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Oper in Berlin

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Oper in der Hauptstadt (Saison 2014/2015)

 

In Berlin starte ich die neue Saison am 13./14. Dezember mit "Tannhäuser" in der Deutschen Oper und "Don Giovanni" in der Komischen Oper. Im März folgen dann "La Rondine" und "Tosca" in der Deutschen Oper und "Candide" in der Staatsoper.

 

26. September 2014, Candide von Leonard Bernstein, Schiller Theater

Dieses Musical kannte ich noch nicht. Die Kostüme waren sehr phantasievoll und teilweise richtig elegant. Das Bühnenbild eher nüchtern. Aber das ist ja nicht unbedingt störend. Das Theater an sich finde ich irgendwie niedlich und nostalgisch, so dass es auch Freude macht in der "Ersatz"-Staatsoper Aufführungen zu besuchen.

Hier mal der Inhalt, der nicht so einfach zu verstehen ist (Quelle: Wikipedia):

Ort und Zeit

Schauplätze der Handlung sind Westfalen, Lissabon, Spanien, Cartagena (Kolumbien), Montevideo, der südamerikanische Dschungel, das fiktive Land Eldorado und eine verlassene Insel zur Zeit Voltaires, also um die Mitte des 18. Jahrhunderts.

Einziger Akt

Der junge Edelmann Candide wächst im Schloss seines Onkels, des Barons Thunder-ten-tronckh, in Westfalen auf. Er entstammt einem Seitensprung der Schwester des Barons mit einem Unbekannten. Zusammen mit Kunigunde und Maximilian, den beiden halbwüchsigen Kindern des Barons, sowie der Kammerjungfer Paquette wird er von dem Hauslehrer Dr. Pangloss unterrichtet, der den jungen Leuten weismacht, sie lebten in der besten aller Welten. Gerade hat er eine Lektion beendet und entlässt seine Schüler – außer Paquette. Mit ihr will er noch ein physikalisches Experiment für Fortgeschrittene durchführen. Dieses besteht darin, dass er ihr den Geschlechtsverkehr demonstriert. Kunigunde kommt zurück und beobachtet die beiden bei ihrem Tun. Sie ist von dem Experiment so entzückt, dass sie sogleich ihren Vetter Candide aufsucht und ihn bittet, das gleiche mit ihr zu versuchen. Candide zögert nicht lange und befriedigt seine Cousine. Dabei werden die beiden von Maximilian überrascht. Diesem fällt nichts Besseres ein, als seinen Vater zu informieren. Der alte Baron jedoch zeigt für derlei physikalische Experimente kein Verständnis und jagt Candide aus dem Schloss. Unterwegs trifft er auf ein paar Männer, die Freiwillige für die bulgarische Armee anwerben. Candide nimmt das Angebot an und wird Soldat.

Das bulgarische Heer überfällt das Schloss des Barons. Dabei finden fast alle Bewohner den Tod; nur Kunigunde, ihr Bruder, Paquette und Dr. Pangloss überleben.

Kunigunde sehnt sich nach Reichtum. Um ihr Ziel zu erreichen, verkauft sie ihren Körper an wohlhabende Männer. In Lissabon werden ihre Liebesdienste abwechselnd vom Großinquisitor und von einem Kannibalenkönig reichlich honoriert.

Inzwischen hat es auch Candide nach Lissabon verschlagen. Dort trifft der junge Mann wieder auf seinen Lehrer Dr. Pangloss. Die Stadt wird gerade von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Auf der Suche nach Schuldigen werden Candide und Dr. Pangloss von Agenten der Hohen Inquisition gefangen genommen. An ihnen soll ein Exempel statuiert werden, bei dem die Strafe öffentlich vollzogen wird. Unter den Zuschauern befindet sich auch Kunigunde. Sie muss mit ansehen, wie Candide ausgepeitscht wird und Dr. Pangloss sein Leben am Galgen aushaucht.

