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Oper im MiR

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Oper im MiR (Saison 2013/2014)

 

Im MiR starte ich, sobald eine Oper auf dem Spielplan steht. Mit einem Musical mag ich nicht beginnen. Ab 26. August weiß ich dann hoffentlich mehr. Dann beginnt der Vorverkauf.

Inzwischen habe ich eine Karte für "La Bohème" im Januar, werde aber auf jeden Fall schon früher hier sein, ich muss mich nur noch mit meiner Begleitung abstimmen. Schön, mal nicht alleine gehen zu müssen smiley

 

13. Oktober 2013, L'Italiana in Algeri von Gioacchino Rossini

Diese Inszenierung ist eine Koproduktion mit dem Opernhaus "Opera national de Lorraine - Opéra Théâtre de Metz Métropole". Das Bühnenbild - ein Dschungel vom Feinsten, sogar mit Dusche, war extrem aufwändig, also etwas fürs Auge. Das Reiseteam war über einem Dschungel abgestürzt, und man hatte hier Flugzeugteile für alle möglichen Räumlichkeiten verwendet - schauen Sie doch einfach mal die Fotos an, die auf der Webseite des Opernhauses eingestellt wurden. Man hatte sich hier wirklich was einfallen lassen. Das Ganze war sicher etwas schräg, aber toll gemacht. Auch die Kostüme der Darsteller waren sehr passend und farbenfroh.

Kurz zum Inhalt:

Der Bey Mustafa langweilt sich, seine Haremsdamen sind ihm zu angepasst und zu langweilig, seine Hauptfrau Elvira ist ihm auch zu brav. Er wünscht sich eine rassige Italienerin. Doch wohin mit Elvira? Da fällt ihm eine Lösung ein: er hat ja damals die gestrandete Touristentruppe versklavt und einen jungen Italiener namens Lindoro zu seinem Hauptsklaven gemacht. Dem bietet er die Freiheit, wenn er Elvira mit nach Italien nimmt. Dem gefällt die Idee nicht schlecht, für die Freiheit tut man sicher einiges, aber er denkt auch an seine Geliebte, Isabella, im fernen Italien. Was er noch nicht weiß, sie hat sich auf den Weg gemacht ihn zu finden und ist ebenfalls im Dschungel gestrandet. Haly, der Diener Mustafas, erfährt davon und berichtet Mustafa zu dessen Freude, dass nun eine tolle Italienerin zur Verfügung stehe.

Isabella, ein Vollweib, erkennt sofort die Lage und setzt gezielt ihre Reize ein. Im Schlepptau ist Taddeo, ein etwas trotteliger Zeitgenosse, der in sie verliebt ist, sie sieht in ihm allenfalls einen netten Zeitvertreib. Als dieser am Spieß enden soll, rettet sie die Situation und gibt ihn als Onkel aus. Nicht wirklich nach Taddeos Geschmack, aber immer noch besser als geröstet zu werden. Um Isabella seine Wertschätzung zu zeigen, ernennt Mustafa Taddeo zu seinem Stellvertreter, zum Kaimakan.

Dann sieht sie ihren Lindoro, der sich zur Abreise bereit gemacht hat, bei ihm Elvira, die sich wenigstens von ihrem Mann verabschieden will. Isabella reagiert sofort und verlangt von Mustafa ihr Lindoro als persönlichen Sklaven zu überlassen und dass Elvira bleiben müsse, wenn das was mit ihr werden solle. Er willigt widerwillig ein.

Die gewitzte Isabella weiß, was zu tun ist, um mit Mann und Maus entfliehen zu können. Mustafa wird kurzerhand zum Pappatacci (Pappa, halt die Klappe) ernannt und muss beweisen, dass er dieses Titels würdig ist. Man behauptet ihm gegenüber, dass in Italien gute Liebhaber diesen Titel verliehen bekommen, wenn sie dazu auch noch essen und trinken, ohne was zu sehen. Er muss sich einfach nur dem Genuss hingeben. Der tumbe Mensch macht mit, und die Truppe kann endlich entfliehen Richtung Heimat. Taddeo muss erkennen, dass auch er sich getäuscht hat, glaubte er doch allen Ernstes, dass Isabella ihm zuliebe dieses Theater abgezogen hatte. Er überlegt, was er tun könnte: bleiben und einen Titel haben, oder mitreisen, aber keine Isabella. Also bleibt er Keimakan. Mustafa ist auch sauer, nachdem bemerkt hat, dass er getäuscht wurde. Reumütig nimmt er Elvira zurück "keine Italienerinnen mehr, die sind zu anstrengend..."

Ein sehr kurzweiliger und unterhaltsamer Opernabend.

Die Besetzung war ausgezeichnet, ein sehr spielfreudiges Ensemble. Jeder, aber auch jeder, war klasse. Wir haben teilweise herzlich gelacht auch ob dieser völlig verrückten Kostüme und der Situationskomik.

  • Isabella - Carola Guber
  • Mustafa - Krzysztof Borysiewicz
  • Lindoro - Hongjae Lim
  • Taddeo - Piotr Prochera
  • Elvira - Alfia Kamalova
  • Zulma - Anke Sieloff
  • Haly - Dong-Won Seo

 

  • Musikalische Leitung - Valtteri Rauhalammi
  • Inszenierung - David Hermann
  • Regiemitarbeit - Karin Maria Piening
  • Bühne - Rifail Ajdarpasic
  • Lichtdesign - Fabrice Kebour
  • Kostüme - Bettina Walter
  • Choreinstudierung - Christian Jeub
  • Lichteinrichtung - Jürgen Rudolph
  • Dramaturgie MiR - Anna Melcher

Mir hat die Aufführung sehr gefallen, und ich werde sie mir im November nochmals anschauen.

22. November 2013, L'Italiana in Algeri von Gioacchino Rossini

Die heutige Vorstellung besuchte ich mit meiner Freundin, die heute ihre sogenannte "Premiere" hatte, sie war nämlich noch nie in einer Oper. Ihr hat die spritzige Musik Rossinis ebenso gefallen wie mir selbst, und auch die Handlung war leicht verständlich für sie als "Neuling".

Es war erneut ein kurzweiliger und schöner Opernabend, die Stimmung im Opernhaus war richtig gut.

