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Oper in Dortmund 4

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Oper in Dortmund (Saison 2019/2020)

 

Das neue Programm bietet mir mehr als das in der letzten Saison. Sehr interessant sind zwei Stücke, die ich nicht kenne, deren Komponisten mir aber ein Begriff sind: "die Stumme von Portici" von Auber und "Fernand Cortez oder die Eroberung von Mexiko" von Spontini. Ganz wichtig sind dann noch "Madama Butterfly" (im Vergleich zum MiR), "Lohengrin" und "Jekyll und Hyde".

Hier starte ich am 15. September mit der "Butterfly".

15. September 2019, Madama Butterfly von Giacomo Puccini Premiere

Angesichts der tollen Besetzung und des Regisseurs, Tomo Sugao, gingen wir sowieso mal davon aus, dass es ein super schöner Abend würde, und wir wurden natürlich nicht enttäuscht.

Das Bühnenbild besteht aus teilweise beweglichen Wänden, bestehend aus schwarzen Rechtecken, teilweise mit Füllung, teilweise mit matt weißer Füllung. Im ersten Akt sieht man links eine riesige Winkekatze, später ziehen im Hintergrund amerikanische Symbole vorbei. Oben links sieht man nach der Pause vier metallic Luftballons, die das Wort "Hope" bilden, ebenso sieht man Plakate mit dieser Aufschrift und amerikanischen Symbolen. Es ist alles schlicht und sehr harmonisch und schön.

Die Kostüme sind schön traditionell, die "Hochzeitsgesellschaft" zum Teil leicht schrill. Auch hier alles harmonisch.

Goro zeigt zunächst dem neuen Hausherrn Pinkerton das Haus und stellt ihm die Dienerschaft vor. Pinkerton ist ein tumber Typ, ausgestattet mit einem Taktgefühl, Empathie und Respekt vor der fremden Kultur wie eine heiße Bratpfanne, der kein Fettnäpfchen auslässt. Außerdem nimmt er alles und jedes mit seinem Smartphone auf und postet es wer weiß wohin, oder schickt Mails nach Hause. Ein Elefant im Porzellanladen. 

Butterfly ist das nette japanische Mädchen, das er zu heiraten gedenkt, um sich die Zeit seiner Stationierung in Nagasaki so angenehm wie möglich zu gestalten. Ernst nimmt er das natürlich nicht, er gedenkt irgendwann eine Amerikanerin zur Frau zu nehmen. Für jetzt ist das Püppchen ja ein wunderbarer Zeitvertreib. Sein Freund Sharpless, seines Zeichens Konsul, warnt ihn eindringlich dies zu lassen, da das Mädchen das Ganze definitiv für bare Münze nimmt. Sie hat sogar hinter dem Rücken ihrer Verwandtschaft seinen Glauben angenommen. Das aber interessiert Pinkerton überhaupt nicht.

Er wird nach ca. neun Monaten nach Amerika zurück beordert und Buttetfly bleibt mit Suzuki, ihrer Dienerin, allein zurück. Ihre Familie hat sie verstoßen, nachdem sie Christin geworden ist. Sie hofft täglich auf Pinkertons Rückkehr und redet sich alles schön, lässt er doch das Haus bewachen und die Miete bezahlen. Allerdings wird langsam das Geld knapp. Hartnäckig lehnt sie die wiederholten Heiratsanträge des reichen Yamadori ab. Sie erhält Besuch von Sharpless, der ihr einen Brief Pinkertons vorliest. Angesichts ihrer blinden Treue wagt er aber nicht ihre die ganze Wahrheit zu sagen und fragt nur vorsichtig, was denn wäre, wenn er nicht mehr zu ihr zurück käme. Daraufhin wird Butterfly zonig und stellt ihm ihren Sohn vor, der seinem Vater sehr ähnlich sieht. Niemand hat davon gewusst, auch der Erzeuger nicht, das Kind kam zur Welt als er schon weg war. Sharpless verspricht Pinkerton entsprechend zu informieren.