Nachdem sich Candide von den erlittenen Strapazen erholt hat, führt ihn eine alte Dame zu Kunigunde. Zu dritt fliehen sie nach Spanien. Dort tritt Candide einem Trupp Soldaten bei, der nach Montevideo unterwegs ist, wo er Jesuitenpadres vor den „Eingeborenen“ beschützen soll. Kunigunde und der alten Dame wird erlaubt, die Truppe zu begleiten. Auf der Überfahrt wird das Schiff von Piraten ausgeraubt. Alle weiblichen Passagiere werden von ihnen gefangen genommen.

Mit letzter Kraft schafft es Candide, in die Missionsstation in Montevideo vorzudringen. In dem Empfangskomitee erkennt er Paquette und Maximilian. Candide hat nur noch ein Ziel vor Augen: Kunigunde zu befreien und sie zu heiraten. Nachdem Maximilian infolge einer Verkettung widriger Umstände tödlich verunglückt ist und Candide glaubt, dass er die Schuld daran trage, flieht er mit Paquette in den Dschungel. Ein paar Wochen später entdecken die beiden das sagenhafte Land Eldorado. Anschließend führt sie ihr Weg nach Cartagena, wo sie erfahren, dass Kunigunde wahrscheinlich nach Konstantinopel entführt worden sei. In dieser Stadt finden sie die Gesuchte in einem Harem und kaufen sie frei. Als sie hören, in einer naheliegenden Höhle würde der weiseste Mann der Welt hausen, der auf alle brennenden Fragen der Menschheit eine Antwort wisse, suchen sie diesen auf. Dabei erleben sie ein Wunder, denn der Weise ist kein anderer als der in Lissabon am Galgen geendete Dr. Pangloss. Candide erwirbt ein Stück Land, und alle tragen mit ihren bescheidenen Mitteln zum gemeinsamen Leben bei. Sollen doch andere vom Paradies träumen - sie aber werden diesen ihren Garten bestellen.

Ein recht interessantes Stück mit sehr schöner Musik und einem total tollen Ensemble:

  • Candide - Leonardo Capalbo
  • Pangloss/Martin/Señor II - Graham F. Valentine
  • Maximilian/Inquisitor II/Richter II/Captain/ Hermann Augustus - Arttu Kataja
  • Kunigunde - Elin Rombo
  • Paquette - Annika Schlicht
  • The old lady - Anja Silja
  • Govenor/Señor I/Vanderdendur/Sultan Achmet/Crook - Wolfgang Schwaninger
  • Inquisitor I/Richter I/Charles Edward/Ragotski - Stephen Chambers
  • Inquisitor III/Richter III/Tsar Ivan - Grigory Shkarupa
  • Stanislaus - Dominik Engel
  • Hosi Boghs - Kurt Varges
  • Musikalische Leitung - Wayne Marshall
  • Inszenierung - Vincent Boussard
  • Bühnenbild - Vincent Lemaire
  • Kostüme - Christian Lacroix
  • Licht - Guido Levi
  • Video - Isabel Robson
  • Choreographie - Helge Letonka
  • Chöre - Martin Wright
  • Dramaturgie - Katharina Winkler

Am Ende gab es riesig viel Applaus für dieses tolle und spielfreudige Ensemble!

 

13. Dezember 2014, Tannhäuser von Richard Wagner, Deutsche Oper

Diese schöne Produktion hatte ich ja bereits vor ein paar Jahren gesehen und sie auch heute wieder sehr genossen. Es ist eine Mischung aus nüchtern-traditionell, die Ritter sind wirklich Ritter in silberner Rüstung, was mir sehr gefiel. Am Ende ist die Bühne ein großes Krankenhaus mit Betten für die müden heimgekehrten Pilger, was ich auch gut gelöst fand. Es ist wirklich eine sehenswerte Inszenierung.

Die Besetzung war natürlich auch wieder klasse:

  • Tannhäuser - Peter Seiffert
  • Landgraf Herrmann - Ain Anger
  • Venus/Elisabeth - Petra Maria Schnitzer
  • Wolfram von Eschenbach - Markus Brück
  • Walther von der Vogelweide - Seth Carico
  • Heinrich der Schreiber - Paul Kaufmann
  • Reinmar von Zweter - Andrew Harris
  • Hirt - Elbenita Kajtazi
  • Tannhäuser-Double - Stefan Siedler
  • Musikalische Leitung - Axel Kober
  • Inszenierung - Kirsten Harms
  • Bühne, Kostüme, Licht - Bernd Damovsky
  • Choreographie - Silvana Schröder
  • Chöre - William Spaulding

Peter Seiffert ist ja wirklich DER Tannhäuser schlechthin, da kommt momentan niemand heran. Aber auch die anderen Darsteller waren hinreißend gut wie gewohnt.

