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Oper in Dortmund 3

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Oper in Dortmund (Saison 2018/2019)

 

Das neue Programm gefällt mir. Ein paar Karten habe ich schon, aber bei den mir völlig unbekannten Sachen warte ich mal ab, bzw. ich höre mal bei Youtube herein. Ich muss ja nicht ALLES mitnehmen. Dann lieber das, was mir gefällt, wie immer mehrfach. Den Barbier klemme ich mir, nicht mein Fall. Dafür aber Turandot und einiges vom Extra-Programm. Ich werde berichten.

Hier starte ich dann also am 05. Oktober mit der Premiere von Aida.

05. Oktober 2018, Aïda von Giuseppe Verdi - Premiere

Dass ich besonders gespannt war, ist verständlich, denn ich kannte vom Ensemble nur eine Person, alle anderen Darsteller waren mir gänzlich unbekannt. An deren Qualität hatte ich keinen Zweifel.

Die Inszenierung ist ein Mix aus durchaus traditionell und etwas modern. Man sieht lange wallende Gewänder in orange und gleich farbiger Kopfbedeckung, das waren die Sklavinnen, auch Aidas Outfit. Die Priesterschaft hat schöne traditionelle Kostüme vorwiegend in weiß, Amneris wechselt ständig ihre Kleidung, aber stets super fein, es überwiegt die Farbe gold und schwarz. Ihr Papa, der König, ist ein etwas schräger Typ mit Popstar-Allüren, gekleidet in schwarzer Lederhose und schwarzen Stiefeln, obenherum in goldener Weste und Jacke, Afrofrisur und Sonnenbrille. In Amneris Gemach herrscht durchaus Partystimmung mit entsprechend aufgebrezelten Gästen.

Bei der Nilszene gibt es einen Wasserlauf auf der Bühne, was mir sehr gefallen hat. Hatte ich so noch nie gesehen. 

Die Bühne ist schlicht gehalten, man kommt mit wenigen Requisiten aus. Aber alles ist sehr harmonisch und stimmig.

Diese Inszenierung kann ich nur sehr empfehlen!

Und nun zum Ensemble:

  • Aïda - Elena O'Connor - wunderbare Darstellerin mit einer wunderschönen Stimme, eine sehr überzeugende Darstellung. Hat mir riesig gefallen
  • Radames - Hector Sandoval - gefiel mir sehr, äußerst sympatisch, toller Darsteller, eine schöne, aber nicht sehr voluminöse Stimme (Gaston Rivero im Aalto singt in einer anderen Liga. Das ist keine Kritik, nur eine Feststellung). Er hat mir aber sehr gefallen
  • Amneris - Hyona Kim - super klasse - erst verwöhntes Kind, später am Ende zur Frau gereift - klasse Darstellung, klasse gesungen
  • Amonasro - Mandla Mndebele - hinreißender Darsteller, super klasse Stimme
  • Der König - Denis Velev - super Darsteller mit klasse Stimme, spielte den verrückten König einsame spitze! Bekam sehr viel Applaus!
  • Ramfis - Shavleg Armasi - ausgezeichnet, sehr gut
  • Eine Oberpriesterin - Natascha Valentin
  • Ein Bote - Fritz Steinbacher
  • Opernchor Theater Dortmund
  • Statisterie Theater Dortmund
  • Musikalische Leitung - Gabriel Feltz
  • Regie - Jacopo Spirei
  • Bühne - Nikolaus Webern
  • Kostüme - Sarah Rolke
  • Co-Kostüm - Wicke Naujoks
  • Licht - Florian Franzen
  • Chor - Fabio Mancini
  • Dramaturgie - Merle Fahrholz, Laura Knoll

Ein toller Start unter neuer Intendanz! Wir haben den Abend sehr, sehr genossen und freuen uns auf eine weitere Aufführung im Januar. Ich hatte den Eindruck, dass das Publikum die Produktion positiv angenommen hat. Es gab stehende Ovationen.

08. Dezember 2018, West Side Story von Leonard Bernstein

Eines der sicher meist gespielten Musicals, ein modernes "Romeo und Julia", nur dass am Ende "Julia" - hier Maria - am Leben bleibt und die verfeindeten Gangs miteinander versöhnt.

An sich eine einfache und schlichte Handlung, für mich inzwischen langweilig und öde, bin sogar zwischendurch mal eingedöst, aber die schönen Songs sind dann doch wiederum schön anzuhören. Das Ensemble wusste sehr zu begeistern. Die Tanzszenen gefielen mir auch. Bühnenbild und Kostüme sind stimmig.