Butterfly und Suzuki sehen ein Schiff ankommen, es ist die "Abraham Lincoln". Butterfly sieht sich bestätigt in ihren Hoffnungen. Sie schmückt das Haus für seinen Empfang. Pinkerton kommt und spricht zusammen mit Sharpless mit Suzuki. Er ist gekommen, das Kind zu holen, um ihm eine bessere Zukunft in Amerika zu geben. Seine amerikanische Frau Kate ist damit einverstanden. Er ist aber zu feige, Butterfly unter die Augen zu treten.

Butterfly bekommt mit, dass jemand im Haus ist. Sie sieht Sharpless und Kate Pinkerton. Ihr wird sofort bewusst, was passieren wird. Sie verabschiedet sich von ihrem Sohn und nimmt sich das Leben. Pinkerton empfindet inzwischen bittere Reue für sein damaliges Tun und muss erkennen wie ernst Butterfly das alles genommen hat. Als er sie tot vorfindet, bricht er fast zusammen. Kate hat so viel Anstand, dass sie an der Leiche niederkniet. 

Das mal zur Handlung, die ja ohnehin jeder kennt. Man sieht im übrigen auch immer mal Kate als Braut, sozusagen als Vorschau auf das Kommende. Eine gute Idee.

Die Premierenbesetzung war einsame Spitze:

  • Madama Butterfly - Anna Sohn - hinreißend, unbeschreiblich anrührend, wunderbar gesungen und dargestellt. Sie hat am Ende den meisten Applaus bekommen. Ich kann mich bei meinen vielen Butterflys, die ich gesehen habe, nur an eine einzige erinnern, die mich genauso berührt hatte: Annemarie Kremer, die vor gut 11-12 Jahren diese Rolle in Dortmund gesungen hat. Heute hatten wir wieder eine sehr, sehr überzeugende und berührende Butterfly
  • Suzuki - Hyona Kim - wunderbar dargestellt und super gesungen. Sie passte ausgezeichnet zu Anna Sohn. Hat mich sehr überzeugt
  • B. F. Pinkerton - Andrea Shin - umwerfend, wie er diesen tumben und empathielosen Typen darstellte. Und die Stimme - hinreißend, wie gewohnt. Tolle und überzeugende Darstellung
  • Sharpless - Mandla Mndebele - klasse! Habe ihn fast nicht wieder erkannt mit der Perücke. Sah schick aus in der Uniform. Er war super überzeugend und sang klasse
  • Goro - Fritz Steinbacher - hinreißend wie ölig, aufdringlich er diese Type dargestellt hat. Er war fast nicht wieder zu erkennen unter der Schminke und der Perücke. Aber man kennt ja seine Gestik un Mimik und seine Stimme. Auch ganz große klasse 
  • Onkel Bonzo - Denis Velev - ach, schade, dass die Rolle so klein ist. Ich mag diesen Sänger mit seiner tollen Ausstrahlung und der schönen Stimme.
  • Fürst Yamadori - Min Lee - gefiel mir auch ausgezeichnet mit seinem schicken braunen Anzug aus glänzendem Stoff, mit Sonnenbrille und Handy ausgestattet, ganz westlich eingestellt. Seine Begleiter wirkten wie vom Geheimdienst. 
  • Onkel Yakusidé - Ian Sidden - kleine Rolle, super gespielt und gesungen
  • Kaiserlicher Kommissar - Hiroyuki Inoue
  • Standesbeamter - Juyoung Kim
  • Mutter Butterflys - Natascha Valentin
  • Tante - Hitomi Breitzmann
  • Cousine - Keiko Matsumoto
  • Kate Pinkerton - Penny Sofroniadou - sie war auch sehr berührend und gefiel mir sehr. Würde sie gerne mal in einer größeren Rolle erleben. Schöne Stimme
  • Opernchor Theater Dortmund, Statisterie und Kinderstatisterie Dortmund, Dortmunder Philharmoniker
  • Musikalische Leitung - Gabriel Feltz
  • Regie - Tomo Sugao
  • Bühne - Frank Phlipp Schlößmann
  • Kostüme - Mechthild Seipel
  • Licht - Florian Franzen
  • Chir - Fabio Mancini
  • Dramaturgie - Merle Fahrholz