18. Januar 2014, La Bohème von Giacomo Puccini

Habe mir heute erneut die Bohème angesehen und war wieder sehr angetan. So traurig die Geschichte ja ist, hier in Gelsenkirchen hat sie ja doch eine gute Portion Humor, und die Darsteller sind ja auch wirklich gnadenlos gut. Marcello "bestach" mal wieder durch "tolle" Tischmanieren cool - das muss man auch können. Ausnahmslos alle waren wieder einmal sehr glaubwürdig und stimmlich super drauf. Bezüglich der Inszenierung: siehe bitte Archiv 11/12.

Die Besetzung heute:

  • Rodolfo - Hongjae Lim - gefiel mir sehr gut, ich hatte ihn bislang ja nur in Rossini-Partien gehört. Als Rodolfo war er auch wirklich sehr, sehr gut.
  • Marcello - Piotr Prochera - spitze, wie immer. Ich freue mich immer ihn zu sehen und zu hören!
  • Schaunard - Miljan Milovic - er war für Michael Dahmen eingesprungen und ist Ensemble-Mitglied der Oper in Wuppertal. Ein Glücksgriff! Er hat mir sehr, sehr gut gefallen und passte klasse ins Ensemble. Man merkte überhaupt nicht, dass er eingesprungen war. Ein toller Künstler!
  • Colline - Dong-Won Seo - natürlich auch wieder klasse wie gewohnt!
  • Mimi - Petra Schmidt - sie ist in solchen Rollen immer besonders berührend und singt einfach nur wunderschön!
  • Musetta  - Dorin Rahardja - sie hatte ich bislang nicht gesehen und gehört. Gefiel mir sehr gut. Schöne Stimme, gute Darstellerin und sehr attraktiv.
  • Monsieur Benoît - Georg Hansen
  • Die musikalische Leitung hatte Valtteri Rauhalammi.

Es war wieder einmal ein sehr unterhaltsamer und schöner Abend im schönen MiR!

07. Februar 2014, Don Quichotte von Jules Massenet

Es war ein richtig schöner Opernabend mit einer mir bis dahin unbekannten Oper. Ich hatte davon gehört, sie aber noch nie gesehen.

Diese Inszenierung bot eine wahre Bilderflut, denn man sah die Träume und Erinnerungen Don Quichottes. So begleitete man ihn auf eine Zeitreise, lernte seine Geschwister und Eltern kennen, erfuhr von seiner Liebe zu Dulcinée. Am Ende erschienen viele Persönlichkeiten aus Geschichte und Kunst, zum Beispiel, woran ich mich erinnere, Che Guevara, die Monroe, Audrey Hepburn in Frühstück bei Tiffany , Marlene Dietrich, Superman, David Bowie, eine Königin (vielleicht Victoria), Charlie Chaplin, dann sah man Hippies in bunten Gewändern. Die Hauptkostüme waren in die Zeit um die zwanziger/dreißiger Jahre angesiedelt. Man sieht Don Quichottes Geschwister als kleinere Kinder, die Eltern sind noch jung, und dann im Zeitraffer wie sie alle altern und auch sterben. Das Bühnenbild war einem großen Haus mit vielen Zimmern nachempfunden, mit Eingängen und Treppen, einer Bibliothek, Bad, Schlafzimmer, Küche, es fehlte an nichts.

Es war schön bunt und richtig schön anzusehen. Das Auge bekam viel geboten.

Hier mal zum Inhalt wie er im MiR gezeigt wurde. Ich nehme hier den Text des Programms, weil mir gar nicht mehr alles einfällt. Es ist schon anders als die ursprüngliche Geschichte:

Situation

Der alte Don Quichotte lebt allein in seinem Haus. Seine Haushälterin Dulcinée, die er heimlich verehrt, sorgt für die Dinge des täglichen Bedarfs, sein Freund Sancho besucht ihn regelmäßig. Seine Tage sind durchzogen von Erinnerungen an seine Eltern und Geschwister Juan, Garcias, Rodrigues und Pedro - an gelebtes Leben und erlebte Zeit.

Erster Akt

Don Quichotte liebt Dulcinée, in seinem Traum umschwärmtes Idol aller. Sancho ist nach Essen und Trinken zumute, Don Quichotte hingegen schwelgt im Jubel seiner Anhänger, die ihn als großzügigen Geber feiern. Dulcinée unterbricht den traumverlorenen Don Quichotte, der noch ein Liebeslied auf den Lippen führt und sich von dem ewig eifersüchtigen Juan herausgefordert sieht. Er gesteht ihr ungeschickt seine Liebe und glaubt, sie durch die Rückeroberung eines Colliers gewinnen zu können.

Zweiter Akt

Don Quichotte komponiert ein Liebeslied. Sancho bringt ihn durch die Schilderung seiner Eheprobleme um sämtliche Schwärmerei. Unterdessen regen sich in Don Quichottes Kopf gigantische Ängste. Doch sein Kampf gegen die Windmühlen erweist sich als aussichtsloser Kampf gegen das Sterben.

Dritter Akt

Delirierend macht sich Don Quichotte auf die Suche nach dem Collier, vermeintlicher Schlüssel zum Herzen seiner Angebeteten. Im Traum stellt er sich den Räubern, öffnet seine Seele und erhält damit den ersehnten Schmuck zurück. Euphorisch schließt er Frieden mit sich und der Welt.

Vierter Akt

Umgeben von den Erinnerungen des Freundes kann Sancho nun Dulcinée mit Don Quichottes Augen sehen und begreift, wer sie für ihn ist. Überglücklich eröffnet Don Quichotte Sancho, dass er Dulcinée heiraten will. Er übergibt Dulcinée das Collier, doch sie lehnt seinen Antrag ab. Don Quichottes Lebenstraum ist ausgeträumt.

Fünfter Akt

Sterbend vererbt Don Quichotte Sancho seine "Insel der Träume". Der Liebe zu Dulcinée gilt sein letzter Atemzug.

