte. Aber das kann man dann doch weitaus besser machen, sie machte eher den Eindruck in der Rolle (noch) nicht zu Hause zu sein. In meinen Augen fehlt ihr darüber hinaus eine gewisse Reife, eine Lebedame glaubhaft darzustellen. Mit dem Alter hat das aber überhaupt nichts zu tun.  Jung, hübsch und mit guter Figur ausgestattet allein reicht für die Rolle eben nicht, um glaubhaft und überzeugend herüberzukommen. Ihre Stimme überzeugte mich auch nicht wirklich: in der Mittellage klang sie noch ganz angenehm, aber in den hohen und sehr hohen Lagen war sie mir einfach zu hart und zu spitz, was mir im Ohr eher unangenehm klang.  Gesamt gesehen habe ich das schon sehr viel besser gehört und gesehen: Liana Aleksanyan zum Beispiel war perfekt, und vor allem auch Simona Šaturová. Am Ende bekam sie seltsamerweise aber sehr viel Applaus, ebenso alle anderen Darsteller. Die Stimmung im Publikum war wirklich ausgezeichnet. In Dortmund bekomme ich gewiss nächste Saison einen ungetrübten Genuss, weil die Besetzung, was ich heute schon weiß, definitiv besser, ich behaupte  keck, sogar perfekt sein wird!

14. April 2015,  Nabucco von Giuseppe Verdi

Endlich mal wieder diese traumschöne Oper in der super Besetzung von vorigem Jahr. Da stimmte wieder einmal alles. Diese Oper kann ich mir immer wieder mit der gleichen Begeisterung anhören. Dem Publikum gefiel es ebenfalls wieder sehr, was sich auf die Künstler übertrug. Toller Abend!

25. Mai 2015, Nabucco von Giuseppe Verdi

Heute wurde ich von meiner Mama begleitet, die diese tolle Oper ebenso genoss wie ich nun zum wiederholten Male. Es war die wunderbare Besetzung dieser Saison. Und die ließ natürlich keinerlei Wünsche offen.

24. Juni 2015, Falstaff von Giuseppe Verdi

Verdis letztes Werk hatte ich mir bislang noch nicht angesehen. Sicher, es ist ein nettes Werk zum Abschalten, zwischendurch gibt es auch die gewohnten Arien, die Handlung ist kurzweilig, jedoch wird es dieses Werk nicht schaffen, dass ich es mal lieben werde wie alle anderen Opern dieses großen Meisters. Mein Lieblingskomponist mag mir das bitte nachsehen. Die Musik fließt nicht so wie ich es von Verdi kenne, aber es ist schön, dass ich es nun auch mal gesehen habe.

Die Inszenierung ist jedenfalls sehr schön: links ist die Kneipe, in welcher Falstaff sich beliebt volllaufen zu lassen, sie ist im Stil der 50er eingerichtet mit passender Theke, Bar mit Barhockern, Tisch und Clubsesseln. Rechts das Haus von Frank Ford ist herrschaftlich eingerichtet, die Kulissen - Fenster, Wände, etc. erinnerten mich an die Macht des Schicksals, wo man diese Elemente auch schon verwendete. Man sieht vorne eine große Lange Tafel, darauf u. a. Kerzenleuchter mit echten Kerzen, Paravant, Kleinmöbel. Beide Bereiche sind durch dünne Vorhänge getrennt,  und je nachdem, wo die Handlung spielte, wurde er zur Seite gezogen. Auch die Kostüme waren äußerst schick und passend. Es war etwas fürs Auge.

Hier mal die Handlung (Quelle: Wikipedia)  

1. Ak

1. Bild (im Gasthof zum "The Garter's Inn")

Dr. Cajus platzt in das Wirtshaus und beschuldigt Falstaff, in sein Haus eingedrungen zu sein und sein Pferd zuschanden geritten zu haben. Zudem sollen Falstaffs Diener Bardolfo und Pistola ihn bestohlen haben. Falstaff gibt den Vorwurf zu, seine Diener bestreiten ihn. Cajus weiß jedoch nicht, wer von beiden es war, und so urteilt Falstaff, er müsse die Klage abweisen. Cajus schwört, sich in Zukunft nur noch mit anständigen Leuten zu betrinken, und geht ab. Als der Wirt kommt, um Falstaff die Rechnung zu präsentieren, muss dieser erkennen, dass er pleite ist. Um wieder flüssig zu werden, hat er jedoch zwei – gleichlautende – Briefe an Mrs. Alice Ford und Mrs. Meg Page geschrieben. Er glaubt, dass sie seinem Charme erliegen und ihm die Kassen ihrer Ehemänner öffnen. Bardolfo und Pistola sollen die Briefe an die Frauen überbringen. Sie lehnen ab: Ihre Ehre verbiete es ihnen. Falstaff mokiert sich über die Ehre, sie ist bloß ein Wort, das vergeht. Er gibt seinem Pagen Robin die Briefe und jagt Bardolfo und Pistola mit dem Besen zum Wirtshaus hinaus.