Kein verlorener Abend, aber das Ganze begeistert mich nicht mehr so wie vor Jahren. Vorläufig werde ich mir das Musical sicher nicht mehr ansehen.

Als nächstes kommt wieder richtig Oper: Aïda im Januar smiley

13. Januar 2019, Aïda von Giuseppe Verdi 

Und noch einmal diese tolle Oper. Es war die letzte Vorstellung, und sie war ausverkauft. Bei der heutigen Vorstellung sang Karl Heinz Lehner sang heute den Ramfis, und das, wie immer, klasse und sehr überzeugend. Immer ein Garant fütr einen gelungenen Abend.

Ich hatte den Eindruck, dass heute bei der letzten Vorstellung alle Protagonisten nochmals "einen drauf gelegt" hatten und alles gaben. Das war einsame spitze! Ein wundervoller Opernabend. Die Stimmung war klasse.

 

09. Februar 2019, Turandot von Giacomo Puccini - Premiere 

Vor ca. 10 Jahren habe ich zuletzt Turandot gesehen, und zwar diese unterirdische "Inszenierung" in Essen. Heute nun endlich wieder "Turandot", und was für eine tolle Aufführung!

Die Ausstattung ist in den Farben schwarz und rot gehalten, bei den Kostümen sieht man auch viel gold. Zunächst sieht man eine Plattform und eine schräge Hinterwand. Das Volk - in schwarz gekleidet  ist ziemlich blutrünstig. Kein Wunder, sie kennen ja nichts anderes: Turandot stellt Freiern drei Rätsel, die sie sowieso nicht lösen können, danach erfolgt die öffentliche Hinrichtung. Das soll ja wohl irgendwann abstumpfen. Und so geht man dann auch nicht zimperlich mit dem Prinzen von Persien um.

Die drei Minister sind auch inzwischen sehr zynisch geworden und nehmen das inzwischen übliche Geschehen ironisch aufs Korn. Timur, der entthronte König der Tartaten kommt mit Liu ,seiner Dienerin und Begleiterin; die beiden Treffen auf Kalaf, Timurs Sohn. Jeder glaubte vom anderen er sei tot. Die Wiedersehensfreude ist groß. Alle drei werden in den Spott mit einbezogen.

Dann ertönt ein Signal, Turandot erscheint. Dafür hebt sich die Hinterwand, und man sieht eine große runde Öffnung, einen Thron und Stufen zu dem Thron. Kalaf ist geblendet von ihrer Schönheit. Er will die Rätsel lösen und sie erobern. Angst vor dem Versagen scheint er nicht zu haben. Ping, Pang und Pong versuchen ihn davon abzuhalten, ebenso Timur und Liu. Vergeblich, er meldet sich für die Rätsel an.

Dann hebt sich die Bühne, und man sieht unten das Reich der Minister: rote Lampions, dicke Kissen, schöne Optik. Die drei träumen von früher, das Leben bei Hofe widert sie eigentlich an. Indem sie von Turandots Praktiken erzählen, zerstören sie lauter Puppen, damit spielen sie die Hinrichtungen nach. Diese Puppen sollen wohl für sämtliche geschändete Frauen stehen. Turandot ist ja nicht umsonst so geworden: eine Ahnin wurde einst entführt, geschändet und getötet. Das hat sie so geprägt, dass sie nun Rache an den Männern übt. Die Rätsel sind so schwer, dass sie ohnehin niemand lösen kann. Niemand soll sie jemals besitzen.

Oben im Palast werden die Vorbereitungen für die Rätsel getroffen. Erneut versuchen Ping, Pang und Pong, Kalaf davon abzuhalten, indem sie ihm Frauen, Macht und Reichtum anbieten. Umsonst. Auch Altoum, Turandots Vater, will nicht, dass er die Rätsel löst, er ist das ewige Blutbad und Gemetzel leid. Es nutzt nichts.

Turandot erscheint nun und stellt ihm höhnisch und siegessicher die erste Frage. Er kann sie beantworten. Dann die zweite. Wieder kommt ziemlich schnell die richtige Antwort. Als Kalaf bei der dritten Frage ins Zögern kommt, triumphiert Turdandot bereits, aber dann kommt sie doch die richtige Antwort. Das Volk jubelt, der Kaiser ist erleichtert. Endlich wird Ruhe herrschen im Land.