Würde ich mir immer wieder ansehen.

14. Dezember 2014, Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart, Komische Oper

Ursprünglich hatte ich eine andere Produktion erwartet, nämlich die, von der ich einen Scan eingefügt hatte. Als ich nun die Fotos auf der Webseite sah, wurde ich etwas stutzig. Dann kaufte ich mir ein Programm und fand darin ein Interview mit dem Regisseur. Da wurde mir klar, dass man das Ganze keinesfalls ernst nehmen sollte, es war als klamaukige Freakshow gedacht. Nun, darauf muss man sich einlassen, oder man geht, bevor man enttäuscht wird. Ich ließ mich darauf ein und hatte einen überaus lustigen und humorvollen Opernabend; der Giovanni verträgt das. Dazu stand ein äußerst spielfreudiges und stimmlich hervorragendes Ensemble auf der Bühne, das für so manchen herzhaften Lacher sorgte. Ich meine, wie soll man einen Giovanni mit dem Gesicht des "Jokers" mit Dauergrinsen und trottelig-dämlich ernst nehmen? Da muss man einfach lachen.

Die Bühne selber war komplett kahl, später kamen von oben viele schwarz-weiße Spitzenvorhänge herunter, was mir sehr gefiel. Die Kostüme waren wirklich prächtig und sehr phantasievoll, alle Darsteller waren weiß geschminkt mit übergroßen Augen. Hat mich am Anfang leicht gestört, dann aber fand ich es doch sehr passend, denn ich denke, dass es den Darstellern, speziell dem Giovanni, dadurch leichter fiel auf der Bühne herumzukaspern und auch mal richtig albern zu sein. Es wurde auf deutsch gesungen, was in diesem Fall auch von Vorteil war, da man den Text etwas angepasst hatte, und es gab aberwitzige Wortspiele; da wurde schon mal aus "Leporello" "Mozarella". Es war zum Piepen komisch.

Und ich muss einen tollen Service der Komischen Oper hervorheben: man hatte die Übertitelung vorne an den Stuhllehnen angebracht, so dass man nicht nach oben schauen musste. Ein toller Service. Überhaupt ist es ein wunderschönes Haus, echt traditionell in etwa wie die Staatsoper, nur etwas kleiner. Gut, dass es seit einiger Zeit einen vernünftigen Intendanten (Barrie Kosky) gibt, so dass man keine Pornos mehr geboten bekommt wie früher, weshalb ich das Haus lange gemieden habe. Ich bin wirklich nicht in Traditionen verklebt, es darf auch schrill sein, aber Pornos brauche ich definitiv nicht.

Und hier mal die Besetzung:

  • Don Giovanni - Günter Papendell - hinreißend komisch und herrlich dämlich-trottelig; DAS muss man aber auch können. Und dass er mal wieder zum Niederknien gesungen hat, muss nicht erwähnt werden. Er ist einfach bezaubernd, egal, was er macht. Und er bekam wieder einmal den meisten Applaus
  • Donna Anna - Erika Roos - herrlich theatralisch, klasse Stimme
  • Don Ottavio - Adrian Strooper - wunderbarer trotteliger Pantoffelheld, der nix zu melden hatte, angenehme Stimme
  • Komtur - Hans-Peter Scheidegger - sehr edel mit schöner Stimme
  • Donna Elvira - Nicole Chevalier - hinreißend überzogen theatralisch, ganz großes Theater, klasse Stimme
  • Leporello - Jens Larsen - ein teddybär-ähnlicher, wunderbar komischer Diener, sang sehr gut
  • Masetto - Bogdan Talos - auch er hatte bei seiner Braut nix zu sagen, herrlich trottelig, schöne Stimme
  • Zerlina - Alma Sadé - gefiel mir auch richtig gut, sie sang toll und gab eine klasse Zerlina, die die Hosen ganz klar anhatte, tolle Stimme
  • Musikalische Leitung - Henrik Nánási
  • Inszenierung und Bühnebild - Herbert Fritsch
  • Kostüme - Victoria Behr
  • Dramaturgie - Sabrina Zwach, Johanna Wall
  • Chöre - David Cavelius
  • Licht - Franck Evin