2. Bild (im Garten bei Ford)

Die Briefe haben die beiden Frauen erreicht. Sie lesen sie sich gegenseitig vor und erkennen, dass sie – bis auf die Anrede – identisch sind. Aus Empörung darüber beschließen sie, Falstaff eine Lehre zu erteilen. Mrs. Quickly, eine gemeinsame Freundin, soll ihm einen Brief von Alice überbringen, in dem sie ihn zu einem Rendezvous einlädt, bei dem er wegen seiner Lüsternheit und Dickleibigkeit zum Gespött gemacht werden soll. Unterdessen hat auch Ford durch Bardolfo und Pistola erfahren, dass Falstaff seine Frau umgarnen will. Er will Falstaff mit Geld ködern, in sein Haus locken und ihn mit seiner Frau in flagranti erwischen. Während des ganzen Trubels schwören Fords Tochter Nannetta und Fenton in jeder stillen Minute einander ihre Liebe.

2. Akt

1. Bild (im Gasthof zum "The Garter's Inn")

Mrs. Quickly kommt und bringt Falstaff Alices Einladung: zwischen 2 und 3 soll er zu ihr kommen. Alles scheint zu seinen Gunsten zu laufen. Erst recht, als Ford kommt, sich als Herr Fontana (deutsch: Brunnen) vorstellt und ihm gesteht, er liebe Alice verzweifelt, aber die weise ihn immer nur ab. Wenn es Falstaff gelingen könnte, Alice zu verführen, würde vielleicht auch er bei ihr landen können. Dafür würde er auch einiges an Geld springen lassen. Falstaff gesteht ihm triumphierend, dass er bereits eine Verabredung mit ihr habe. Als er die Gaststube verlässt, um sich in Schale zu werfen, brechen Eifersucht und Wut offen aus Ford heraus. Er beherrscht sich jedoch, als Falstaff wieder erscheint. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg.

2. Bild

Mrs. Quickly kündigt an, dass Falstaff auf dem Weg sei. Nannetta beklagt sich, dass ihr Vater sie Dr. Cajus versprochen habe. Alice beruhigt ihre Tochter damit, dass sie das verhindern werde. Falstaff kommt, ein altmodisches Ständchen singend. Als er Alice umarmen will, kommt Mrs. Quickly herein: Die eifersüchtige Meg komme. Falstaff versteckt sich hinter einem Paravent. Kaum hat Meg die Szene betreten, kommt Mrs. Quickly ein zweites Mal: die Männer sind im Anmarsch. Überall suchen sie nach dem dicken Ritter. Der versteckt sich in einem Wäschekorb. Auch Nannetta und Fenton sind inzwischen hereingekommen und verstecken sich hinter dem Paravent. Als für einen Moment alles still ist, küssen sie sich laut. Ford glaubt nun, dass Falstaff sich dort versteckt habe, und ordnet seine Leute zum Sturm auf den Paravent. Falstaff fürchtet derweil, in der Wäsche zu ersticken. Als Ford den Paravent umreißt, findet er jedoch nicht den Ritter, sondern das junge Liebespaar. Bevor er die beiden jedoch zur Rede stellen kann, glaubt einer seiner Leute, Falstaff anderswo gesehen zu haben. Während die Männer wieder abziehen, befiehlt Alice ihren Dienern, den Wäschekorb – den mit dem verborgenen Falstaff – zu nehmen und den Inhalt in die Themse zu schütten. Sie ruft die Männer zurück, und mit lautem Gejohle wird der Korb in den Fluss entleert.