Mir hat diese bunte Inszenierung mit den vielen schönen Kostümen und dem ansprechenden Bühnenbild wirklich sehr gut gefallen, und die Besetzung konnte sich wirklich sehen lassen:

  • Don Quichotte - Jong-Min Lim (Ensemblemitglied im Musiktheater des Theaters Koblenz) - er gefiel mir von seiner Darstellung hervorragend, und er verfügt über eine sehr schöne und wohlklingende Stimme. Wieder einmal ein toller Gast im MiR!
  • Sancho Pansa - Dong-Won Seo - gefiel mir auch wieder ausnehmend gut, er sang und spielte die Rolle richtig klasse!
  • Dulcinée - Almuth Herbst - große klasse wie sie die Rolle anging. Ich höre sie immer wieder gerne, ihre Stimme ist wunderbar weich und wohlklingend

Die Nebenrollen waren auch super besetzt:

  • Pedro - Dorin Rahardja
  • Garcias - Anke Sieloff
  • Rodrigues - Michael Dahmen
  • Juan - William Saetre
  • Mutter - Monika Hüttche
  • Vater - Jürgen Zach
  • Musikalische Leitung - Valtteri Rauhalammi
  • Regie - Elisabeth Stöppler
  • Bühne - Piero Vinciguerra
  • Kostüme - Frank Lichtenberg
  • Choreinstudierung - Christian Jeub
  • Dramaturgie - Anna Melcher
  • Licht - Patrick Fuchs

Ein bezaubernder Opernabend!

01. März 2014, On the Town, Musical von Leonard Bernstein

Bernsteins erstes Musical fand nun auch seinen Weg auf die Bühne des MiR.

Man sah zunächst eine große Kiste, auf der jemand saß, ein Hafenarbeiter wie sich herausstellte. Er sang ein Lied, und dann wurde die Kiste geöffnet und drei Matrosen kamen an Land von ihrem Schiff. Sie hatten genau 24 Stunden Zeit New York zu entdecken, bevor sie am nächsten Tag in den Krieg ziehen mussten. Dann öffnete sich ein weiterer Vorhang, ein weißer, dahinter sah man viele große und kleine Kisten, wie sich herausstellte, waren es so eine Art Schrankkoffer, in denen immer schon eine Szene vorbereitet war mit allem Mobiliar und Accessoires. Sie besteigen zunächst die U-Bahn und beratschlagen was sie nun tun wollen. Jeder hat andere Vorstellungen. Gabey sieht das Plakat einer Miss U-Bahn und verliebt sich in die Dame. Er beschließt sie zu finden. Seine Freunde helfen ihm dabei. Sie teilen sich auf, jeder will an einem anderen Ort suchen. Man verabredet sich für abends am Time Square, dem Ausgangspunkt der Suche.

Chip wird bei seiner Suche nach Ivy Smith, so der Name der U-Bahn-Schönheit des Monats Juni, von der soeben gefeuerten Taxifahrerin Hildy angesprochen. Ihr Arbeitgeber hatte sie wiederholt beim Warten auf Kundschaft schlafend vorgefunden, dass er sie nun verärgert feuerte. Sie solle das Taxi in die Garage bringen. Sie denkt, wenn es die letzte Fahrt sein soll, dann soll sie doch wenigstens Spaß machen. Sie sieht Chip, er gefällt ihr, und sie spricht ihn an. Er will von ihr zu allen möglichen Plätzen, an denen Ivy zu finden sein könnte, gefahren werden, sie tut es auch brav, will ihn aber eigentlich zu sich nach Hause abschleppen, was ihr schlussendlich auch gelingt.

Ozzy will bei seiner Suche das Museum für moderne Kunst aufsuchen, landet aber irrtümlich im Naturkundemuseum, wo er von der zunächst unterkühlten Anthropologiestudentin Claire als Urbild des Mannes entdeckt wird. Sie ist mit einem noblen Richter namens Pitkin Bridgework, welcher recht langweilig und bieder ist, verlobt. Bei Ozzy entdeckt sie Gefühle, die sie bisher nicht kannte und verliebt sich prompt in ihn und nimmt ihn mit nach Hause, wo ihr Verlobter sie prompt beim Küssen erwischt, sich aber verständnisvoll erweist.

Gabey hingegen begibt sich zur Carnegie Hall, denn auf dem Plakat stand, dass Ivy Gesang und Malerei studiert. Er trifft Ivy auch tatsächlich dort. Sie nimmt gerade eine Gesangsstunde bei Madame Dilly. Ivy ist ganz angetan von Gabey, lehnt aber zunächst ab mit dem Bemerken sie habe zu viele Termine. Dass sie sich als Bauchtänzerin verdingt, um Geld zu verdienen, will sie verständlicherweise nicht zugeben. Dann aber will sie sich doch abends mit ihm treffen.  Dilly weiß dies zu verhindern, denn die gute Ivy hat Schulden bei ihr, und so muss Ivy in einem zweifelhaften Schuppen Geld mit Bauchtanzen verdienen, was ihrem Image alles andere als zuträglich wäre, käme es heraus. Dilly interessiert das überhaupt nicht.

Während Gabey rechtzeitig am Treffpunkt ist und noch etwas spazieren geht, kommt auch Ivy. Leider erwischt Dilly sie und schickt sie aufgebracht fort zur Arbeit. Dann tauchen die anderen beiden, Chip und Ozzy auf. Sie haben beide, um Gabey zu helfen,  ihre Eroberungen gebeten sich als Ivy, in entsprechender Verkleidung, auszugeben. Gabey findet das ja ganz rührend, aber er weiß ja, dass das nur Doubles sind und sagt ihnen, dass die richtige Ivy gleich käme. Dann taucht Dilly auf und erzählt Gabey, Ivy habe sie beauftragt sie bei ihm zu entschuldigen. Als die Freunde von dem Imbisstand zurückkommen und nach Ivy fragen, sagt Gabey verlegen, er habe sie ja gar nicht kennen gelernt, es sei nur sein Wunsch gewesen, (weil er sich zu blamiert fühlte, versetzt worden zu sein).

Nun ziehen alle durch einige Bars, in denen immer wieder Claires Verlobter auftaucht. Man will Gabey nun mit Lucy, Claires Mitbewohnerin, verkuppeln, um ihn zu trösten. Die kommt aber erst einmal nicht, weil sie sich immer wieder verfährt oder zu spät kommt. Pitkin wird von Claire vertröstet, sie würde ihm alles später erklären, man müsse jetzt aber weiterziehen. Er solle nachkommen, aber vorher die Rechnung begleichen und dann auf Lucy warten und diese mitbringen.

Dem Trio auf den Fersen sind etliche Leute, (eine alte Dame, ein Museumangestellter) weil sie sich einiger Vergehen schuldig gemacht haben, zum Beispiel Vandalismus (Gabey hatte das Plakat von Ivy in der U-Bahn abgenommen und mitgehen lassen, Claire hat ein wertvolles Saurier-Skelett beschädigt).