Diese Aufführung würde ich mir sofort wieder ansehen. SO kann und darf der Giovanni auch mal aufgeführt werden. Oper darf auch mal so richtig Spaß machen, wenn es das Stück erlaubt.

18. März 2015, La Rondine von Giacomo Puccini

Diese Oper hatte ich bislang noch nicht gesehen und war entsprechend neugierig darauf, zumal ich auch wusste, dass ein sehr berühmter Tenor, nämlich Rolando Villazón, Regie führte. 

Das Stück spielt in etwa in den zwanziger Jahren wie ich den Kostümen, die sehr, sehr stilecht waren, entnehmen konnte. Es gab ein sehr üppiges und prachtvolles Bühnenbild. Der Salon Magdas war sehr schick mit Diwans, schönen Sesseln, Tischchen, etc. eingerichtet, sogar maskierte Bedienstete, die mit Pfauenfedern fächelten, fehlten nicht. Hinten war ein großes Wandbild, das sich in jedem Akt änderte: zunächst sieht man das Gemälde einer üppigen Barockdame auf einem Diwan liegend, später wird dieses aufgesplittert in Spiegel, am Ende war es ein maritimes Motiv. Das "Bullier" ist auch sehr stilecht und aufwendig wie ein angesagter Ballsaal damals so eingerichtet war, und am Ende die Szenen am Meer waren auch wunderschön mit einem Strand, Boot, Liegesuhl etc. Es fehlte wirklich an nichts, man hatte absolut nicht sparen müssen. Das war dann schon mal etwas fürs Auge.

Nachstehend die Handlung im Detail (Quelle: Wikipedia):

1. Akt

Der Dichter Prunier diskutiert im Hause des Bankiers Rambaldo mit dessen Freundin Magda und anderen Damen über die romantische Liebe. Die Damen verspotten den Dichter. Nur Magda schlägt sich auf seine Seite. Prunier äußert, dass Doretta, die Heldin seines jüngsten Gedichtes, vom Virus der romantischen Liebe gepackt worden sei. Auf Drängen der Damen lässt sich der Dichter dazu hinreißen, sein Gedicht vorzustellen. Aber auf dem Höhepunkt der Erzählung bricht er ab und erklärt, dass ihm noch kein guter Schluss eingefallen sei. Magda setzt sich daraufhin ans Klavier und trägt ihm ihren romantischen Schluss vor. Alle sind begeistert. Die Freundinnen jedoch verspotten Magda wegen ihres romantischen Idealismus. Daraufhin drängt sich Rambaldo in die Unterhaltung und schenkt Magda demonstrativ eine teure Perlenkette. Magda ist verlegen, beharrt aber auf ihrem Glauben an die wahre Liebe. Magdas Zofe betritt den Raum und meldet Rambaldo, einen jungen Mann, der ihn zu sprechen wünscht. Mit Magdas Zustimmung lässt Rambaldo den Besucher eintreten.

Bianca, Yvette und Suzy, die Freundinnen Magdas, loben Rambaldos Großzügigkeit. Magda jedoch widerspricht. Für sie ist Reichtum nicht alles. Sie erzählt, wie sie in ihrer Jugend im Ballsaal von Bullier die wahre Liebe mit einem Jüngling gefunden hatte, aber dann doch kalte Füße bekam. Die Freundinnen, enttäuscht über den Ausgang der Geschichte, schlagen spöttisch dem Dichter einen neuen Stoff für ein Gedicht vor. Das Gespräch wendet sich der Wahrsagerei zu. Prunier will Magda aus der Hand lesen und ihr die Zukunft vorhersagen. Sie ziehen sich in eine ruhige abgeschirmte Ecke zurück. Pruniers Vorhersagen sind zweideutig. Magda könnte ein schönes Leben wie eine Schwalbe in der Sonne finden. Allerdings wäre es mit Tragik verbunden.