Es war ein wunderbarer Start in die neue Saison. Ich würde mal sagen: Dortmund hat hier ins Schwarze getroffen und einen Treffer gelandet. Wir werden uns weitere Aufführungen ansehen. Das Publikum nahm die Inszenierung mit Begeisterung an und und ließ die tollen Künstler hochleben. 

12. Oktober 2019, Jekyll & Hyde, Musical von Leslie Bricusse (Text), Frank Wildhorn (Musik) Premiere

Ein interessanter Stoff, die Verfilmung habe ich mehrmals gesehen. Wir waren sehr, sehr gespannt.

Beim Betreten des Innenraums sieht man einen Vorhang mit einem menschlichen Gehirn und Bezeichnungen für die einzelnen Bereiche. Das Bühnenbild ist einfach nur klasse. In der Mitte ist ein Teil zum Drehen, und in den einzelnen Nischen ist jeweils das nächste Bühnenbild parat: mal ein Gefängnis, mal ein Büro des Krankenhausgremiums, mal eine feudale Wohnung, ein Hinterhof mit Garten, eine Spelunke. Jekylls Labor befindet sich unterhalb der Bühne, dafür wurde die Hauptbühne hochgefahren. Toll, wenn man so eine Technik zur Verfügung hat! Vorne dann das öffentliche Leben. Dazu wunderschöne Kostüme passend zum 18. Jahrhundert. Das ist schon einmal richtig klasse.

Die Handlung spielt in London. Der Arzt Dr. Henry Jekyll ist der Ansicht, dass wenn man das Böse im Gehirn des Menschen tilgt, könnte es der Menschheit besser gehen. Er stellt seinen Vorschlag einem Gremium vor, dem auch sein künftiger Schwiegervater angehört, vor. Skepsis macht sich breit. Als er auch noch ein menschliches Versuchsopfer erbitttet, ist Schluss mit lustig. Sein Freund und Anwalt  Gabriel John Utterson, warnt ihn, er solle vorsichtiger sein. Jekyll sieht das aber anders. Er will sich durchsetzen und arbeitet ohne Unterlass, sogar zu seiner Verlobung mit Lisa kommt er zu spät. Vor der Hochzeit geht er noch mit Utterson ins Rotlichtviertel, um sich dort nach einer Versuchsperson umzusehen. Dort trifft er auf Lucy, einem Animiermädchen. Letztendlich geht er aber doch unverrichteter Dinge wieder in sein Labor, gibt Lucy aber seine Visitenkarte. Sie solle ihn kontaktieren, wenn sie in Not sei.

Jekyll entschließt sich nun, das Experiment an sich selber zu probieren. Er hat irgendetwas zusammengebraut und legt sich eine Infusion. Jeder Schritt wird dokumentiert. Es vollzieht sich nun die Verwandlung in sein anderes Ich, in Edward Hyde. Er begibt sich erneut in die Spelunke und misshandelt die arme Lucy. Am nächsten Tag meldet ihm sein Diener eine junge Frau an, die nach seiner Meinung nicht jemand ist, der in den Besitz der Visitenkarte Jekylls kommen könnte. Lucy ist schwer verletzt. Jekyll ist entsetzt. Als sie ihm erzählt, dass ein Mr. Hyde de Täter war, wird ihm klar, dass sein anderes Ich ein äußerst unangenehmer Zeitgenosse zu sein scheint.