Dilly schwelgt in Erinnerungen an einen Mann, der sie verlassen hat. Sie hängt an der Flasche und ist mittlerweile ziemlich abgefüllt. Als Gabey sieht, will er wissen, wo denn Ivy nun wirklich steckt. Sie sagt es ihm, und so läuft er fort, um sie zu finden. Die Freunde folgen ihm und landen ebenso in der Kaschemme, wo sie einer Bauchtanztruppe angehört. Er ist froh, sie gefunden zu haben und befreit sie aus ihrer unschönen Lage.

Als Pitkin zum dritten Mal vertröstet wird, hat er kein Verständnis mehr und schnappt sich Lucy, die inzwischen aufgetaucht ist.

Dann taucht die Polizei mit den Zeugen auf und will die Freunde festnehmen. Pitkin lässt die Matrosen festnehmen, sie sollen der Navy überstellt werden, er nimmt die drei Damen in Gewahrsam. Alle reden auf ihn ein, ob er sich denn nie daneben benommen habe oder mal femd gegangen sei. Er verneint dies, aber als er niest, verrät er sich, dass er  was mit Lucy hatte, die nämlich schwer erkältet ist...

Am Ende sieht man die drei am Ende ihres Aufenthaltes, und dann kommen ihre Mädels dazu, Pitkin hat sie frei gelassen. Dann kommen wiederholt sich die Szene vom Anfang, und drei neue abenteuerlustige Matrosen kommen von Bord... In der Ursprungsfassung müssen die drei von ihren Damen Abschied nehmen, hier sah es eigentlich nicht so aus. Ende offen... ?

Dilly findet in dem Hafenarbeiter (der zu Beginn auf der Kiste saß und ein Lied sang) den verlorenen Geliebten, und man kommt wieder zusammen. Ende gut, alles Gut...

Das Bühnenbild gefiel mir sehr gut, man spielte mit raffinierten Lichtreflexen, zum Beispiel erschien die Skyline von New York auf den Koffern. Auch die Einrichtungen der jeweiligen Standorte war geschmackvoll. Die Kostüme, das Ambiente sah ich in die 50er Jahre angesiedelt. Alles war absolut stilecht. Sehr gefallen haben mir auch die vielen Ballettszenen. Toll gemacht. Die Musik war mal flott und schmissig, mal verträumt, nachdenklich.

Die Besetzung:

  • Gabey - Piotr Prochera
  • Chip - Michael Dahmen
  • Ozzie - Ziad Nehme (er sprang für den erkrankten E. Mark Murphy ein). Er ist vom Theater Oldenburg und hatte diese Rolle im Repertoire, wenn er sie auch das letzte Mal vor drei Jahren gesungen hatte. Man merkte definitiv nicht, dass er eingesprungen war! Klasse! Da das Musical zu selten aufgeführt wird, ist es entsprechend schwer Ersatz zu finden.
  • Ivy Smith - Julia Schukowski
  • Hildy - Judith Jakob
  • Claire - Dorin Rahardja
  • Madame Dilly - Noriko Ogawa-Yatake
  • Pitkin - Joachim Gabriel Maaß
  • Conférencier - Vasilios Manis
  • Der Star von Morgen - Betty Garcés
  • Vorarbeiter - Nikolai Miassojedov
  • Chef - Rüdiger Klimm
  • Arbeiterquartett - Jan Ciesielski, Bernd Frings, Beyond Il Yun, Jerzy Kwika
  • 3 neue Matrosen - Fabio Boccalatte, Apostolos Kanaris, Matthias Koziorowski
  • Flossie - Patricia Pallmer - Sprechrolle
  • Flossies Freundin - Halina Kempa - Sprechrolle
  • Lucy - Birgit Brusselmans
  • Alte Dame - Sabine Detmer
  • Polizist  - Sergey Fomenko
  • Mr. Uperman - Georg Hansen
  • Figment - Oliver Aigner
  • Musikalische Leitung - Rasmus Baumann
  • Regie  - Carsten Kirchmeier
  • Choreografie - Bridget Breiner
  • Bühne - Jürgen Kirner
  • Kostüme - Renée Listerdal
  • Choreinstudierung - Christian Jeub
  • Produktionsdramaturgie - Ulla Theißen
  • Licht - Patrick Fuchs

weitere Mitwirkende:

Tänzer, Tänzerinnen, Passanten, Clubgäste, Hafenarbeiter, Matrosen, Kellner, Verkäufe, weitere Passanten

Alle Rollen waren absolut perfekt besetzt, und ich stellte fest, unsere Sänger können auch verdammt gut tanzen!

Ein richtig toller Musicalabend. Mag ich ja sonst lieber Oper sehen und hören, solche Musicalabende weiß ich durchaus auch zu schätzen!

25. April 2014, Jenůfa von  Leoš  Janáček

Nachdem ich nun recht unterschiedliche Kritiken gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf die Vorstellung. Eins vorweg: sie gefiel mir sehr.

Das Bühnenbild zeigt im ersten Akt ein bäuerliches Anwesen Zwei Eisenstreben und ein Dach mit Glas deuteten eine Häuserfront an. Dann wird eine große Holzklappe geöffnet, und Getreide fällt heraus, welches dann von Feldarbeitern in Säcke geschaufelt wird. Weitere Requisiten sind Gemüsekisten und gefüllte Getreidesäcke. Im zweiten Akt sieht man in einer Art Container die Wohnung der Küsterin, gut bürgerlich eingerichtet mit vielen Heiligenbildern. Eine Bodenklappe führt zum Zimmer, in dem Jenůfa sich versteckt hält. Der dritte Akt zeigt eine Art gläsernes Haus, in dem sich die Gesellschaft zur Hochzeit trifft.

Die Kostüme sind sehr passend, bäuerliche Trachten, Števa trägt einen Anzug, Jenůfa zunächst ein blau-weiß gemustertes Kleid mit tiefer Taille, vorne leicht geschnürt, dazu weiße Schnallenschuhe, das Haar trägt sie offen mit Spangen, später ein weißes Nachthemd, dicke Socken und eine Wollstola, im letzten Akt einen schwarzen Plisseerock und eine schwarze Bluse mit Blumenmuster und Samtabschluss, dazu schwarze flache Pumps, nun hat sie eine  Hochsteckfriseur mit einem Flechtkranz. Die Küsterin ist extrem bieder angezogen mit schwarzem Rock und seitlichen Kellerfalten, einer Weste und einer weißen Bluse, die alte Müllerin trägt immer ein langes grünes, in sich gemustertes Kleid und unterschiedlich farbene Schürzen.  Es passte alles harmonisch ins Bild.