Inzwischen ist Ruggero eingetreten. Er überreicht Rambaldo einen Brief seines Vaters, der ein alter Freund Rambaldos ist. Ruggero, der zum ersten Mal in Paris ist, schwärmt von seinen ersten Eindrücken:Parigi è la città dei desideri... Die Gäste fangen an zu diskutieren, wo man als Neuankömmling seine erste Nacht in Paris zubringt. Es heißt, die erste Nacht in Paris sei ein magisches Erlebnis. Man bringt einige Vorschläge zu Papier und einigt sich auf den Nachtclub Bullier. Lisette zeigt Ruggero den Weg.

Die Gäste verabschieden sich und Magda bleibt allein zurück. Sie teilt ihrer Dienerin Lisette mit, dass sie heute nacht im Hause bleibe, Lisette aber könne ihren freien Abend genießen. Als Lisette abgeht, denkt Magda über die Prophezeiung Pruniers nach. Sie streift durch den Raum und findet die Liste mit den Vorschlägen der Nachtlokale. Magda liest diese durch, ruft laut Bullier aus und verschwindet.

Lisette tritt in den Salon. Als sie sieht, dass keiner mehr da ist, lässt sie Prunier eintreten, mit dem sie sich heimlich verabredet hat. Beide versichern sich ihrer Liebe und gehen ab, nachdem Prunier Lisette mit einem neuen Hut und einem neuen Mantel, heimlich geliehen von Magda, ausstattet. Kurz darauf erscheint Magda als Grisette verkleidet im Salon, betrachtet sich im Spiegel und verlässt dann das Haus.

2. Akt

Nachtschwärmer unterhalten sich im Ballsaal des Nachtclubs Bal Bullier. Ruggero sitzt einsam und schüchtern an einem Tisch. Dann tritt Magda ein und schaut sich im Saale um. Sofort ist sie von Studenten belagert, die sie zum Tanze auffordern wollen. Magda gibt ihnen jedoch einen Korb. Sie sagt, sie sei mit jemanden verabredet. Sie schaut sich zum Schein abermals im Saale um und erblickt Ruggero, der sie anstarrt. Die Studenten sehen den Blickkontakt der beiden, meinen Ruggero wäre ihre Verabredung und führen Magda an Ruggeros Tisch. Als die Studenten verschwunden sind, entschuldigt sich Magda bei Ruggero und erklärt ihm den ganzen Zusammenhang. Als sie wieder gehen will, bittet Ruggero sie zu bleiben. Nach kurzer Unterhaltung fordert er sie zum Tanz auf. Sie nimmt die Einladung mit den Worten:Seltsames Abenteuer, ganz wie damals an.

Im Ballsaal wird ein lebhafter Walzer angestimmt. Magda und Ruggero begeben sich in den Garten. Nach lebhaftem Tanz folgen ihnen die anderen Gäste.

Lisette und Prunier treten in den Ballsaal ein und mischen sich unter das tanzende Volk. Ruggero bringt Magda in der Zwischenzeit zurück an ihren Tisch. Sie stellt sich ihm als Paulette vor und erzählt ihm von einem lange zurückliegenden Besuch im Bullier. Ruggero erzählt ihr von seiner ernsten bürgerlichen Einstellung zur Liebe und sagt, dass er in solchen Lokalen normalerweise nicht verkehre. Magda fasziniert dies. Es scheint ihr, dass Ruggero genau der Romantiker ist, nach dem sie sich so lange schon gesehnt hatte. Beide küssen sich leidenschaftlich. Lisette und Prunier, die inzwischen wieder in den Saal gekommen sind, erkennen Magda. Magda gibt beiden ein Zeichen, dass sie nicht erkannt werden will. Lisette geht auf beide zu und will sie, Magda und Ruggero, begrüßen. Prunier begrüßt ebenfalls Ruggero, überzeugt dann Lisette, dass die andere Person nicht Magda ist, sondern eine ihnen Unbekannte. Als sie sich gegenseitig vorgestellt haben, setzen sich Lisette und Prunier an den Tisch zu Magda und bestellen Champagner, um das Leben und die Liebe zu feiern.