Kurze Zeit später fängt er an, sämtliche hohe Persönlichkeiten der Gesellschaft zu töten. Die Zeitungen sind voll mit den schlimmen Nachrichten. Jekyll weiß, dass Hyde dafür verantwortlich ist, kann aber nicht mehr damit aufhören. Er will weitermachen. Als Lisa in seinem Laboratorium auftaucht, geht er sie hart an. Sie ist sehr traurig über die Entwicklung ihrer Beziehung. Mittlerweile ist das Experiment außer Kontrolle geraten, und Jekyll kann den Wechsel zwischen ihm und Hyde nicht mehr kontrollieren. So bekommt das auch Utterson mit. Jekyll gibt ihm einen Brief und Geld für Lucy mit und bittet sie die Stadt zu verlassen und ein neues Leben anderswo zu beginnen. Jekyll erkennt nun immer mehr, dass er Hyde nicht mehr im Griff hat und eine immer größere Gefahr für andere darstellt. Sie akzeptiert dies, packt die Koffer und will das Haus verlassen. Leider kommt ihr Hyde dazwischen und tötet sie.

Am Hochzeitstag eskaliert die Situation. Als der Priester ihn fragt, ob er Lisa zur Frau nehmen will, setzt Hyde sich durch und greift Lisa an. Diese hält weiter zu ihm. Zum Glück kann Jekyll kurz wieder zu sich selbst finden und bittet Utterson verzweifelt ihn zu töten, denn beide können nicht überleben, einzeln geht es aber jetzt auch nicht mehr. Utterson zögert, aber Jekyll wirft sich in die Waffe Uttersons und drückt selber ab. Er stirbt, und der Spuk ist zu Ende. Zurück bleiben eine verzweifelte Lisa und die völlig geschockten Utterson und Lisas Vater.

Eine spannende Geschichte, die super umgesetzt wurde.

Hier einmal die Premierenbesetzung:

  • Henry Jekyll/Edward Hyde - David Jakobs - der Mann ist eine wahre Offenbarung! Schon als Judas in Jesus Christ Superstar in der Saison 14/15, ebenfalls hier in Dortmund, hatte er mich begeistert. Er war absolut überzeugend, die Rolle verlangt wirklich einiges ab. Es gelang ihm perfekt, den Wechsel zwischen den beiden Ichs zu gestalten. Das war ganz großes Theater. Und dazu verfügt er über eine wirtklich tolle Stimme. Die perfekte Besetzung! Er bekam immer wieder Szenenapplaus. Mir verschlug es immer wieder die Sprache, wie toll er agierte. Klasse!
  • Gabriel John Utterson - Morgan Moody - klasse wie immer. Er ist sowieso auch stets überzeugend.
  • Lisa Carew - Milica Jovanovic - tolle Stimme, wunderbare Ausstrahlung, perfekte Besetzung. Sie sang sehr anrührend
  • Lucy Harris - Bettina Mönch - gefiel mir auch sehr. Sie hat eine riesig tolle Stimme und eine wunderbare Ausstrahlung
  • Sir Danvers Carwe - Tom Zahner - sehr gut und überzeugend
  • Der Bischof von Basingstoke - Mario Ahlborn - sehr überzeugend
  • Simion Stride/Polizist - Florian Sigmund - herrlich arrogant-herablassend. Fand ich klasse
  • Lord Savage - Georg Kirketerp - sehr gut
  • General Lord Glosspo - Johannes Knecht - wunderbar mariniert
  • Nellie - Jessica Trocha - ausgezeichnet
  • Sir Archibald Proops - Thomas Günzler - sehr gut
  • Spider/Priester - Alejandro Fernández - gefiel mir auch sehr gut
  • Poole/Bisset/Polizist - Nico Hartwig - sehr gut
  • Newsboy/Girl - Lara Hofmann - sehr gut
  • Girls - Karen Müller, Veronika Rivó, Sarah Wilken - tolle Leistung
  • Musikalische Leitung - Philipp Armbruster
  • Regie - Gil Mehmert
  • Bühne - Jens Kilian
  • Kostüme - Falk Bauer
  • Licht - Ralph Jürgens
  • Chor - Fabio Mancini
  • Choreografie - Simon Eichenberger
  • Dramaturgie - Laura Knoll
  • Opernchor Theater Dortmund, Statisterie Theater Dortmund, Dortmunder Philharmoniker

Während des Schlussapplauses spielte das Orchester, und als der Vorhang endgültig gefallen war, nochmals. Klasse. Ein toller Abschluss eines außergewöhnlichen Musicalabends. Das Publikum stand am Ende geschlossen auf, es gab donnernden Applaus, eine hinreißende Premierenstimmung.