Und nun mal die Handlung, die sicher nicht jeder kennt:

Eine Familie, irgendwo auf dem Land.
Die Kinder sind Waisen, die Frauen Witwen.


Die alte Buryja hat ihre beiden Söhne überlebt. Die Männer haben sich zu Tode gesoffen.

Die Küsterin, Schwiegertochter der Buryja, hatte einen von ihren  Söhnen geheiratet. Nach seinem Tod zieht sie dessen Kind aus erster Ehe alleine groß. Sie umsorgt die Ziehtochter Jenůfa wie ihr eigen Fleisch und Blut. Jenůfa liebt ihren Cousin Števa Buryja, Schwarm aller Dorfschönen und Lieblingsenkel der Alten. Sein Halbbruder Laca, in die Familie eingeheiratet, neidet dem in allem bevorzugten Števa auch die Geliebte. Er fühlt sich seit früher Kindheit zu Jenůfa hingezogen. Der Küsterin gefällt die Wahl ihrer Ziehtochter nicht. Zu sehr erinnert sie Števas Lebenswandel an ihren verstorbenen Mann, der ihr viel Kummer bereitet hat.
Den will sie Jenůfa ersparen. Es soll ihr in der Ehe einmal besser ergehen.

Jenůfa und Števa wollen heiraten. Sie erwartet von ihm ein Kind. Bisher weiß niemand davon.

1. Akt

ein Spätsommerabend, draußen

Jenůfa erwartet Števa ungeduldig von der Musterung zurück. Sie betet zur Muttergottes, dass er nicht Soldat werden muss und sie beide rechtzeitig heiraten können. Sie fürchtet die Schande eines unehelichen Kindes. Die alte Buryja ermahnt die Enkelin zur Arbeit. Laca schnitzt an einem Peitschenstiel und belauert Jenůfa. Er hofft immer noch, dass aus Jenůfas und Števas Hochzeit nichts wird. Die Botschaft, dass Števa nicht eingezogen wurde, eilt ihm voraus und sorgt für Aufregung. Števa kommt mit großem Gefolge, bringt die Rekruten und ein paar Musiker mit. Jenůfa kann ihre Enttäuschung darüber, dass er wieder betrunken ist, nicht verbergen. Števa lässt zum Tanz aufspielen und greift sich seine Braut. Die Küsterin gebietet dem ausgelassenen Treiben Einhalt. Sie wirft Števa seine Trunkenheit vor und untersagt die geplante Hochzeit. Jenůfa soll Števa erst heiraten, wenn es ihm gelungen ist, ein Jahr lang nüchtern zu bleiben. Die Menge zerstreut sich, die Großmutter tröstet die verzweifelte Jenůfa mit althergebrachten Lebensweisheiten.

Jenůfa fleht Števa an, sie nicht schwanger sitzen zu lassen. Er hat kein Ohr für ihre Probleme, erklärt ihr aber, wie sehr er ihre Schönheit liebe. Dann geht er seinen Rausch ausschlafen.
Schadenfroh bedrängt der eifersüchtige Laca Jenůfa. Als sie ihn abweist, schlitzt er ihr mit seinem Messer die Wange auf.

2. Akt

sieben Monate später, Winter, im Haus der Küsterin

Die Küsterin hat die schwangere Jenůfa über Monate im Haus versteckt. Für die Verwandten und die Leute aus dem Dorf gilt sie als verreist.  Im Verborgenen hat Jenůfa einen Sohn zur Welt gebracht. Die Küsterin, die Jenůfa entbunden, das Kind abgenabelt, gewaschen, auf den Namen Števa getauft und die Wöchnerin gepflegt hat, beklagt ihr eigenes Schicksal und überhäuft Jenůfa mit Vorwürfen. Sie brütet darüber, wie sie Jenůfa vor der Schande bewahren kann. Sie hofft auf einen Kindstod, der mit jedem Tag unwahrscheinlicher wird.

Die Küsterin hat Števa für diesen Abend zu sich bestellt. Sie gibt Jenůfa einen starken Schlaftee und schickt sie zu Bett. Števa kommt und fühlt sich unwohl in seiner Haut. Die Küsterin fleht ihn an, Jenůfas Ehre zu retten - sie doch noch zu heiraten und das Kind anzunehmen. Števa will für das Kind zahlen, heiraten aber könne er Jenůfa nicht mehr: Mit ihrem vernarbten Gesicht habe sie alle Schönheit verloren. Außerdem sei er inzwischen mit Karolka, der Tochter des Richters verlobt. Števa will einen Strich unter die Sache ziehen und läuft davon.

Laca kommt wie oft zu Besuch und erkundigt sich nach der verreisten Jenůfa. Er würde sie immer noch heiraten wollen. Die Küsterin erzählt ihm die ganze Wahrheit, verschweigt auch die Geburt des Kindes nicht. Als Laca wegen des Kindes seines Halbbruders einen Moment zögert, erklärt sie das Neugeborene kurzerhand für verstorben. Eilig schickt sie Laca unter einem Vorwand fort. Sie trägt den schlafenden Säugling aus dem Haus und ertränkt ihn im winterlichen Fluss. Jenůfa erwacht und findet sich im verschlossenen Haus allein. Sie sucht ihr Kind und wird fast verrückt dabei. Die Küsterin kehrt aus der Kälte zurück. Sie ist Jenůfa eine Erklärung schuldig: zwei Tage sei diese im Fieber gelegen, das Kind währenddessen gestorben. Als Jenůfa verzweifelt nach Števa fragt, muss sie von seinem Besuch und seiner Verlobung mit einer Anderen erfahren. Laca kommt erneut und hält um Jenůfas Hand an. Die Küsterin redet Jenůfa zu, da nimmt sie den Antrag von Laca an.

Als die Küsterin den beiden ihren Segen geben will, wird sie vom Grauen gepackt.