Während sich die Liebenden in die Arme fallen, kommen die anderen Gäste vorbei und überschütten die frisch Verliebten mit Blumen. Dann verschwinden sie wieder. Kurz darauf betritt Rambaldo den Ballsaal. Sofort erblickt er Magda und Ruggero. Als Prunier Rambaldo erblickt, versucht er die Situation zu retten. Er schickt Ruggero und Lisette in den Garten. Beiden trägt er auf, sich um den anderen zu kümmern. Dann tritt er auf Rambaldo zu, dieser schickt ihn jedoch weg. Rambaldo geht auf Magda zu und brüskiert sie. Magda erklärt daraufhin, dass zwischen ihnen alles aus sei. Rambaldo verschwindet und Magda bleibt allein zurück.

Inzwischen ist es Morgen geworden. Ruggero tritt erneut in den Ballsaal und geht auf Magda zu. Sie schildert ihm von ihrer Angst um ihre Zukunft. Ruggero nimmt sie in den Arm, gemeinsam verlassen sie das Lokal.

3. Akt

Magda und Ruggero versichern sich trotz ihrer Armut ihrer gegenseitiger Liebe. Ruggero gesteht seiner Angebeteten, dass er an seinen Vater geschrieben habe. Er habe zum einen um finanzielle Unterstützung gebeten, zum anderen um seine Einwilligung zur Hochzeit mit Magda. Danach fängt Ruggero an von ihrer Zukunft zu schwärmen. Er bastelt sich ein idyllisches Familienbild zurecht, mit Haus, Garten und einem Kind. Als er ins Haus geht, kämpft Magda mit ihrem Gewissen. Sie fragt sich, ob sie Ruggero die Wahrheit über ihre Vergangenheit als Rambaldos Mätresse berichten soll. Voller Zweifel zieht sie sich ins Haus zurück.

Lisette und Prunier treten in die Villa ein. Lisettes Karriere als Sängerin nahm schon nach dem ersten Auftritt ein jähes Ende. Nun versucht sie sich irgendwo zu verstecken, wo keiner der Theaterbesucher sie finden und demütigen kann. Magda wird durch den Diener über das Erscheinen der Pariser Freunde informiert und erscheint. Prunier erzählt Magda von Lisettes Missgeschick. Lisette, die gerne wieder ihre alte Stelle wiederhaben will, wird von Magda wieder als Zofe eingestellt. Nachdem die Angelegenheit seiner Herzallerliebsten geklärt ist, lässt Prunier Magda noch wissen, dass Rambaldo sehr gerne bereit wäre, das alte Verhältnis zu Magda wieder aufzunehmen. Den Namen Rambaldos nennt er dabei nicht. Dann verlässt Prunier die Villa, nicht ohne sich zuvor mit Lisette für den Abend zu verabreden. Lisette hingegen zieht ihre weiße Schürze an und begibt sich an die Arbeit.

Kurz darauf erscheint Ruggero mit einem Brief seiner Mutter in der Hand bei Magda. Er meint zu wissen, was darin steht, und überreicht ihn seiner Angebeteten, die ihn laut vorlesen soll. Sie erteilt der Verbindung ihren Segen, in der Voraussetzung, dass Ruggero sicher ist, dass die Frau seiner wert sei. Magdas Gewissensbisse werden nun doch zu groß. Sie erzählt ihm die Wahrheit über ihre Vergangenheit. Ruggero, der davon nichts wissen will, verzeiht ihr alles. Obwohl er sie erbittert anfleht zu bleiben, verlässt sie ihn um seiner Liebe willen. Die Zeit wird die Wunden heilen, sagt Magda. Dann verlässt sie traurig, von Lisette gestützt, den unglücklichen, am Boden zerstörten Ruggero.