Wir werden uns eine weitere Vorstellung buchen. Einen Besuch kann ich nur wärmstens empfehlen!

30. November 2019, Lohengrin von Richard Wagner Premiere

Auf die Aufführung hatte ich mich schon sehr gefreut und wurde definitiv nicht enttäuscht. 

Das Bühnenbild ist eher nüchtern und sagt mir wenig - egal. Kleine Regieschwächen (Doubles und Video, die Elsa und Gottfried als Kinder zeigen beim Mittagessen) - geschenkt. Das ist angesichts der hinreißenden Musik und der tollen Sänger völlig nebensächlich. Der Chor singt von oben auf der Galerie, die Bläser sind ebenfalls oben. Das ergibt zusammen mit den Musikern aus dem Orchestergraben einen beeindruckenden Sourround-Sound. Und das wird der wundervollen Musik mehr als gerecht. Ein super Einfall!

Elsa und Gottfried von Brabant wurden nach dem Tod ihres Vaters, dem König von Brabant, von Friedrich von Telramund großgezogen. Eigentlich wollte Friedrich Elsa ehelichen, diese aber lehnte ab. Das kam natürlich nicht so gut an, aber er heiratete dann eben Ortrud. Die ist übrigens kein Engel. Nach einem Spaziergang kehrt Elsa ohne Gottfried zurück und kann sein Verschwinden nicht erklären. Man bezichtigt sie des Brudermordes aus Habgier, um alleine den Thron zu erben. König Heinrich wird der Fall vorgetragen, er soll richten. Heinrich beruft das Gottesgericht und fragt Elsa, wer für sie eintreten soll. Sie erzählt von einem Traum, in dem ihr ein edler Ritter erschienen sei, und der ihr helfen würde. Das löst Kopfschütteln bei allen Beteiligten aus. Nach verheblichen Rufen nach dem Ritter erscheint dieser dann in einem Kahn, der von einem Schwan gezogen wird. Er sagt Elsa seine Hilfe zu und möchte sie ehelichen, aber die Bedingung lautet "nie sollst Du mich befragen...". Also seinen Namen und Herkunft erfährt sie erst einmal nicht. Sie willigt ein. Der Ritter bestätigt Elsas Unschuld und schlägt Friedrich, ohne ihn zu töten. 

Friedrich ist zutiefst gedemütigt und macht Ortrud Vorwürfe, hatte sie ihn doch dazu gebracht, Elsa des Mordes anzuklagen. Sie nimmt die Sache selber in die Hand, indem sie bei Elsa Zweifel streut, wie sie denn einem Manne trauen kann, dessen Namen sie nicht einmal kennt. Elsa kommt ins Grübeln. An Elsas Hochzeitstag tritt der in Bann geratene Friedrich mit ein paar Mannen auf und verbreitet das Gerücht, der Ritter sei nur durch einen Zauber so mächtig. Er verlangt öffentlich von ihm, seinen Namen preis zu geben. Der Ritter aber erwidert, dass das nicht gehe, nur einer Person müsse er diese Frage beantworten, und das sei Elsa allein. Als er sie fragt, ob sie diese Frage stellen möchte, lehnt sie nach einigem Zögern aber ab und spricht ihm ihr Vertrauen aus, sehr zum Ärger von Friedrich und Ortrud, die nun zum zweiten Male unterliegen.