3. Akt

zwei Monate später, Frühling, im Haus der Küsterin

Am Morgen von Jenůfas und Lacas Hochzeit sitzt eine kleine Gemeinschaft bei einem bescheidenen Fest. Die Küsterin ist mit ihren Nerven am Ende. Gegen ihren Willen sind auch Števa und seine Braut Karolka eingeladen, dazu deren Eltern - der Richter und seine Frau. Die wenigen Gäste lassen keine fröhliche Stimmung aufkommen und beanstanden die zurückhaltende Kleidung der Braut. Ein paar ungeladene Mädchen hellen die Stimmung mit einem kurzen Lied auf. Bevor man zum Pfarrer aufbrechen will, gibt die alte Buryja dem Paar ihren Segen. Als es die Küsterin ihr gleich tun soll, unterbrechen sie aufgeregte Schreie aus der Ferne. Unter dem schmelzenden Eis ist die Leiche eines Säuglings gefunden worden. Die Hochzeitgesellschaft stürzt davon, die Küsterin ist wie gelähmt. An ein paar Kleidungsstücken identifiziert Jenůfa ihr Kind. Man glaubt, die Mutter selbst habe ihr Kind getötet. Der Richter ist nicht Herr der Lage, eine aufgebrachte Menge will Jenůfa lynchen. Die Küsterin gesteht ihre Tat und erklärt, was sie in dieses Verbrechen getrieben hat. Sie erkennt ihre große Schuld und bittet Jenůfa um Vergebung. Karolka, der Števas Verantwortungslosigkeit bewusst wird, will von der eigenen bevrostehenden Hochzeit nunnichts mehr wissen. Die Dorfbewohner lassen ihren Unmut an Števa aus.. Jenůfa versucht zu verstehen und verzeiht ihrer Stiefmutter, bevor diese sich in die Hände des Gesetzes gibt.

Auch Laca bittet Jenůfa um Vergebung. Er bleibt bei seinem Wort: noch immer will er alle Freuden und Leiden mit ihr teilen. Diese will ihn aber zunächst wegschicken, weil sie meint, dass er eine "solche Braut" nicht verdient habe. Am Ende nimmt Jenůfa Laca mit in ein anderes Leben.

Tragisch-traurige Handlung mit einem dennoch glücklichen Ausgang.

Die Besetzung:

  • Die alte Buryja - Almuth Herbst - ich hatte sie erst gar nicht erkennen können in dem Kostüm. Kompliment an die Maskenbildner. Sie war ungeschminkt, hatte eine graue Knotenfrisur und bewegte sich auch wie eine alte, fast blinde Frau. Und das tat sie absolut überzeugend, man nahm ihr die Rolle einfach ab, und sie sang, wie immer, sehr schön
  • Laca Klemen - William Saetre - ganz große klasse! Er ist ein absolut überzeugender Darsteller, toller Schauspieler, und er verfügt über eine wirklich sehr schöne und starke Stimme. Die perfekte Besetzung für die Rolle
  • Števa Buryja - Lars-Oliver Rühl - auch er überzeugte mich in allen Belangen, einen Betrunkenen so hinzubekommen, das muss man auch erst einmal schaffen, ohne dabei albern zu wirken. Sehr, sehr gut
  • die Küsterin - Gudrun Pelker - ganz, ganz große klasse, darstellerisch wie vom Gesang her. Eine Mordspartie, die sie absolut super darstellte und sang
  • Jenůfa - Petra Schmidt - Sie war wie immer perfekt. Perfekt in absolut allen Belangen, darstellerisch und vom Gesang her. Ich schwebe immer, wenn ich ihre tolle Stimme höre, sie singt klasse, da sitzt jeder Ton. Auch sie war perfekt besetzt
  • Altgeselle - Vasilios Manis - sehr gut
  • Dorfrichter - Dong-Won Seo - auch sehr gut, aber es war ja eine Minipartie
  • Seine Frau - Noriko Ogawa-Yatake - herrlich biestig, so kannte ich sie noch nicht
  • Karolka, ihre Tochter - Dorin Rahardja - niedlich, aber auch dies war ja nur eine sehr kleine Partie
  • Barena, eine Magd - Jasmin Dommen - sehr nett, angenehme Erscheinung
  • Jano, ein Schäfer-Junge - Betty Garcés - süß wie sie diesen burschikosen Bengel darstellte
  • Musikalische Leitung - Valtteri Rauhalammi
  • Inszenkierung - Michael Schulz
  • Bühne - Kathrin-Susann Brose
  • Kostüme - Renée Listerdal
  • Choreinstudierung- Christian Jeub
  • Dramaturgie - Anna Melcher
  • Licht - Andreas Gutzmer

Man muss allen Beteiligten sehr viel Respekt zollen, denn das war definitiv keine leichte Kost und extrem schwer zu singen, da auf deutsch. Alle meisterten ihre Partien mit Bravour. Die Musik klang angenehm im Ohr, es gab schöne ruhige Passagen. Es ist aber einfach kein Stück, welches die Massen in die Opernhäuser lockt. Es gehört eher zu den Opern, die sich Opernliebhaber ansehen, aber nicht Gelegenheitsbesucher. Diejenigen, die dort waren, haben es aber sichtlich genossen.

Es war ein wirklich schöner Opernabend! Bin gespannt auf die Essener Version.

21. Juni 2014, Cabaret von John Kander/Fred Ebb/Joe Masteroff

Dieses Musical mag ich wirklich sehr, denn es bietet so viel: tolle und bekannte Melodien, Tanz, eine nette Handlung, Witz und Charme, aber auch einiges zum Nachdenken.

Man hatte sich die Mühe gemacht und das kleine Haus komplett in den "Kit Kat-Klub" verwandelt. Alles war absolut stilecht bis ins kleinste Detail: die Damen an der Garderobe, die Toilettenfrau, livrierte Bedienstete, Jungen, die mit einem Schild herumliefen, auf dem der Titel der Aufführung stand, passende Lampen, Gardinen und Vorhänge, selbst die Beschriftung der Türen. Da tauchte man gleich in eine andere Welt ein. Der Innenraum war wunderschön hergerichtet mit kleinen runden Tischen. Die Tischnummern waren Lampen, drumherum drapiert waren Luftschlangen (es begann ja mit dem Jahreswechsel 1929/1930). Es gab jeweils eine Flasche Wasser und Salzstangen, die im Preis inbegriffen waren. Auf dem Bühnenrand waren Lampen in Form von goldenen Muscheln. Oben gab es noch einen Rang mit ein paar Reihen. Wir hatten aber einen Tischplatz bevorzugt, direkt an der Bühne. Wann bekommt man sonst schon so etwas Tolles geboten? Die Kostüme waren ein absoluter Traum und haargenau der Zeit angepasst. Fürs Auge war schon mal bestens gesorgt worden. Toll!