Ein typischer Puccini, ein wenig La Traviata (Magda verzichtet wie Violetta), ein wenig La Bohème von der Musik her als die zwe Libenden den Ballsaal verlassen, um ans Meer zu reisen. Eine sehr sehr schöne Oper, die viel zu selten gespielt wird. Schade. Ich bin froh, dass wir sie uns ansehen konnten, dazu so klasse inszeniert.

Hier mal die Besetzung:

  • Magda - Dinara Alieva
  • Lisette - Alexandra Hutton
  • Ruggero - Charles Castronovo
  • Prunier - Alvaro Zambrano
  • Rambaldo - Stephen Bonk
  • Périchaud - Noel Bouley
  • Gobin - Matthew Newlin
  • Crébillon - Thomas Lehmann
  • Yvette - Slobhan Stagg
  • Bianca - Elbnita - Kajtazi
  • Suzy - Stepahnie Lauricella
  • Ein Haushofmeister - Carlton Ford
  • Musikalische Leitung - Roberto Rizzi Brignoli
  • Regie - Rolando Villazón
  • Speilleitung - Gerline Pelkowski
  • Bühne - Johannes Leiacker
  • Kostüme - Brigitte Reiffenstuel
  • Licht - Davy Cunningham
  • Chöre - William Spaulding
  • Choreographie - Silke Sense
  • Dramaturgie - Curt A. Roesler

Alle Rollen waren durchweg klasse und perfekt besetzt, den meisten Applaus bekam aber die Darstellerin der Magda. Also, wieder ein super toller Opernabend in meinem Berlin.

Ein typischer Puccini, ein wenig La Traviata (Magda verzichtet wie Violetta), ein wenig La Bohème von der Musik her als die zwei Liebenden den Ballsaal verlassen, um ans Meer zu reisen. Eine sehr sehr schöne Oper, die viel zu selten gespielt wird. Schade. Ich bin froh, dass wir sie uns ansehen konnten, dazu so klasse inszeniert.

21. März 2015, Tosca von Giacomo Puccini

Tosca geht immer, und diese schöne, üppige alte Inszenierung aus dem Jahre 1969 hatte ich ja schon gesehen. Eine Produktion fürs Auge: der Kircheninnenraum sieht genauso aus wie in einer schönen alten gotischen Kirche, Scarpias Büro ist ebenfalls toll eingerichtet, der Folterkeller diskret versteckt, und am Ende sieht man Teile der Engelsburg, von der sich Tosca hinunterstürzt. Und die Kostüme waren natürlich prachtvoll passend dazu.

Hier mal die Abendbesetzung:

  • Tosca - Martina Serafin
  • Mario Cavaradossi - Marco Berti
  • Scarpia - Carlos Álvarez
  • Angelotti - Noel Bouley
  • Der Messner - Seth Carico
  • Spoletta - Jörg Schörner
  • Sciarrone  - Andrew Harris
  • Ein Schließer - Thomas Lehmann
  • Musikalische Leitung - Donald Runnicles
  • Inszenierung - Boleslaw Barlog
  • Bühne, Kostüme - Filippo Sanjust
  • Chöre - Thomas Richter

Die Besetzung war wirklich klasse, wiewohl mir der Cavaradossi streckenweise zu laut erschien. Den meisten Applaus bekamen Frau Serafin und Herr Álvarez. Aber auch die Nebenrollen waren toll besetzt. Jörg Schörner gab diesen Schleimbeutel Spoletta wirklich hinreißend. Hat mir sehr gefallen. Auch Herr Berti war super, nur manchmal hätte er ruhig etwas leiser singen dürfen, man hätte ihn dann auch noch gehört. Im letzten Akt zeigte er dann, dass er auch leiser singen kann, was wohltuend angenehm klang. Ja, ja, ich weiß, heute muss man "schmettern" können, damit man "beweist", dass man singen kann. 

Wir haben den herrlichen Abend mehr als genossen, und es waren erfreulich viele junge Zuschauer anwesend.

Diese Saison ist damit für mich in Berlin leider wieder zu Ende, aber ich komme ja im September schon wieder. Tschüss bis zum 25. September zum "Ball im Savoy", worauf ich mich schon sehr freue.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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