Nach der Trauung sind Elsa und der Ritter zum ersten Mal allein. Schlussendlich kann Elsa nicht mehr an sich halten und bittet nun doch um den Namen ihres Mannes, er solle ihr sein Geheimnis verraten als Zeichen seines Vertrauens zu ihr. Jegliches Abraten seitens ihres Mannes schlägt fehl, die verhängnisvolle Frage wird gestellt. Daraufhin sagt er zu ihr, dass er ihr die Frage öffentlich beantworten würde. Inzwischen ist Friedrich ins Gemach eingedrungen und greift den Ritter an. Er tötet ihn in Notwehr.

Der König ruft nun seine Leute zum Kampf zusammen, diese werden unter der Leitung des  Ritters ja sowieso siegen. Dieser erscheint. Friedrichs Leichnam wird aufgebart. Der Ritter erklärt, er werde nicht für sie kämpfen können, da Elsa nicht verhängnisvolle Frage gestellt habe und er sie nun beantworten müsse. Er stellt sich als Gralsritter mit dem Namen Lohengrin vor, sein Vater ist Parzifal. Nachdem er erkannt wurde, darf er nicht mehr bei den Menschen bleiben und muss zurück.

Nur ein Jahr hätte Elsa warten müssen, dann wäre ihr Bruder, den Ortrud in einen Schwan verwandelt hatte (der den Kahn zog) , zu ihr zurück gekommen und hätte die Krone übernommen. Nun aber würde er ihn vorzeitig  befreien und bei ihr lassen. Elsa ersticht Ortrud und verlässt den Ort des Geschehens. Was aus Brabant wird? Das muss man sich dann selber vorstellen.

Und hier die in allen Belangen hinreißende Besetzung:

  • Heinrich der Vogler - Shavleg Armasi - auzsgezeichneter Darsteller, sehr schöne Stimme
  • Lohengrin - Daniel Behle - Diese Stimme ist eine absolute Offenbarung. Ein lyrischer Tenor, der Wagner singt. Toll. Sonst habe ich immer nur Heldentenöre in der Rolle gehört. Eine wunderbare Darstellung der Rolle, wunderschön gesungen. Perfekte Besetzung. Er allein schon lohnt den Besuch der Oper!
  • Elsa von Brabant - Christine Nilsson - was für eine wunderbare, klare Stimme. Hat mir super gut gefallen, auch ihre Darstellung der Elsa
  • Friedrich von Telramund - Joachim Goltz - klasse gesungen und super dargestellt
  • Ortrud - Stéphanie Müther - nach Turandot nun Ortrud. Was für eine hinreißende Darstellung und toll gesungen. So ein mieses Luder als Ortrud habe ich bislang nicht erlebt. Große Klasse
  • Heerrufer des Königs - Morgan Moody - wunderbar seine etwas marinierte Darstellung, klasse gesungen
  • Musikalische Leitung - Gabriel Feltz
  • Regie - Ingo Kerkhof
  • Bühne - Dirk Becker
  • Kostüme - Jessica Rockstroh
  • Video - Philipp Ludwig Stangl
  • Licht - Florian Franzen
  • Chor - Fabio Mancini
  • Dramaturgie - Laura Knoll

Wie gesagt, die Inszenierung ist okay, kann man sich ansehen, ist aber auch etwas nichtssagend. Die Kostüme sind vorwiegend schwarz gehalten und traditionell, wenig Licht, aber das ist auch schön geheimnisvoll mit der tollen Musik. Allerdings ist das für Zuschauer in den hinteren Reihen ungünstig. Ich saß ja wie immer in der ersten Reihe.

Die Premiere wurde umjubelt aufgenommen, Buhs galten nur der Regie. Die Sänger wurden gefeiert. Ich schaue mir auf jeden Fall die letzte Vorstellung im Mai noch an, dann singt auch wieder Daniel Behle. Einen anderen Lohengrin, mag er noch so gut sein, möchte ich mir nicht anhören.

Es war wieder ein betörend schöner Opernabend! 

 

 

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