Das Ensemble war absolut hinreißend:

  • E. Mark Murphy gab den Conférencier, und das wirklich, wirklich fulminant. Unglaublich, was er so "drauf hat". Ein absolut perfekter Darsteller dieser Partie! Aber auch alle anderen waren ein Traum und zu hundert Prozent perfekt!
  • Sally Bowles - Judith Jakob
  • Clifford Bradshaw - Alen Hodzovic
  • Herr Schultz - Joachim Gabriel Maaß
  • Frl. Schneider - Christa Platzer
  • Ernst Ludwig - Vasilios Manis
  • Frl. Kost - Jeanette Claßen
  • Kit Kat-Klub Girls - Isabell Classen (Helga), Daniela Günther (Rosie), Tina Podstawa (Lulu) (oder Theano Makariou - das kann ich nicht feststellen, da ich die Damen leider nicht kenne), Julia Schukowski (Frenchie)
  • Kita Kat-Klub Boys - Stefan Preuth (Hermann und Max), Markus Schneider bzw. Frank Wöhrmann (Bobby), Nico Stank (Victor)
  • Sohn von Frl. Kost - leider keine Ahnung, aber einer der folgenden Darsteller: Felix Frölich/Nicolas Groß/Jan Christoph Meier/Nico Schlutt
  • Musikalische Leitung - Wolfgang Wilger
  • Regie und Abendspielleitung - Sandra Wissmann
  • Choreografie - Seân Stephens
  • Bühne - Dirk Becker
  • Kostüme - Ute Meenen
  • Licht - Patrick Fuchs
  • Dramaturgie - Anna Grundmeier
  • Band:
  • Flügel / Synthesizer - Wolfgang Wilger
  • Trompete - Axel Riesenweber
  • Posaune - Peter Schwatlo
  • Reeds - Matthias Jahner, Kim Jovy, Lothar van Staa
  • Gitarre - Thorsten Drücker
  • Bass - Heiko Pape
  • Schlagzeug - Andy Pilger

Inhalt:

Berlin am Jahreswechsel 1929/1930.

Cliff Bradshaw, ein junger amerikanischer Schriftsteller, reist nach Berlin, um dort einen Roman zu schreiben. Durch die Bekanntschaft mit Ernst Ludwig kommt er in der Pension des ältlichen Fräulein Schneider unter. Über denselben lernt Cliff auch den Kit-Kat-Club kennen, wo er die englische Sängerin Sally Bowles trifft. Sie ist der Star der Show – und dies nicht nur wegen ihres künstlerischen Talents. Als Sally entlassen wird, nimmt sie Zuflucht in Cliffs Pensionszimmer, und die beiden werden ein Paar.

Auch zwei anderen Pensionsbewohnern begegnet, wenn auch spät, das Glück. Herr Schultz nämlich wirbt erfolgreich um Fräulein Schneider. Doch als sich auf der bald folgenden Verlobungsfeier herausstellt, dass Schultz Jude (und der als Gast anwesende Ernst Ludwig Nationalsozialist) ist, kann Fräulein Schneider sich der heraufziehenden vergifteten Atmosphäre nicht entziehen. Die Verlobung wird gelöst, Herr Schultz verlässt die Pension.

Nach diesem Vorfall möchte Cliff Deutschland verlassen, wohingegen Sally weiter von ihrer großen Karriere in Berlin träumt. Als sie dann das gemeinsame Kind abtreibt, hält den Amerikaner nichts mehr. Die Zurückbleibenden aber sehen einer ungewissen Zukunft entgegen.

In diesem überaus passenden und tollen Ambiente bekamen wir einen super tollen Musical-Abend geboten. SO machte es mal richtig Freude, sich das Musical anzusehen! Dickes Kompliment an alle Beteiligten!!!

28. Juni 2014, Pique Dame von Peter I. Tschaikowski

Diese höchst interessante Oper haben wir zuletzt vor 30 Jahren in Dortmund gesehen. Die Inszenierung hier im MiR ist wirklich richtig klasse und sehr, sehr sehenswert. Kann ich wirklich nur empfehlen!

Die Bühnenausstattung bestand aus beweglichen Teilen: oben schöne altmodische Tapeten in grün/blau mit floraler Musterung, unten viel Holz. Links stand ein Sessel mit Fußteil, die Holzvertäfelung war gebrochen weiß, eine Tür trug die Beschriftung "Le Balcon", der mittlere und rechte Teil hatte eine dunkle Vertäfelung. In der Mitte war eine rote gepolsterte Tür mit der Aufschrift "privé", rechts führte die Tür zum 'L'enfer". Rechts stand zudem ein Klavier, darüber war ein Spiegel, der wie ein Gemälde nach vorn geneigt war, angebracht. In der Mitte befand sich ein großes Gemälde, dass die abendlichen Szenen mit Spieltisch und feiernden Menschen widerspiegelte. Auf der Bühne standen viele Tische und Stühle, vorne eine gepolsterte schwarze Bank. Der mittlere Teil wurde zwischendurch gedreht, und man sah den Salon bzw. das Vorzimmer zum Schlafgemach der Gräfin. Dieser Teil hatte auch die helle Holzvertäfelung, es standen dort auf einer Empore an der Tür ein Stuhl und weiter vorne ein Tisch mit einem Stuhl. An der Schlafzimmertür sah man ein großes Portrait der Gräfin in jungen Jahren.  Außerdem waren Metallhalterungen angebracht worden, an denen man sich abstützen konnte. Unter der Treppe rechts war noch ein Tisch mit Stühlen, links ein Sessel mit Fußstütze. Alles wirkte sehr angenehm und harmonisch. Die Kostüme waren traumhaft schön und der damaligen Zeit (Jahrhundertwechsel 1800/1900) sehr, sehr harmonisch angepasst. Man sah feine Uniformen und verspielte Kleider bei den Damen der Gesellschaft. Alles war sehr aufwendig gestaltet

Inhalt:

Erster Akt

Offiziere und Adelige der Petersburger Gesellschaft besuchen regelmäßig den Spielsalon "L'enfer", der einer alten Gräfin gehört. Hermann geht auch dort hin, spielt aber nie mit. Er gesteht Graf Tomski, dass er sich unsterblich in eine Dame der Gesellschaft verliebt habe, ohne ihren Namen zu kennen, ohne zu wissen wer sie denn überhaupt ist. Als die Gräfin, von Lisa ihrer Enkelin begleitet, den Salon betritt, erkennt Herrmann, dass es die Dame ist, die er so verehrt. Tomski erzählt nun den Anwesenden die Geschichte der alten Dame, dass sie mal die "russische Venus" genannt wurde in jungen Jahren und gerne ihre Zeit an Spieltischen verbrachte. Dies hatte ihr auch den Beinamen "Pique Dame" eingebracht. Einmal verlor sie alles, und ein in sie verliebter Graf, der mit den Künsten der Magie vertraut war, versprach ihr für eine Liebesnacht die drei magischen Zahlen zu nennen, mit der sie ihr Vermögen zurückbekäme, und die niemals verlieren würden. Allerdings sei mit diesen drei magischen Zahlen ein tödlicher Fluch verknüpft. In Hermann reift sofort der Plan, sich diese Zahlen anzueignen, um dann genügend Geld zu haben für ein Leben an Lisas Seite. Leider nur ist sie mit dem Fürsten Jeletzki verlobt.

Zweiter Akt

Bei einem Maskenfest wird Jeletzki erneut von Lisa zurückgewiesen, was diesen verständlicherweise sehr kränkt, aber er muss erkennen, dass sie nicht mehr vorhat ihr Leben mit ihm zu teilen und akzeptiert dies schweren Herzens. Hermann bekommt von Lisa, die sich inzwischen in ihn verliebt hat, den Schlüssel zum Zimmer der Gräfin, Lisas Großmutter. Durch dieses Zimmer solle er zu ihr kommen. Als Hermann im Zimmer der Gräfin ist, versucht er, ihr das Geheimnis zu entreißen, und bedroht sie schließlich mit einer Pistole. Sie stirbt durch einen Herzschlag. Lisa allerdings ist gekränkt. Er sei nicht ihretwegen, sondern wegen des Geheimnisses der drei Karten gekommen.

Dritter Akt

Nachdem Hermann einen verzeihenden Brief Lisas gelesen hat, erscheint ihm der Geist der Gräfin und nennt ihm drei Karten: Drei, Sieben, Ass. Die Bedingung: er solle Lisa heiraten.

Nachts erwartet Lisa Hermann. Der aber hat nur Interesse am Spiel und eilt in einen Club, um Pharao zu spielen. Lisa ist verzweifelt, vor allem auch weil ihr nun endgültig klar ist, dass das kein Unfall war, bei dem ihre Großmutter ums Leben kam, sondern dass Hermann durch sein Verhalten ihren Tod hervorgerufen hat.

Hermann, durch die ganzen Ereignisse augenscheinlich geistig nicht mehr ganz bei sich, gewinnt die ersten beiden Spiele mit der Drei und der Sieben. Als er schließlich alles auf das Ass setzt, spielt nur noch Fürst Jeletzki mit, der seine Lisa an Hermann verloren hat. Leider ist die letzte Karte die Pique-Dame. Damit verliert Hermann alles. Er erkennt, dass der Geist der Gräfin ihn ganz offensichtlich aus Rache für den erlittenen Tod mit der dritten Karte hereingelegt hat. Lisa betritt den Salon und erschießt ihn.

Ein sehr tragisches Ende.

Die Musik ist wirklich phantastisch, teilweise beschwingt, teilweise sehr romantisch. Schade, dass das interessante Stück so selten gespielt wird.

Die Besetzung war ein einziger Traum:

  • Hermann, ein Offizier - Kor-Jan Dusseljee (er war für den erkrankten Lars-Oliver Rühl, der bei einer Jenufa-Vorstellung gestürzt war und sich verletzt hatte, eingesprungen. Er war echt super klasse. Die Stimme war, das muss man einfach sagen, eine absolute Offenbarung, und auch darstellerisch war er ganz große klasse und sehr, sehr überzeugend
  • Graf Tomski - Piotr Prochera - klasse wie immer, dieser Künstler weiß immer zu überzeugen
  • Fürst Jeletzki - Michael Dahmen - auch er war wunderbar, vor allem seine tolle Stimme höre ich immer wieder gerne
  • Die Gräfin - Gudrun Pelker - traumhaft, genauso klasse wie sie schon die Küsterin gesungen und gespielt hatte. Eine ganz tolle Künstlerin
  • Lisa, ihre Enkelin - Petra Schmidt - wieder einmal eine Rolle, die ihrer Darstellungskunst und ihrer wunderschönen Stimme hervorragend entgegenkommt. Natürlich überzeugte auch sie wie immer
  • Polina - Almuth Herbst - kleine Rolle, aber klasse dargestellt
  • Gouvernante - Matthias Koziorowski - eine stumme Partie, aber super rübergebracht als "Nonne"
  • Die Spieler:
  • Tschekalinski, Offizier - William Saetre - diese vier Partien waren klein und fein, und wurden von allen vier Darstellern wunderbar herübergebracht.
  • Surin, Offizier - Dong-Won Seo
  • Narumow, Offizier - Joachim Gabriel Maaß
  • Tschaplitzki, Offizier - E. Mark Murphy
  • Weiterhin Besucher des Spielsalons "L'enfer'
  • Damen und Diener des Etablissements "Le Balcon"
  • Musikalische Leitung - Rasmus Baumann
  • Inszenierung - Dietrich W. Hilsdorf
  • Mitarbeit Regie - Sandra Wissmann
  • Bühne  Dieter Richter
  • Kostüme - Renate Schmitzer
  • Choreinstudierung - Christian Jeub
  • Dramaturgie  Juliane Schunke
  • Licht - Andreas Gutzmer

Es war eine wunderschöne Saison im MiR, und ich freue mich schon auf viele weitere interessante Vorstellungen ab September/Oktober. Ein dickes Dankeschön an alle Beteiligten für die vielen schönen Stunden! Gute Besserung für Lars-Oliver Rühl. Hoffentlich ist er schnell wieder auf den Beinen!

Auf ein  Neues in der Saison 2014/2015

 

 

 

 

 

 

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