Turandot reagiert empört, niemand wird sie jemals besitzen. Altoum allerdings besteht darauf, dass das Gesetz eingehalten wird, schließlich hat sie es selber ins Leben gerufen. Kalaf will aus Liebe geheiratet werden und stellt nun seinerseits ihr ein Rätsel: wenn sie bis zum Morgengrauen seinen Namen herausfindet, wählt er den Freitod.

Auf Befehl Turandots werden alle aufgefordert, eine Möglichkeit zu finden, den Namen des Prinzen herauszufinden. Man erwischt Timur und Liu, die man ja bei Kalaf gesehen hat. Liu will Timur schützen und sagt, dass sie allein das Geheimnis kenne es aber auf jeden Fall bewahren werde aus Liebe zu ihrem Herrn. Turandot staunt über diese Courage und fragt sie, welche Macht sie dazu treibe, Liu antwotet, es sei die Liebe. Dann fordert Turandot ihre Leute auf, Liu zu foltern und mit Gewalt den Namen aus ihr herauszubekommen. Liu weissagt Turandot, dass sie schon noch lernen werde ihren Herrn zu lieben, sie würde sich opfern, damit beide glücklich werden. Dann entwendet sie einem der Schergen ein Messer und ersticht sich.

Turandot ist entsetzt. Dann erhebt Kalaf seine Stimme und küsst sie ungefragt, was Verwirrung bei ihr auslöst.

In der folgenden Szene befindet man sich wieder in den unteren Gemächern. Turandot ist bestürzt, fühlt sich entmachtet. Nun nennt Kalaf ihr seinen Namen. Darauf bittet sie ihn zu gehen. Kalaf denkt gar nicht daran und schafft es, sie von seiner Liebe zu überzeugen. Am Ende tritt sie mit ihm vors Volk und sagt: sein Name ist: Liebe... Das Volk jubelt. Jetzt wird endlich wieder Frieden herrschen.

Ein happy end.

Die Kostüme sind sehr phantasievoll und schön. Ein sehr harmonisches und schönes Bild. Das Auge bekommt also auch etwas zu sehen. 

Und nun zu dem überaus überragenden Ensemble:

  • Turandot - Stéphanie Müther - diese Stimme ließ mich vom ersten Ton an aufmerken. Die ideale Turandot. Sie sang mühelos, wunderschön, klasse. Die meisten Sängerinnen, die ich bislang hörte, haben nur gebrüllt. Dies ist wirklich die absolut perfekte Besetzung dieser schwierigen Partie. Super!
  • Altoum - Ks. Hannes Brock - klasse, vor allem auch darstellerisch. Das war mal wieder gekonnt
  • Timur - Karl-Heinz Lehner - er hat es mal wieder geschafft, aus einer eigentlich kleinen Partie eine große zu machen. Super, super gesungen und perfekt dargestellt
  • Kalaf - Andrea Shin - wow, was für ein Tenor! So toll habe ich den Kalaf auch ewig lange nicht mehr gehört. Da stimmte wirklich alles. Allerfeinste Sahne. Unbedingt mehr davon. Richtig, richtig klasse
  • Liu - Sae-Kyung Rim - hinreißend, Atem beraubend. Perfekt in jeder Hinsicht. SO stelle ich mir eine Liu vor. Tolle Künstlerin
  • Ping/ein Mandarin - Morgan Moody - auch wieder allerfeinste Sahne. Hinreißend gesungen und erstklassig dargestellt. Perfekt
  • Pong - Sunnyboy Dlada - richtig klasse, super gesungen und hinreißend dargestellt
  • Pang - Fritz Steinbacher - super gesungen, perfekt dargestellt, super
  • Musikalische Leitung - Gabriel Feltz
  • Regie - Tomo Sugao
  • Bühne - Franz Philipp Schlößmann
  • Kostüme - Mechthild Seipel
  • Licht - Ralph Jürgens
  • Chor - Fabio Mancini
  • Dramaturgie - Merle Fahrholz

Dieser Premierenabend war Atem beraubend, klasse, einfach perfekt. Es gab zu Recht sehr, sehr viel Applaus, Bravo-Rufe- kein einziges Buh - der ganze Saal stand Kopf. Ein unvergeßlicher Abend, den wir auf jeden Fall wiederholen werden.

Wir waren so begeistert, dass wir sogar mal zur Premierenfeier gegangen sind und uns mit einigen Künstlern und dem Intendanten unterhalten haben. Das war richtig schön und rundete den tollen Abend wunderbar ab.

SO schön kann also Oper sein. 

 

 

 

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