3. Akt

1. Bild (vor dem Gasthaus "The Garter's Inn")

Falstaff sitzt durchnässt und frierend vor dem Gasthaus und beklagt die Schlechtigkeit der Welt. Bei einer Kanne Glühwein erwachen jedoch seine Lebensgeister wieder. Als Quickly erscheint, um ihn zu einem neuen Rendezvous mit Alice einzuladen, lehnt er erst brüsk ab, lässt sich dann aber doch überreden. Um Mitternacht soll er sich bei Hernes Eiche im Park von Windsor einfinden, verkleidet als Schwarzer Jäger, mit einem Hirschgeweih auf dem Kopf. Den Trubel will Ford nutzen, um seine Tochter mit Dr. Cajus, verkleidet als Mönch, zu verheiraten. Mrs. Quickly hat ihn jedoch belauscht: Fenton wird ebenfalls als Mönch verkleidet erscheinen.

2. Bild (im Park von Windsor bei Hernes Eiche)

Im Mondschein besingt Fenton seine Liebe zu Nannetta. Falstaff erscheint verkleidet und auch Alice. Als er stürmisch auf sie eindringt, erscheinen plötzlich Nannetta und die Bürgerinnen von Windsor, verkleidet als Feenkönigin mit ihrem Gefolge. Falstaff versteckt sich, wird aber bald gefunden und von den Bürgerinnen und Bürgern, die inzwischen auch gekommen sind, gepiesackt. Als er unter ihnen jedoch Bardolfo an seiner Schnapsfahne erkennt, durchschaut er den Spuk. Als Höhepunkt der Maskerade soll nun eine Doppelhochzeit stattfinden. Ford vermählt die beiden verkleideten Paare. Als sie die Verkleidung ablegen, erkennen alle, dass er Nannetta und Fenton verheiratet hat – und Dr. Cajus mit Bardolfo. Nach und nach stimmen alle in die Schlussfuge ein: Tutto nel mondo è burla, l’uom è nato burlone. (Alles ist Spaß auf Erden, der Mensch als Narr geboren.)

Die Besetzung:

  • Sir John Falstaff - Gerard Quinn
  • Bardolfo, sein Handlanger - Albrecht Kludszuweit
  • Pistola, sein Handlanger - Karel Martin Ludvik
  • Frank Ford, ein reicher Bürger - Heiko Trinsinger
  • Mrs. Alice Ford - Karine Babajanyan
  • Nannetta, ihre Tochter - Christina Clark
  • Miss Nell Quickly, Fords Nachbarin - Ieva Prudnikovaite
  • Mrs. Meg Page, Fords Nachbarin - Marie-Helen Joël
  • Fenton, Nannettas Liebhaber - Abdellah Lasri
  • Dr. med. Cajus, Nannettas verschmähter Liebhaber - Rainer Maria Röhr
  • Wirt in "The Garter's Inn" - Andreas Uphues
  • Butler bei Fords - Bernd Bochennek

Das Ensemble war ohne jede Ausnahme einfach nur klasse wie gewohnt und bot uns einen schönen und kurzweiligen Opernabend.

26. Juni 2015, Fidelio von Ludwig van Beethoven

Dieses wunderbare Werk muss ich mir immer mal wieder anschauen. Mir gefällt die Inszenierung, Kostüme, Ensemble. Immer wieder ein rundes Werk, das man einfach nur genießen kann. In der vergangenen Saison bin ich näher darauf eingegangen.

Neu war heute im Ensemble Maartje Rammeloo, die die Marzelline vortrefflich sang und darstellte. Sie ist neu im Ensemble, und wir werden sie noch des öfteren zu hören und zu sehen bekommen.

Damit ist dann auch meine Saison im schönen Aalto zu Ende. Es war wie immer eine tolle Zeit, und ich freue mich schon sehr auf die nächste Saison. Wie immer mein Dank an alle Beteiligten.

Diese seltsame Rusalka habe ich mir dann letztendlich erspart. Ich wollte ein Märchen sehen, keine Psychoanalyse eines pubertierendes Mädchens. Ich bin ja offen für vieles, das aber war mir dann doch zu absurd und nicht wert hinzugehen. Schade um das Stück. Leider wurde meine Vorstellung von Ariodante ersatzlos gestrichen, was mich sehr enttäuschte, da ich keinen Alternativtermin buchen konnte - mein Kalender war voll. Echt schade!

Tschüss bis zum 05. September bei "Madama Butterfly". Ich freue mich schon. 

 

 

 

 

 

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